Basketball-Saisonvorschau: Minikader in Meppen, Papenburg schielt nach oben

24.09.2015, 21:04 Uhr

In ihre dritte Oberligasaison gehen die Basketballerinnen des TV Der Kader, auf den Trainer Rene Aufenfehn zurückgreifen kann, ist allerdings kleiner als im Vorjahr. Den Sprung in die Bezirksoberliga wagen die Frauen der SG Bramsche, obwohl sie die letzte Bezirksligasaison „nur“ als Dritte abschlossen. Die Männer des MTV Lingen gehen trotz sportlichen Abstiegs weiter in der Bezirksliga auf Korbjagd, während der TV Papenburg seine zweite Bezirksligasaison in Folge in Angriff nimmt.

 Oberliga, Frauen: Auf 12 Spielerinnen geschrumpft ist der Kader des TV Meppen. Ein Quintett aus dem Vorjahr, als die Emsländerinnen den fünften Platz belegten, steht nicht mehr zur Verfügung. Dafür stößt Pia Biedermann aus der eigenen Jugend neu zum Team. „Für sie wird die erste Oberligasaison bestimmt eine Herausforderung sein mit aktuell noch 15 Jahren“, weiß Trainer Rene Aufenfehn, der die Mannschaft im Januar übernahm, weil Jakob Hesse das Traineramt aus beruflichen Gründen aufgegeben musste. Aber Biedermann habe allemal das Zeug dazu, betont Aufenfehn. „Und sie ist für alle ein bekanntes Gesicht, da sie öfters bei unseren Trainingseinheiten schon mitgemacht hat“, erklärt der 33-Jährige.

Aufgrund des kleinen Kaders tut sich der Coach schwer mit einer Saisonprognose. „Wenn wir im oberen zweiten Drittel der Tabelle landen werden, dann wäre ich persönlich hoch erfreut“, so Aufenfehn. Das sei aber gleichzeitig auch das Ziel, was er mit diesem Kader schon anstreben möchte. Der Trainer äußert allerdings die Befürchtung, dass er im Schnitt mit sieben, acht Spielerin zu den Spielen antreten wird. Grund dafür seien die schulischen Verpflichtungen beziehungsweise das Studium einiger Spielerinnen. Zudem spielt Meppens Svenja Wessling mit einer Doppellizenz. Heißt: Zusätzlich zu den Partien in der Oberliga läuft sie in der Regionalligamannschaft der Black Bulls Osnabrück auf.

 Bezirksoberliga, Frauen: „Wir haben diese Saison die Herausforderung Bezirksoberliga mal angenommen“, erklärt Thomas Roß, Trainer der SG Bramsche. Weil nur der TV Vörden II aufsteigen wollte und Vizemeister Grenzland Laarwald darauf verzichtete, habe man dem Tabellendritten der letzten Bezirksligasaison die Gelegenheit geboten aufzusteigen, „also haben wir sie ergriffen“, so Roß. In Absprache mit den Spielerinnen und dem Verein nimmt der Coach die Herausforderung an. Eine zusätzliche Herausforderung bildet die neue Halle. „Da unsere Halle in Bramsche zu klein ist und in Lingen keine Hallenzeiten zur Verfügung standen, mussten wir in die Sporthalle nach Spelle ausweichen“, erklärt der Trainer. Bramsches Team ist noch sehr jung, gemischt mit sieben Jugendspielerinnen und sechs etwas erfahreneren Spielerinnen. „Ich hoffe, wir können gut mithalten und dürfen am Ende der Saison in der Liga bleiben.“

 Bezirksliga Nord, Männer: Nach ihrer Rückkehr in die Bezirksliga beendeten die Männer des TV Papenburg die vergangene Saison auf Rang fünf.

Im zweiten Jahr in dieser Spielklasse blicken die Papenburger bereits nach oben. „Wir wollen uns in der Spitze etablieren und im nächsten Jahr aufsteigen“, gibt Trainer Björn Dietrich das Ziel vor. Das sei keine Vorgabe vom Verein, sondern das Ziel habe sich die Mannschaft selbst gesteckt. „Wir haben die Qualität“, ist Dietrich überzeugt. Dabei gab es nur einen wirklichen Zugang und jede Menge Abgänge. Neu ist nur Michael Klaus vom TuS Aschendorf. Der 16-Jährige ist zugleich jüngster Spieler der Mannschaft. Der Grund für die Fluktuation im Kader sei, dass viele Spieler aus beruflichen Gründen nach Papenburg gekommen seien und nach einiger Zeit die Kanalstadt wieder verlassen hätten. Insgesamt sechs Nationen verbindet das Team. Im Aufbaujahr sollen zudem die Spieler der aufgelösten zweiten Mannschaft in den Kader integriert werden. „Wir haben uns übernommen“, sagt Dietrich. Der Kader sei für zwei Mannschaften zu klein gewesen. Daher gelte nun: volle Konzentration auf die Bezirksliga.

 Bezirksliga Süd, Männer: Einen kompletten Neuanfang wagt der MTV Lingen. Nur vier Spieler aus dem letztjährigen Kader gehören auch weiterhin zur Mannschaft. Alle anderen Akteure kommen entweder aus der aufgelösten zweiten Mannschaft (Kreisliga) oder aus der eigenen Jugend.

Als Tabellenletzter der vergangenen Saison war Lingens Abstieg in die Bezirksklasse eigentlich schon besiegelt. Doch durch die Rückzüge anderer Teams erhält der MTV weiterhin die Möglichkeit, in der Bezirksliga zu bleiben.

„Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht und das Für und Wider abgewogen“, sagt Abteilungsleiter Markus Ober. Im Endeffekt habe man die neu formierte Mannschaft selbst entscheiden lassen. „Die Stammkräfte wollten gerne weiter in der Bezirksliga spielen, und unser Nachwuchs nimmt die Herausforderung, auf möglichst hohem Niveau zu spielen und sich weiterzuentwickeln, gerne an.“

Auch auf den Trainerpositionen gibt es eine Veränderung: Markus Ober, der bislang die zweite Herrenmannschaft coachte, wird den langjährigen Coach und Center Richard Claas als Ko-Trainer unterstützen. In einer stark besetzten Bezirksliga werde man mit Sicherheit das jüngste und unerfahrenste Team stellen, schätzt Ober. „Wir wollen in der Saison lernen und uns von Spiel zu Spiel verbessern. Vielleicht gelingt es uns ja, einige gestandene Mannschaften ‚zu ärgern‘ und hier und da für Überraschungen zu sorgen.“