6. Sieg in Folge in Saarlouis HSG Nordhorn-Lingen: Torwart kriecht in die HG-Köpfe

Von Dieter Kremer | 14.12.2014, 21:10 Uhr

Nur sechs Gegentore in einer Halbzeit – im Handball eine echte Rarität. Doch für Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag beim Spiel in Saarlouis der Schlüssel zum sechsten Sieg in Folge. Mit 23:17 (11:11) behauptete sich die Truppe von Heiner Bültmann, obwohl vor dem Spiel ein weiterer wichtiger Spieler ausgefallen war. Doch Bültmann und Co. rührten kräftig Beton an.

„Mit Superlativen soll man vorsichtig sein. Aber das war echt überragend“, zeigte sich Bültmann total begeistert von dem Auftritt seiner Mannschaft. Erst drei Minuten vor dem Ende der Partie kassierte die HSG das dritte Gegentor der zweiten Halbzeit. „27 Minuten lang nur zwei Gegentore – das war echt überragend.“ Wann er das zum letzten Mal erlebt habe, wusste Bültmann unmittelbar nach dem Schlusspfiff auch nicht. „Vielleicht in der E-Jugend“, scherzte er.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als gut. Weil neben den bisherigen Verletzten Matthias Poll und Nils Meyer auch Rückraumspieler Nicky Verjans kurzfristig ausgefallen war. Den 27-Jährigen plagte ein Magen-Darms-Virus. Er hatte sich am Samstag vor dem Abschlusstraining abgemeldet. Sonntagmorgen hatte Verjans immer noch Fieber, sodass ein Einsatz unmöglich war. Somit musste Michael Kintrup, der in dieser Saison noch nicht so viele Einsatzminuten hatte, 60 Minuten ran. Ebenfalls die komplette Spielzeit absolvierte Alex Terwolbeck. „Er hat auch einen Riesenjob geleistet in der Spiellenkung“, zeigte sich Bültmann beeindruckt.

Die HSG brauchte eine Anlaufphase, aber nach 15 Minuten funktionierten die Abläufe. „Wir haben sehr gut gedeckt und waren sehr aufmerksam“, so Bültmann. Wenn mal ein Ball durchkam, ließ Torwart Björn Buhrmester die Gastgeber verzweifeln. „Björn war überragend. In Unterzahl hat er bestimmt sechs freie Bälle gehalten.“ Man habe merken können, wie Buhrmester in Saarlouis’ Köpfe reingekommen sei, freute sich der HSG-Coach. „Ich glaube, die hatten schon ein bisschen Angst, noch zu werfen.“

Dabei hatten die Teams noch beim Stand von 11:11 die Seiten gewechselt. Bültmann: „Es war einfach eine super Mannschaftsleistung.“ Er habe nicht damit gerechnet, das Spiel so zu dominieren, gestand der Coach.