Freitag gegen Eisenach Nordhorn-Lingen trotz Sorgen selbstbewusst

Von Uli Mentrup | 16.02.2017, 09:36 Uhr

Beim dritten Spiel im Jahr 2017 kann die HSG Nordhorn-Lingen endlich in eigener Halle antreten. Der Handball-Zweitligist erwartet am Freitag um 19.30 Uhr Erstligaabsteiger ThSV Eisenach im Nordhorner Euregium.

2:2 Punkte holte die HSG in den ersten beiden Auswärtspartien: Der 28:30-Niederlage bei Aufsteiger SG Leutershausen folgte ein 30:28-Sieg bei SG BBM Bietigheim. In Baden-Württemberg tankten die Gäste viel Selbstvertrauen, während der Gastgeber seinen Aufstiegsrang der DJK Rimpar überlassen musste. „Der Sieg war ganz wichtig“, erklärt Trainer Heiner Bültmann. Denn das Zwei-Städte-Team trat nach der Verletzung von Mannschaftskapitän Nicky Verjans, der wie Lutz Heiny weiter fehlen wird, mit nur noch drei Rückraumspielern in Ludwigsburg an.

Die Grundlage gelang der HSG mit einer ordentlichen Angriffsleistung und einem starken Torwart Björn Buhrmester. Der Trainer registrierte bei 49 Angriffen 30 Tore. „Eine Top-Quote.“ Top war auch die Steigerung beim Gegenstoß. Aus dem Tempospiel heraus gelang vor der Pause kein Treffer – danach aber neun!

Mit der 6:0-Abwehr hat die HSG noch nicht wieder ihr Top-Niveau gefunden. Doch die Umstellung auf das 5:1-System klappte reibungslos und stärkte Nordhorn-Lingen. „Wir trainieren es ja auch regelmäßig“, weiß Bültmann, wie wichtig die Alternative ist.

Gegen Eisenach muss der Coach personell weitere Abstriche machen. Denn Abwehrchef Frank Schumann dürfte zwei Wochen ausfallen, weil er in Bietigheim einen Schlag auf die Achillessehne bekommen hat. „Das ist bitter“, erklärt Bültmann, will aber die Personalie nicht zum großen Thema machen. Vielleicht hilft Nils Meyer, der seine Karriere eigentlich in der vergangenen Saison beendet hatte, aus. „Wir haben ein Heimspiel, wir wollen gewinnen“, klingt der Trainer entschlossen. In Bietigheim habe die HSG bewiesen, dass sie trotz personeller Probleme gegen jeden Konkurrenten der Liga bestehen könne. Im Fall eines Sieges zieht der Gastgeber, der in der Hinrunde 25:27 unterlag, in der Tabelle an den Thüringern vorbei..

Der Klub vom Fuße der Wartburg hat ebenfalls Personalsorgen im Rückraum: Marcel Schliedermann verletzte sich bei einem Autounfall so schwer, dass er diese Serie wohl komplett passen muss. Auch Daniel Luther, der sich im Dezember einen Achillessehnenriss zugezogen hat, und Jonas Richardt fallen vorerst aus. Eisenach hat reagiert, und den 20-jährigen linken Rückraumspieler Toms Lielais von der SG Flensburg-Handewitt verpflichtet. Der lettische Juniorennationalspieler gehörte als Perspektivspieler zum Kader von Trainer Ljubomir Vranjes, der von 2001 bis 2006 für die HSG aktiv war. Lielais spielte für die Flensburger Reserve in der Dritten Liga.

Besonders achten muss das Zwei-Städte-Team auf den Rückraumlinken Matthias Gerlich, der in Eisenach 13 Tore gegen die HSG erzielte. Der klassische Shooter ist über zwei Meter lang. Olafur Bjarki Ragnarsson hat einige Spiele in der isländischen Nationalmannschaft absolviert. Der Kroate Duje Miljak verfügt ebenfalls über viel Erfahrung. Am Kreis zählen Ex-Nationalspieler Marcel Niemeyer und der Däne Nicolai Hansen zu den auffälligsten Akteuren.

„Ein echter Prüfstein“, warnt Bültmann vor dem Gast, der in eigener Halle erst ein Spiel verloren, aber auswärts auch sechs Punkte gesammelt hat. Dabei soll es, so der HSG-Wunsch, zumindest vorerst bleiben.