Kreisreiterverband Delmenhorst Die Vorsitzende Gisa Beckmann blickt optimistisch nach vorn

Trotz der Corona-Pandemie konnten die Meisterschaften 2020 des Kreisreiterverbands Delmenhorst über die Bühne gehen: Im M-Springen ging der Titel an Loort Fleddermann (RC Hude) auf Sir Henrie.Trotz der Corona-Pandemie konnten die Meisterschaften 2020 des Kreisreiterverbands Delmenhorst über die Bühne gehen: Im M-Springen ging der Titel an Loort Fleddermann (RC Hude) auf Sir Henrie.
Nico Nadig

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Die Corona-Pandemie hat in der Saison 2020 nicht nur für weniger, sondern auch für eine andere Art von Reitturniere im KRV Delmenhorst gesorgt. Die Vorsitzende Gisa Beckmann zieht eine Bilanz und schaut optimistisch in die Zukunft.

Die Corona-Pandemie hat zur Absage vieler Veranstaltungen geführt, davon war natürlich auch der Reitsport betroffen. So hat die Anzahl der Turniere in Deutschland und damit auch im Pferdesportverband Weser-Ems (PSVWE) abgenommen. Nach Aussage des PSVWE werden bis zum Ende dieses Jahres ungefähr 160 Turniere ausgerichtet worden sein – halb so viele wie in 2019. Im Kreisreiterverband Delmenhorst wurde vor allem zu Beginn der Pandemie, also im April und im Mai, eine Vielzahl von Events abgesagt. „Damit ist ja schon fast eine halbe Saison weggefallen. Ab dem Moment, an dem Turniere wieder möglich waren, ist die Saison aber angelaufen“, berichtet Gisa Beckmann, Vorsitzende des KRV Delmenhorst. 

Ausrichter wahren finanzielles Gleichgewicht

Allerdings verliefen die Turniere, die ausgetragen wurden, anders als in der Vergangenheit. Vor allem waren sie weniger umfangreich. „Es konnten nicht mehr drei oder vier Prüfungen parallel ausgetragen werden. Gleichzeitig haben die Vereine aber auch gewisse Fixkosten. Der Sanitätsdienst nimmt das gleiche Geld, egal ob zehn oder 20 Prüfungen anstehen“, erklärt Beckmann. Corona-Zulagen und die Minimierung oder sogar die Streichung von Preisgeldern ermöglichten es den Vereinen, trotzdem Turniere auszurichten und dabei ein finanzielles Gleichgewicht zu wahren. Beckmann sagt:  

„Alle Organisatoren waren eigentlich zufrieden mit diesen Veranstaltungen.“

Die Pandemie wirkte sich allerdings nicht nur auf die Rahmenbedingungen der Turniere aus, sondern auch auf das „Erlebnis“. „Durch die Hygienekonzepte blieben die Reiter danach nicht zum Zugucken“, erzählt Beckmann. Und eben damit hätten sich einige schwergetan. Schließlich habe der Fokus für viele ländliche Reiter in der Vergangenheit oftmals auch auf dem geselligen Zusammensitzen gelegen. „Am Anfang haben sich alle gefragt, wie das klappen soll“, berichtet die KRV-Vorsitzende. Letztendlich hätten sich alle Sportler aber darauf eingelassen und eingestellt.

Drang zur Geselligkeit

Darauf eingestellt, jedoch keinesfalls daran gewöhnt. Zumindest hat Beckmann bei vielen Reitern einen Drang zur Geselligkeit wahrgenommen. „Ich glaube auch nicht, dass der einschläft. Ich gehe davon aus, dass der voll zurückkommt – sobald es möglich ist“, sagt sie. Bis es soweit ist, müssen sich die Sportlerinnen und Sportler aber noch gedulden. Denn von einer kompletten Normalisierung des Turniersports ist im nächsten Jahr nicht auszugehen, meint die KRV-Vorsitzende. Sie geht davon aus, dass viele Veranstalter vorsichtiger und in einem kleineren Rahmen planen werden. Warum? Beckmann erklärt: „Niemand möchte nachher durch neue oder veränderte Auflagen in Schwierigkeiten kommen. Aber wir sind guter Dinge, dass ein Turnierleben stattfinden kann.“ Die Rückmeldungen einer Befragung der Vereine des Kreisverbandes ließen diesen Rückschluss jedenfalls zu. So seien ähnliche Ausschreibungen wie in diesem Jahr geplant – auch bezüglich der Kreismeisterschaften und der Qualifikationen.

Zusatzkosten wieder senken 

Letztendlich blickt die KRV-Vorsitzende positiv in die Zukunft. Wenngleich sie eine mögliche Gefahr für die ländlichen Turniere sieht. Welche genau? Nun, dass eine Senkung wegen der Corona-Krise erhöhten Nenngelder ausbleibt und die Basis um den Nachwuchs dadurch geschwächt wird. „Aufgrund der Situation tragen alle diese Zulage noch mit. Aber ich kenne viele, die ihre Starts bei Turnieren reduzieren würden, wenn die Preise so bleiben“, berichtet Beckmann und meint weiter: „Die, die weniger Geld haben, gehen weniger auf Turniere, haben dadurch weniger Routine und oftmals ohnehin schon schwächere Pferde.“ Um die Basis zu stärken und aufzubauen, müssten diese Zusatzkosten entfallen, sobald der Grund dafür nicht mehr besteht.


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