29:29 gegen Hüttenberg Nordhorn-Lingen punktet mit Energieleistung

Von Uli Mentrup | 25.02.2017, 23:55 Uhr

In einem Klassespiel hat Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen mit einer Energieleistung gegen den Tabellenzweiten TV Hüttenberg einen Punkt geholt. 1788 Zuschauer feierten das Zwei-Städte-Team nach dem 29:29 (16:13) wie nach einem Sieg.

 Die Trainer sahen ein Zweitligaspiel auf hohem Niveau . Gästecoach Adalsteinn Eyjolfsson bestätigte den HSG-Akteuren Charakter und Qualität. Sie hätten sein Team trotz personeller Sorgen enorm unter Druck gesetzt. Dabei hatte der Aufsteiger versucht, durch viele Wechsel und hohes Tempo die Situation auszunutzen. Bültmann bescheinigte seiner Mannschaft die beste erste Halbzeit der gesamten Saison. Er war mit der Vorstellung zufrieden. „Dass wir nicht beide Punkte behalten haben, ist nur der Klasse von Hüttenberg geschuldet. Gegen jedes andere Team hätten wir heute gewonnen.“

Mit Beifall in die Pause

Die HSG wurde schon mit Beifall in die Halbzeitpause verabschiedet. Denn hatte sie sich nur drei Tage nach dem sensationellen 26:25-Erfolg beim Spitzenreiter TuS Nettelstedt-Lübbecke redlich verdient. Denn nach holprigem Start führten die Gastgeber 16:13. Mehr Treffer in einer Halbzeit haben sie in dieser Saison nur bei den Siegen gegen Lübbbecke erzielt: nämlich 18 beim Erfolg am Mittwoch und 18 beim Heimsieg.

Danach sah es zunächst nicht aus. Das erste Tor warfen die Gastgeber erst nach genau 5:40 Minuten. Pavel Mickal verwandelte ohne eine Spielsekunde per Siebenmeter gegen Matthias Ritschel zum 1:2. Zu vor hatten Alex Terwolbeck, Lasse Seidel, der mit Strafwurf scheiterte, und Jens Wiese, der den Ball an den Pfosten knallte, verpasst. Zunächst musste das Zwei-Städte-Team einem Rückstand hinterherlaufen. Wiese glich in der zehnten Minute zum 4:4 aus. Ab dem Zeitpunkt war die HSG endgültig bestens im Spiel angekommen. Die erste Führung gelang dem gerade eingewechselten Nils Meyer (14.) zum 8:7.

Miedema tankt sich wuchtig in die Lücken

Nordhorn-Lingen kam mit der offensiven 3-2-1-Abwehr der Gäste aus der mittelhessischen Handkäsemetropole zurecht. Patrick Miedema tankte sich wuchtig durch die Lücken. Er traf zehnmal. „Jens und Alex haben den Platz geschaffen. Das haben wir trainiert“, erklärte der Niederländer. Die erste Zwei-Tore-Führung gelang per Kempa-Trick: Terwolbeck passte genau zum richtigen Zeitpunkt auf Yannick Fraatz, der zum 12:10 traf (17.). Zuvor hatte Fabian Kaleun beim Stand von 8:8 einen Siebenmeter von Daniel Wernig abgewehrt.

Das Zwei-Städte-Team gewann zunehmend an Sicherheit, während sich bei Hüttenberg technische Fehler einschlichen. Eine Minute vor der Halbzeitpause führte der Gastgeber , bei dem einige Anspiele an den Kreis nicht ankamen, sogar mit vier Toren Vorsprung. Der Aufsteiger verkürzte noch um einen Treffer.

Terwolbeck verletzt

Nach der Pause holte der Gast, der auf eine 5:1-Formation umgestellt hatte, Tor um Tor auf. Er traf zunächst beinahe nach Belieben – und das nicht nur vom Kreis. „Wir haben Probleme bekommen im Angriff“, bekannte Bültmann. Der HSG-Vorsprung schmolz. Und dann musste auch noch Terwolbeck das Parkett verlassen, weil er umgeknickt war. In der 44. Minute erzielte Dominik Mappes, der insgesamt elf Tore markierte, wieder die Führung für Hüttenberg.

Fast schien es, als ob der Gastgeber wackelte. Aber er stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. „Wir haben uns gut herangekämpft“, stellte Miedema fest. Selbst nach dem 23:25-Rückstand (50.) gab Nordhorn-Lingen, jetzt mit Spielmacher Nils Meyer, nicht auf. Fraatz, dessen Lehrer Sebastian Röttger mit einigen Schülern zuschaute, gelang sogar noch das 29:28. Doch den Schlusspunkt setzte der Gast.