1:3 gegen den ASV Senden SC Spelle: Licht und viel Schatten bei Niederlage

Von Kim Patrick von Harling | 18.02.2017, 22:43 Uhr

Eine Gefühlsachterbahn haben die Drittliga-Volleyballerinnen des SC Spelle-Venhaus am Samstagabend in der Halle am Brink erlebt. Mit 1:3 verloren die Emsländerinnen gegen den ASV Senden. Dabei zeigten sie phasenweise gute Leistungen, jedoch leisteten sie sich auch grobe Schnitzer.

Volleyball auf hohem Niveau bekamen die Zuschauer in der Halle am Brink im ersten Satz zu sehen. Die Gastgeberinnen leisteten sich nur wenige Fehler, allerdings agierte auch Senden hoch konzentriert und ging mit 10:6 in Führung – Spelles Coach Michael Spratte nahm seine erste Auszeit. Die Ansprache verfehlte ihre Wirkung zunächst nicht, allerdings baute der ASV seine Führung zwischenzeitlich auf 13:8 aus. Die Schwarz-Weißen kamen immer wieder heran, doch sobald die Gäste ihre Schlagzahl vor allem im Angriff erhöhten, zeigte die Spratte-Truppe Schwächen – 12:18. Kampfgeist bewiesen die Emsländerinnen jedoch zu jeder Zeit, sie steckten schlichtweg nicht auf und kamen bis auf 17:19 heran. „Der erste Satz war wirklich gut, nur den Anfang haben wir verpennt“, sagte Spratte. Eine völlig ausgeglichene Partie entwickelte sich. Durch einen beeindruckenden Lauf glich Spelle letztlich zum 20:20 aus. Ein Jubelschrei durchflutete die Halle am Brink, als Maren Rekers nach einem beeindruckenden Ballwechsel zum 22:22 ausglich. 25:25, 26:26, 27:27 – die Mannschaften schenkten sich nichts. Letztlich ging der Satz mit 29:27 an Senden. „Den einen Satzball mussten wir machen. Dann wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen“, berichtete Spratte. „Der zweite Satz war dann Mist.“

2. Satz: Spelles altes Muster

Holprig starteten die Spellerinnen in den zweiten Satz. Abstimmungsprobleme und krude Angriffe durchzogen ihr Spiel von Beginn an. Beim 7:12 hingen die Köpfe herunter. Da war der Blick auf die digitale Anzeige wahrlich keine Hilfe. Denn auch in der Folge kam Spelle nicht heran – 13:21. Der Block zeigte fortwährend enorm große Lücken, vorne fehlte schlichtweg die Durchschlagskraft. „Im Block war uns Senden überlegen“, erklärte Spelles Zuspielerin Annika Gartemann. Entsprechend deutlich und in dieser Höhe auch völlig verdient ging auch der zweite Durchgang an den Tabellenachten. Am Ende verloren die Spellerinnen den Satz mit 13:25, da sie einmal mehr in alte Muster verfielen.

3. Satz: Spelles alte Tugenden

Ausgeglichen gestalteten die Aufsteiger aus Spelle den dritten Satz und führten mit 9:7. Die Gastgeberinnen sorgten wieder dafür, dass die Zuschauer bei jedem Ballwechsel vollends mitgingen. „Der dritte Satz fühlte sich gut an“, sagte Gartemann. Mit dem neugewonnenen Selbstvertrauen erspielte man sich einen 15:10-Vorteil. Ein Selbstgänger war dieser Satz dennoch nicht. Die Sendenerinnen punkteten immer wieder, doch sobald sie herankamen, agierte Spelle wieder konzentrierter und brachte die Angriffe durch. Mit 25:18 brachte die Heimmannschaft den dritten Satz auf ihre Seite der Anzeigetafel.

4. Satz: Fiasko im vierten Satz

Einen klassischen Fehlstart leistete sich Spelle anschließend. Nach einer 8:0-Serie von Senden konnte man eine Stecknadel in der Halle am Brink hören. Ein wahres Fiasko erlebten die Anhänger der Gastgeberinnen im vierten Durchgang. „Da war das Spiel durch, Senden brauchte nur noch mit 80 Prozent Einsatz spielen“, sagte Spratte. „Ich konnte kaum reagieren. Jennifer Kulüke hatte Probleme an den Fingern und konnte nicht schmettern, Sarah Feldkämper ging gesundheitlich angeschlagen in die Partie.“ Der Acht-Punkte-Rückstand war nicht das Schlimmste. Über 4:14 und 5:15 hieß es am Ende 9:25. Die elfte Saisonniederlage der Spellerinnen war besiegelt. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt weiterhin vier Punkte – die Luft wird enorm dünn für den SC Spelle-Venhaus. Die Art und Weise, wie der vierte Durchgang abgegeben wurde, war definitiv ein Tiefpunkt in dieser Serie.