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Fußball-Oberliga Dennis Mooy und Rekordspieler Thomas Mutlu verlassen den SV Atlas

Thomas Mutlu (links) verlässt den Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst. Foto: Rolf TobisThomas Mutlu (links) verlässt den Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst. Foto: Rolf Tobis
Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Defensivspieler Thomas Mutlu und Dennis Mooy lösen ihren Vertrag beim Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst auf.

Große Spiele bringen in der Regel auch große Bilder hervor, der Fußball hat sich in dieser Hinsicht ja mehrfach schon als besonders ergiebig erwiesen. Das Niedersachsenpokalfinale des SV Atlas gegen den TuS Bersenbrück war genau so ein Fall, das überraschende 3:2 war die Krönung von sieben Jahren Arbeit für die Verantwortlichen und der größte Erfolg des Delmenhorster Männerfußballs seit Jahrzehnten – entsprechend ausgelassene Fotos konnte man von den Feierlichkeiten bestaunen.

Natürlich war auch Thomas Mutlu dabei mittendrin, der beinharte Dauerläufer im Atlas-Kader hatte sich mit dickem Oberschenkel 90 Minuten als Aushilfs-Linksverteidiger in jeden Zweikampf geworfen, weshalb für ihn auch kein Party-Schnappschuss mit Weißbierglas symbolisch war, sondern eine Szene vom Spielfeld: Mutlu, wie er den einen Kopf größeren Bersenbrücker Malik Urner im Blickduell ins Visier nimmt – und schon klarmacht: An mir kommt heute keiner vorbei. Ein klassischer Mutlu, könnte man sagen.

Furchtlos: Thomas Mutlu (links) war in 157 Spielen für den SV Atlas eine Säule in der Defensive – so auch im Niedersachsenpokalfinale gegen den TuS Bersenbrück um Malik Urner. Foto: Rolf Tobis

Er hatte damals noch nicht ahnen können, dass er an diesem denkwürdigen Tag in Hannover sein letztes Pflichtspiel für Atlas machen würde – doch so scheint es nun zu kommen. Nach 157 Spielen, sieben Toren und 12913 Einsatzminuten in vier verschiedenen Ligen verlässt Mutlu den Club als Rekordspieler mit bisher unbekanntem Ziel – Oberliga-Rivale TB Uphusen soll bereits Interesse bekundet haben. Mutlu hat sich am Montagabend von der Mannschaft verabschiedet – und war dabei nicht allein. Auch Abwehrmann Dennis Mooy wird nicht mehr für Atlas spielen, nach einer Saison muss er aus beruflichen Gründen kürzertreten.

Von der Kreis- in die Oberliga

Die beiden Abgänge kamen einerseits unerwartet, andererseits auch nicht. Mutlu hat in dieser Saison unter dem neuen Trainer Key Riebau noch kein Spiel für Atlas gemacht, was den Fan-Liebling nach sechs Jahren als Stammspieler verständlicherweise ärgert. Dennoch spricht er über seine selbst gewünschte Vertragsauflösung relativ entspannt. „Ich mache niemandem einen Vorwurf, so ist Fußball nun mal“, sagte der 29-Jährige. „Ich hatte bei Atlas eine unglaubliche Zeit, für die ich einfach dankbar bin.“

Mutlu war 2013 vom VfB Oldenburg zum damaligen Kreisliga-Aufsteiger Atlas gewechselt und ist – mit einer schmerzhaften Ehrenrunde in der Bezirksliga – mit dem Verein bis in die Oberliga durchmarschiert. „Es gab tolle Erfolge, aber auch Rückschläge wie den verpassten Landesliga-Aufstieg in Wildeshausen 2015. Aber wir sind immer zusammen aufgestanden und haben den Verein zu dem gemacht, was er heute ist“, sagte er. Der Sportliche Leiter Bastian Fuhrken, selbst Gründungsmitglied, zog zum Abschied noch einmal den Hut vor dem Mann mit der Nummer 4: „Thomas hat in sechs Jahren bis auf einen alle Aufstiege mit uns gefeiert und einen großen Anteil am Erfolg.“ 

Foto: Rolf Tobis

Mooy war im vergangenen Sommer vom BV Cloppenburg gekommen und stand dank seines Einsatzwillens in 28 Partien auf dem Platz – auch er geht im Guten. „Der Schritt kam natürlich für alle etwas überraschend. Da ich den Fokus aber mehr auf das Berufliche lenken möchte, ist es mir zeitlich nicht mehr möglich, auf dem Niveau zu trainieren und somit auch zu spielen“, sagte der 28-Jährige.

Fuhrken wünschte beiden alles Gute, bekannte aber auch: „Solche Abgänge sind unangenehm. Sie gehören aber leider zu unserem Fußball-Alltag dazu.“ Der Atlas-Kader geht damit – sollte es nicht weitere Abschiede geben – mit 25 Spielern in die restliche Saison. Bis zum Schluss der Transferperiode am 31. August könnten die Delmenhorster auf dem Transfermarkt noch nachlegen. „Wir müssen aber nicht“, sagte Fuhrken: „Das Vertrauen in unseren Kader ist sehr groß.“


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