Fußball-Bezirksliga SV Tur Abdin bezwingt den FC Hude dank Keeper Marc Ibrahim

Der SV Tur Abdin Delmenhorst gewann beim FC Hude und feierte nicht nur den Siegtorschützen Jonas Yildiz. Foto: Daniel NiebuhrDer SV Tur Abdin Delmenhorst gewann beim FC Hude und feierte nicht nur den Siegtorschützen Jonas Yildiz. Foto: Daniel Niebuhr

Hude. In der Fußball-Bezirksliga machen die Individualisten für den SV Tur Abdin Delmenhorst den Unterschied gegen den FC Hude.

Fußball-Statistiken sind auch nicht so lückenlos, wie Fußball-Statistiker es der Welt gern weismachen. Es gibt zum Beispiel kein Datenmaterial zu den Gesichtsausdrücken von Trainern, weshalb man nicht genau sagen konnte, ob Andree Höttges am Sonntag einen persönlichen Saisonrekord für das breiteste Grinsen aufgestellt hat – man konnte aber schwer davon ausgehen. Der manchmal etwas kritisch dreinblickende Coach des SV Tur Abdin war nach dem hochspannenden 2:1 (1:1) beim FC Hude so gelöst wie vielleicht noch nie in dieser Bezirksliga-Saison; schwer erkämpfte Siege schmecken ja meistens am besten. „Kompliment an die Jungs, sie haben sich endlich mal durchgekämpft“, sagte Höttges. Seine Mannschaft verteidigte den dritten Platz und ist der höchst inoffizielle Tabellenführer der Clubs, die nicht aus Wilhelmshaven kommen.

Foto: Daniel Niebuhr

Tur Abdins Trainer hatte aber auch viel Anerkennung für den Gegner, der „sich ärgern wird – das würde ich jedenfalls an seiner Stelle tun“. Tatsächlich waren die Huder, die nur noch zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben, nach dem gutklassigen Spiel auf Kunstrasen aber nur kurz enttäuscht, Trainer Lars Möhlenbrock war mit seinem Team jedenfalls im Reinen: „Wir haben die Zweikämpfe angenommen und viele davon gewonnen. Ich kann niemandem etwas vorwerfen. Manchmal ist es eine Frage des Spielglücks.“ 

Besonders auf eine Szene traf das zu, die letztlich über die Punkteverteilung entschied. In der 83. Minute parierte Tur Abdins überragender Schlussmann Marc Ibrahim einen Foulelfmeter von Ingmar Peters und verhinderte das Huder 2:2. „Wir können uns bei Marc bedanken“, sagte Höttges, der aber auch fand, „dass der Sieg verdient war.“

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Zumindest hatte sein Team die besseren Individualisten, Lenker Can Blümel zum Beispiel, der an beiden Toren beteiligt war. Nach der gut herausgespielten Huder Führung durch Nils Sandau in der 24. Minute glich Blümel vier Minuten später aus. Den Foulelfmeter, den er verwandelte, hatte Aho Hanno herausgeholt, der vom sonst starken Baris Sarikaya berührt worden war. Blümel bereitete das Siegtor durch Jonas Yildiz in der 79. Minute mit einem traumhaften Diagonalpass über 30 Meter vor; der enteilte Yildiz schob ein, nachdem Teamkollege Simon Matta aus ähnlicher Position drei Minuten zuvor am Huder Schlussmann Christopher Schnake gescheitert war. „Solche Pässe kann Can eben“, sagte Höttges. 

Fast im Gegenzug gab es den erwähnten Strafstoß für Hude, nachdem Ibrahim einen Freistoß von Ole Schöneboom spektakulär pariert hatte und im allgemeinen Gewühl danach Hudes Jannik Meyer gefoult wurde. Doch Ibrahim hielt auch den Strafstoß und sorgte dafür, dass sich sein Team langsam oben festsetzt. „Ich bin ja nie zufrieden“, sagte Höttges. „Ich glaube, dass da noch einiges mehr drin ist. Wir könnten noch weiter oben stehen, aber dafür haben wir zu viel liegen gelassen.“


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