„Die Bastelei hat sich gelohnt“ Motorradprofi Jörg Tebbe erfolgreich in Saison gestartet

Von Helmut Diers | 10.06.2016, 12:13 Uhr

Der Gras- und Sandbahnspezialist Jörg Tebbe (MSC Dohren) ist erfolgreich wie selten zuvor in die internationale Rennsaison gestartet. „Dieses Jahr ist eigentlich von Anfang an alles super gelaufen“, blickt der 37-jährige Bahnsport-Motorradprofi bereits auf zahlreiche offene Rennen zurück.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Maschinenmaterial. Die Bastelei im Winter macht sich jetzt bezahlt“, hat der gelernte Holzmechaniker und zweifache Familienvater im Winter in seiner Werkstatt „viel am Spezialmotorrad umgebaut, damit es besser passt für mich bei gleichem Maschinenmaterial“. Zwölf Rennen standen bisher im Terminkalender, davon wurden die Läufe in Neuenknick, Plattling und Schwarme gleich wegen Dauerregen abgesetzt.

„Ich bin neun Rennen gefahren, habe davon die internationalen Läufe in Lübbenau im Spreewald und im finnischen Heinola gewonnen“, ist Tebbe stolz, Heinola jetzt nach dem Vorjahreserfolg erneut siegreich beendet zu haben. Bei den sieben anderen Rennen holte er einmal Bronze und sechsmal Silber. Am Sonntag auf dem Leineweberring in Bielefeld qualifizierte sich der Dohrener für den Challenge-Lauf zur endgültigen Qualifikation zur WM 2017 auf der Sandbahn im französischen La Reoule. Der vierte Rang in Bielefeld reichte, da sieben Plätze für Le Reoule zu vergeben waren. „Dort muss ich allerdings aufs Treppchen, sonst ist nichts mit der direkten Qualifikation für 2017“, weiß Tebbe um die Schwere der Aufgabe in Frankreich.

Seit 2004 ist Tebbe permanent in der WM vertreten. Das hat vor ihm noch kein Stahlschuhartist weltweit geschafft. Die Serie soll dieses Jahr natürlich nicht reißen. Wenn die direkte WM-Qualifikation im La Reoule nicht klappen sollte, dann muss Tebbe auf die WM 2016 hoffen. Ein Platz unter den besten Acht im Endklassement ist ebenfalls eine automatische Startberechtigung in der WM 2017. „Im Moment kann ich die Stärke der WM-Fahrer 2016 noch nicht abschätzen. Erst am 19. Juni wird der erste von fünf WM-Läufen in Mühldorf eingeläutet. Danach weiß ich mehr“.

Die Bahn in Bayern liegt dem Motorradpiloten aus Dohren. Die nächsten WM-Läufe sind dann in Eenrum (NL) am 21. August, in Forsa in Finnland am 27. August, im französischen Morizes (3.9.) und in Vechta (17.9.). „In Vechta will das für mich nie klappen. Das Rennen sollten sie ausfallen lassen“, verrät Tebbe mit einem Augenzwinkern. Dazu steht für ihn die Titelverteidigung am 12. August in Hertingen auf dem Programm. 2015 hatte Tebbe den DM-Titel in Werlte gewonnen. „Den zu verteidigen wird verdammt schwer“, sagt er mit Blick auf Namen wie Enrico Janoschka, Matthias Kröger, Erik Riss oder den 57-jährigen Werlter Bernd Diener. Was der 57-jährige Werlter noch zu leisten im Stande ist, musste Tebbe am Himmelfahrtstag in Lüdinghausen erfahren. Diener gewann, Tebbe wurde Dritter.

Tebbe ist jetzt bereits wieder auf der Fähre von Travemünde nach Helsinki. „Die Fahrt mit der Fähre dauert 29 Stunden“, sagt er. In Finnland erwarten ihn drei offene internationale Sandbahnrennen in Tampere (Freitag), in Kauhajoki (Samstag) und Pori (Sonntag). Dann geht es wieder mit dem ganzen Equipment 29 Stunden mit der Fähre und dem Transporter Richtung Emsland zurück. Ruhe ist da nicht angesagt, denn das Maschinenmaterial muss auf Vordermann gebracht werden. Es wartet ja am 19. Juni im bayrischen Mühldorf der erste WM-Lauf. Tebbe hat hochgerechnet. „Ende Juni habe ich rund 7300 Kilometer durch halb Europa zurückgelegt“. Die Rennkilometer auf den Rennbahnen nicht mitgerechnet.