Bundeschampionat in Wardendorf Riesenjubel nach Überraschungssieg von Antonia Busch-Kuffner

Von Nico Nadig

Jubel über den Bundeschampionatstitel: Antonia Busch-Kuffner und Double Diamond AK. Foto: Nico NadigJubel über den Bundeschampionatstitel: Antonia Busch-Kuffner und Double Diamond AK. Foto: Nico Nadig

Warendorf/Ganderkesee. Dressurreiterin Antonia Busch-Kuffner vom RV Ganderkesee sorgt beim Bundeschampionat in Warendorf für eine faustdicke Überraschung. Sandra Auffarth verpasst dagegen den Sieg.

Ein kurzer, aber unüberhörbarer Jubelschrei, zig Umarmungen und sogar die eine oder andere Freudenträne: Bei Antonia Busch-Kuffner und ihrem Anhang brachen bei der finalen Ergebnisverkündung alle Dämme. Verständlich, immerhin stand damit fest, dass das 14-jährige Dressurtalent mit dem Hengst Double Diamond AK das Finale der sechsjährigen Dressur-Ponys beim 26. Bundeschampionat gewonnen hatte. „Damit hätte ich niemals gerechnet, das kommt total unerwartet. Es hat so Spaß gemacht“, freute sich Busch-Kuffner, die ihr Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam.

Der Sieg des Duos beim Turnier in Warendorf, das 35 600 Besucher anzog, kam in vielerlei Hinsicht überraschend: So verpasste die Team-Vizeeuropameisterin mit ihrem Hengst die direkte Qualifikation für das Finale und musste stattdessen den Umweg über das kleine Finale nehmen – hier gewann sie mit der Wertungsnote 8,5. In der Abschlussprüfung merkte man dem Hengst dann durchaus die Müdigkeit an, trotzdem präsentierte er sich in dem großen Viereck stark und erhielt von den Wertungsrichtern die letztlich gewinnbringende Note 8,2. 

Nächster Halt: Deutsche Meisterschaft

Was den Sieg abgesehen vom Weg ins Finale noch besonders gemacht hat? Die Reiterin des RV Ganderkesee und Double Diamond AK bilden erst seit diesem Jahr ein Team. Zuvor ritt Busch-Kuffners Vereinskollegin Rebecca Horstmann den Hengst – die 19-jährige Team-Europameisterin von 2016 und 2017 fieberte sogar vor Ort mit. „Es war nicht einfach mit ihm zu Beginn“, berichtete Antonias Mutter Silvia Busch-Kuffner: „Ihm hat das Vertrauen in Antonia gefehlt. Wir hatten nur wenig Zeit, aber es hat geklappt.“ Die erfahrene und erfolgreiche Dressureiterin traut dem Hengst noch viel zu. Sie ist überzeugt davon, dass das Pony Potenzial für die großen internationalen Wettkämpfe besitzt.

Potenzial besitzen auch zweifelsohne die beiden anderen Ponys, die Antonia Busch-Kuffner bei Deutschlands größter Pferdezuchtschau vorgeführt hat. Sowohl Kastanienhof Crimson Gold wie auch Olli’s Son qualifizierten sich für das Finale der fünfjährigen Dressur-Ponys. Allerdings zeigten sich beide etwas beeindruckt von der großen Kulisse, sodass es für Crimson Gold zu Rang neun und Olli’s Son zu Platz zwölf reichte. Und apropos große Kulisse: Schon an diesem Wochenende steht für das 14-jährige Dressurtalent mit den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften in Zeiskam das nächste Turnier an. Hier wird sie mit Kastanienhof Cockney’s Cracker starten. Mit ihm hat sie sich in Rastede bereits zur Landesmeisterin gekürt. „Cockney ist auch ein Hengst. Und bei ihm steht und fällt es mit dem Benehmen“, blickte Silvia Busch-Kuffner voraus.

Pauline Knorr auf Rang sechs

Auch die ehemalige Vielseitigkeits-Doppelweltmeisterin Sandra Auffarth, ebenfalls vom RV Ganderkesee, hatte im Vorfeld mehrere Nachwuchspferde für das Turnier qualifiziert. Mit Bounce startete sie bei den fünfjährigen Vielseitigkeitspferden. Und der Wallach hinterließ einen vielversprechenden Eindruck. In der Dressur und im Springen wusste er zu überzeugen, sodass es für ihn und Auffarth vom Spitzenplatz aus ins Gelände ging. Hier lief jedoch nicht alles ganz glatt: In den Wendungen hatten Bounce und Auffarth Probleme, außerdem überschritten sie die erlaubte Zeit. Das kostete den Bundeschampionatstitel, doch es reichte zu Bronze. 

Sandra Auffarth und Bounce ritten zu Bronze beim Bundeschampionat in Warendorf. Foto: Nico Nadig

„Insgesamt bin ich zufrieden. Bounce besitzt viel Qualität. Er macht jetzt eine Pause und dann schauen wir im nächsten Jahr weiter“, sagte die Bergedorferin. Kurz nach dem Geländeritt saß sie schon wieder im Sattel. Im Finale der fünfjährigen Springpferde blieb Auffarth auf dem Schimmel Tornado MT jedoch ohne Wertung, nachdem sie einen Steher verzeichnet und die erlaubte Zeit überschritten hatte. 

Unterdessen bestritt Auffarths Mitarbeiter Nils Trebbe mit der Stute Indira das kleine Finale der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde. Mit der Wertungsnote 7,9 platzierte sich das Duo auf dem sechsten Rang. „Indira hat ein gutes Springvermögen, kennt aber noch gar nicht so viel“, sagte die Bergedorferin über ihre selbstgezüchtete Stute. In einem kleinen Finale stand ebenfalls die RVG-Reiterin Pauline Knorr: Auf der Stute Aveolet M-A-F landete sie bei den fünfjährigen Vielseitigkeitspferden mit der Note 8,0 auf Rang sechs. Ein Ergebnis, das sie durchaus zufrieden stimmte. Marvin Drenkhahn von der TG Wohlde zog derweil mit zwei Pferden ins kleine Finale der fünfjährigen Springpferde ein. Auf Tailormade Chalon Sem platzierte er sich mit der Note 7,7 auf Rang elf, auf Tailormade Chussuri reichte es zu Platz 17 (7,3).


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