30:28-Erfolg bei SG BBM Bietigheim HSG Nordhorn-Lingen stürzt den Tabellendritten

Von Dieter Kremer | 12.02.2017, 21:17 Uhr

Beim Tabellendritten SG BBM Bietigheim seine Außenseiterrolle genutzt hat am Sonntagabend Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen. Die Truppe von Heiner Bültmann belohnte sich durch absoluten Siegeswillen für die lange Reise mit dem ersten Sieg des Jahres 2017. „Tolle Mannschaftsleistung“, konstatierte der Trainer, der nach der Partie einen ehemaligen Spieler begrüßen konnte.

Mit 30:28 setzte sich Nordhorn-Lingen in Spiel eins nach der Verletzung von Kapitän Nicky Verjans (acht Wochen Pause nach Innenbandriss im Knie) durch, nachdem es mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine gegangen war. „Das war ein toller Sieg. Das muss man wirklich sagen“, fasste Bültmann die Begegnung zusammen. Es sei am Ende zwar hauchdünn gewesen. „Aber aufgrund der Energieleistung auch absolut verdient. Wirklich ein toller und großer Sieg für uns.“

Umstellung trägt Früchte

Ausschlaggebend aus Sicht des Trainers war, dass seine Mannschaft diszipliniert geblieben war und immer an den Erfolg glaubte. „Denn wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht so gut gespielt.“ HSG-Schlussmann Björn Buhrmester hatte wenig Zugriff, sodass er den Ball in der ersten Hälfte 15-mal aus dem Netz holen musste. Doch im Verlaufe der Partie steigerte er sich. Bültmann: „Was wir uns vorgenommen haben, nämlich im Rückzug richtig stark zu sein, hat nicht geklappt.“ Weil auch die 6:0-Deckung nicht richtig funktionierte, reagierte Bültmann nach 20 Minuten und stellte auf 5:1 um, wodurch die Gäste immer wieder Ballgewinne erzwangen. Bis zur 55. Minute ließ der Coach so weiter verteidigen, um in den letzten fünf Minuten wieder zur 6:0-Abwehr zurückzukehren, weil Bietigheim bessere Lösungen fand. „Wir sind vorne ruhig geblieben und haben weiter getroffen“, so Bültmann. Begeistert zeigte er sich angesichts von 30 Auswärtstoren bei einem Aufstiegsanwärter und von nur zwei technischen Fehlern.

Ex-Kollege Schagen feiert mit

Nach dem Schlusspfiff feierten die HSG-Akteure gemeinsam mit ihrem ehemaligen Teamkollegen Bobby Schagen ihren Erfolg. Rechtsaußen Schagen spielt beim nicht weit entfernt liegenden TVB 1898 Stuttgart in der 1. Liga und hatte sich zuvor bereits die Partie von Bietgheims Frauen angesehen, wo seine Freundin Tess Wester im Tor steht. Sie zog durch den 28:25-Erfolg gegen den ungarischen Club Erd HC ins Viertelfinale des EHF-Pokals ein. „Wir haben ein bisschen in der Kabine gefeiert“, berichtete Bültmann.

Wiese Mann des Spiels

Zum Spiel des Spiels wurde HSG-Akteur Jens Wiese ernannt. Der 29-jährige Rückraumspieler warf vor 3018 Zuschauern neun Tore. Patrick Miedema traf sechsmal.

Mit einer Bilanz von zehn Siegen, zwei Unentschieden und acht Niederlagen rangiert das Zwei-Städte-Team aktuell auf dem achten Platz.

Nach zwei Auswärtsspielen trägt die HSG am kommenden Freitag ihr erstes Heimspiel des Jahres aus. Im Euregium stellt sich dann um 19.30 Uhr der ThSV Eisenach vor.