Vielseitigkeitsreiterin des RV Ganderkesee Sandra Auffarth setzt sich für Europameisterschaften 2021 ein

Spricht sich dafür aus, dass 2021 Europameisterschaften ausgetragen werden: Sandra Auffarth. Sie gehört mit Viamant du Matz zum Olympiakader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.Spricht sich dafür aus, dass 2021 Europameisterschaften ausgetragen werden: Sandra Auffarth. Sie gehört mit Viamant du Matz zum Olympiakader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.
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Ganderkesee. Die Doppelweltmeisterin und Olympiamedaillengewinnerin Sandra Auffarth, Vielseitigkeitsreiterin des RV Ganderkesee, hat sich mit anderen Stars ihres Sports dafür ausgesprochen, dass 2021 Europameisterschaften ausgetragen werden. Das war erfolgreich.

Der Blick geht nach vorn. Seit Oktober ist die Saison 2020 der Vielseitigkeitsreiter zu Ende. Das Wettkampfjahr 2021 wird für sie wohl im März starten. Es zeichnet sich ab, dass es für die Weltklassesportlerinnen und -sportler wie Sandra Auffarth, die für den RV Ganderkesee startet, die Möglichkeit gibt, sich für den Start bei zwei Championaten zu qualifizieren. Das ist nicht zuletzt einer Initiative der deutschen Spitzenreiter um Michael Jung aus Horb, Ingrid Klimke aus Münster und Auffarth zu verdanken, die sich für die Austragung von Europameisterschaften eingesetzt haben – trotz der Verschiebung der Olympischen Spiele.

Michael Jung ergreift die Initiative 

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Die vergangene Vielseitigkeits-Saison war von den Absagen vieler Turniere geprägt, deren Austragung die Corona-Pandemie unmöglich gemacht hatte. Für die Spitzensportlerinnen und -sportler gehörte dazu auch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr in den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 8. August 2021. Die hatte dazu geführt, dass der Weltreiterverband (FEI) die Europameisterschaften der drei Reitsportdisziplinen absagte, die für 2021 angesetzt waren. Das wurde für die Spring- und Dressurreiter allerdings längst wieder rückgängig gemacht. Vom 30. August bis 4. September geht es in Riesenbeck (Springen) und vom 7. bis 12. September in Hagen am Teutoburger Wald (Dressur) um die Medaillen. In der Vielseitigkeit tat sich lange nichts, ehe Jung einen wichtigen Impuls gab. Der 38-Jährige, der jeden großen Titel mindestens einmal gewonnen hat, ging mit dem Wunsch nach einer EM an die Öffentlichkeit. Jung erhielt schnell prominente Unterstützung, unter anderem von Auffarth und Klimke, die die amtierende Europameisterin ist. "Für unseren Sport ist es mehr als wichtig, dass wir eine Veranstaltung wie die Europameisterschaften haben (vor allem aufgrund der Tatsache, dass bei den Olympischen Spielen nur drei Reiter pro Nation vertreten sein werden), und zwar für alle Beteiligten: Reiter, Besitzer, Pfleger, Züchter, Fans und Familien und alle unsere Sponsoren", schrieb Klimke auf ihrer Facebook-Seite. All das hatte Erfolg. Die FEI hat ein Bewerbungsverfahren eröffnet, teilte der Verband vor kurzem mit. 

Sandra Auffarth hofft auf weitere Chance

„Es ist immer eine ganz besondere Ehre, an einem internationalen Championat teilnehmen zu dürfen. In den vergangenen Jahren hatte ich öfter diese großartige Möglichkeit und jedes einzelne Championat weckt tolle Erinnerungen und einzigartige Momente“, ergänzte Auffarth, Doppelweltmeisterin und Olympiamedaillengewinnerin, in ihrer Erklärung, warum sie sich für die Europameisterschaft ausgesprochen hat, auf ihrer Facebook-Seite: „Das Bestreiten eines Championats ist ein absolutes Highlight – das, worauf wir das ganze Jahr hinarbeiten!“ Die Vielseitigkeitsreiter seien noch optimistisch, dass die Olympischen Spiele in Tokio ausgetragen werden können, „aber keiner weiß, wie sich die Lage entwickelt“. Die EM würde auch den Vielseitigkeitsreitern eine weitere Chance bieten. Sie wäre entweder das zweite Jahreshighlight oder der absolute Höhepunkt.

Die Bergedorferin wurde mit den Pferden Viamant du Matz und Let's Dance in den so genannten Olympiakader 2021 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung berufen. Das ist die Nationalmannschaft ihrer Sportart. Auffarth gehört damit zu denjenigen, die für die Bundestrainer und das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei die ersten Kandidaten für einen Start bei den Spielen und einer möglichen EM sind. Außer Auffarth wurden Klimke und Jung sowie die Warendorferin Julia Krajewski und Andreas Dibowski aus Döhle für diesen Kader nominiert.

EM-Bewerbung aus der Schweiz

Ein möglicher Veranstalter für die Europameisterschaften steht schon bereit. Das Organisationsteam, das jährlich eine internationalen Veranstaltung im schweizerischen Avenches ausrichtet, hat sich für deren Austragung vom 23. bis 26. September beworben. Es habe sein Dossier „bei der FEI eingereicht“, sagte Mitorganisator Dominik Burger der „Pferdewoche“. Die FEI habe den Eingang bestätigt. Der Bewerbungsprozess laufe bis zum 15. Januar, berichtete der Weltreiterverband. Sein Vorstand werde im März eine Entscheidung bekanntgeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die intensive Vorbereitung auf die Vielseitigkeits-Saison 2021 mit der Aussicht auf mindestens einen besonderen, einen ganz großen Wettkampf begonnen werden kann, ist also sehr groß. 


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