Gegen Absteiger Bietigheim Nordhorn-Lingen: Wiese-Einsatz noch fraglich

Von Uli Mentrup | 03.12.2015, 19:30 Uhr

Erstmals nach drei Spielen tritt Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen wieder als Favorit an: Die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann erwartet am Freitag um 19.30 Uhr im Euregium den Bundesligaabsteiger SG BBM Bietigheim, der nach schwerem Start auf den 18. Platz gerutscht ist.

Doch die aktuelle Platzierung der Baden-Württemberger ist für Bültmann nur eine Momentaufnahme. Denn die Gäste verfügten über einen starken Kader mit acht, neun Spielern aus dem ehemaligen Erstligaaufgebot und einem gehobenen Etat. Die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer hat sich nach der Rückkehr der verletzten Robin Haller (Rückraum links) und Timo Salzer (Mitte) stabilisiert. Sie hat drei der letzten sechs Begegnungen gewonnen (7:5 Punkte) – und dabei in Coburg nur mit zwei Toren Differenz verloren. „Es lief in den letzten Spielen wesentlich besser“, hat Bültmann beobachtet. „Die Mannschaft hat sich wieder gefangen.“

Haller und Salzer verfügen über reichlich Erfahrung. Der athletische Haller gilt als Instinkthandballer. Der ehemalige Nationalspieler Salzer hat für Wetzlar in der Ersten Liga gespielt. Er wurde 2004 mit der Juniorennationalmannschaft Europameister. Beide Außenpositionen der Bietigheimer sind mit Andre Lohrbach (links) und Christian Schäfer (rechts) stark besetzt. Gegen Saarlouis zählte Juniorennationalspieler Tim Dahlhaus mit acht Feldtoren zu den auffälligsten Akteuren. Dominik Schmid gehört zur österreichischen Auswahl.

Bietigheim setzt aus einer 6:0-Abwehr auf schnelle Konter. Durch die schnelle Mitte übt das Team Druck aus. Im Angriff wirkt es diszipliniert und strukturiert.

Bültmann erkennt Ähnlichkeiten zwischen beiden Gegnern. Sein Team hat zwei der letzten drei Partien in der Außenseiterrolle gewonnen. Auch bei der knappen Niederlage in Coburg hat es Selbstbewusstsein gewonnen. Immerhin hat es die Partie beim Topteam bis zur letzten Sekunde offengehalten. Der Trainer sah solide bis gute Leistungen in Abwehr und Angriff.

Ein dickes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Jens Wiese, der schon in Coburg fehlte , und wegen einer Wadenverhärtung den Trainingsversuch am Dienstag vorzeitig beendete. „Wir werden sehen, ob es geht“, wartet Bültmann ab. Dagegen kann er auf Asbjörn Madsen bauen, der nach einem Zusammenprall mit dem wuchtigen Coburger Romas Kirveliavicius zu Beginn der Woche noch über Kopfschmerzen geklagt hatte.

„Wir müssen im Angriff sehr genau spielen und dürfen nur wenige technische Fehler machen“, weiß Bültmann. Von der Abwehr fordert er wieder eine Topleistung. Genau wie in den letzten Spielen, als das Zwei-Städte-Team noch selbst Außenseiter war...