Toyota-Engelbart-Cup 2019 Heimturnier ist für HSG Delmenhorst Gradmesser und Pokerspiel

Auch in der Vorbereitung kann es hart zur Sache gehen: Frederic Oetken (am Ball) gewann mit der HSG Delmenhorst im Vorjahr das Spiel gegen den dänischen Drittligisten Nørre Djurs HK – und später das Turnier. Foto: Rolf TobisAuch in der Vorbereitung kann es hart zur Sache gehen: Frederic Oetken (am Ball) gewann mit der HSG Delmenhorst im Vorjahr das Spiel gegen den dänischen Drittligisten Nørre Djurs HK – und später das Turnier. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der Toyota-Engelbart-Cup ist das wichtigste Vorbereitungsturnier für die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst.

Bei der HSG Delmenhorst kennt man eigentlich keine Gnade, für einen WM-Teilnehmer hat man aber doch mal ein Auge zugedrückt. US-Nationalspieler Marko Babic durfte nach der U21-Weltmeisterschaft und kurzer Sommerpause in Serbien ausnahmsweise einen Tag später ins Trainingslager des Handball-Oberligisten im Delmenhorster Stadion reisen, dafür wartete bei seiner Ankunft aus Belgrad am Samstag schon Vereinsvorsitzender Jürgen Janßen am Flughafen und brachte ihn höchstpersönlich zu den Teamkollegen – man sollte auch nicht mehr Zeit als nötig verschwenden.

Starkes Feld

Am Wochenende können sich Babic und die anderen Neu-Delmenhorster Silas Schumacher, Lennart Witt und Mario Reiser schon einmal unter Wettkampfbedingungen mit ihrem neuen sportlichen Arbeitsplatz vertraut machen. Am Freitag beginnt um 18 Uhr in der Stadionhalle mit dem Toyota-Engelbart-Cup das wichtigste Turnier der Vorbereitung, bei dem ausschließlich Gegner auf Augenhöhe warten. Neben den Oberliga-Konkurrenten SV Beckdorf, HSG Schwanewede/Neuenkirchen und TSG Hatten-Sandkrug sind die Bundesliga-A-Jugend des HC Bremen und der dänische Drittligist Nørre Djurs HK zu Gast. Jeder spielt eine reguläre Halbzeit gegen jeden, die beiden besten Teams erreichen das Finale am Samstag.

Es ist nur ein Vorbereitungsturnier drei Wochen vor dem Ligastart – und für die Delmenhorster doch etwas mehr. „Wir sind als Gastgeber natürlich in der Pflicht, uns gut zu präsentieren“, betont Janßen – auch deshalb, weil die HSG Titelverteidiger ist. 2018 bezwang Delmenhorst im Finale den ATSV Habenhausen mit 13:11, der Finalist aus Bremen hätte dieses Mal gern Revanche genommen, ist aber anderweitig beschäftigt: Der Deutsche Amateurpokalsieger spielt am Samstag im Erstrundenturnier des DHB-Pokals in der Bremer ÖVB-Arena gegen den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf.

Toyota-Engelbart-Cup

Der Spielplan
Freitag, 18 Uhr: TSG Hatten-Sandkrug - HSG Schwanewede/Neuenkirchen.
18.40 Uhr: HSG Schwanewede/Neuenkirchen - SG HC Bremen/Hastedt (MJA).
19.20 Uhr: SV Beckdorf - Nørre Djurs HK.
20 Uhr: SG HC Bremen/Hastedt (MJA) - HSG Delmenhorst.
20.40 Uhr: TSG Hatten-Sandkrug - SV Beckdorf.
21.20 Uhr: HSG Delmenhorst - Nørre Djurs HK.

Samstag, 11.30 Uhr: Hatten-Sandkrug - HSG Delmenhorst.
12.10 Uhr: SG HC Bremen/Hastedt (MJA) - Nørre Djurs HK.
12.50 Uhr: HSG Schwanewede/Neuenkirchen - Beckdorf.
13.30 Uhr: Nørre Djurs HK - TSG Hatten-Sandkrug.
14.10 Uhr: SV Beckdorf - SG HC Bremen/Hastedt (MJA).
14.50 Uhr: HSG Delmenhorst - HSG Schwanewede/Neuenkirchen.
15.30 Uhr: TSG Hatten-Sandkrug - SG HC Bremen/Hastedt (MJA).
16.10 Uhr: SV Beckdorf - HSG Delmenhorst.
16.50 Uhr: HSG Schwanewede/Neuenkirchen - Nørre Djurs HK.
17.40 Uhr: Finale.

Dennoch wird das Kräftemessen in Delmenhorst heiß umkämpft sein. „Es lohnt sich in jedem Fall, dabeizusein“, sagt Janßen, dessen Club auch deshalb die Favoritenbürde trägt, weil die HSG als Oberliga-Fünfter der vergangenen Saison von allen Teilnehmern am besten platziert war. Der Engelbart-Cup war zuletzt oft ein guter Gradmesser für das, was danach kommt. Im Vorjahr spielte Sieger Delmenhorster eine glänzende Saison in der Oberliga, 2017 hatte man nach dem Finaleinzug und der knappen Niederlage gegen den VfL Edewecht die souveräne Meisterschaft in der Verbandsliga gefeiert. Und Edewecht war überraschend Oberliga-Vizemeister geworden. „Es legen beim Turnier natürlich nicht alle ihr komplettes Blatt auf den Tisch. Ein bisschen gepokert wird schon noch“, sagt Janßen. „Ein Turniersieg garantiert dir ja nichts für die Saison.“ Weshalb Trainer Jörg Rademacher auch schon mal vorsorglich um Nachsicht bittet, falls die Ergebnisse beim Engelbart-Cup nicht immer stimmen: „Natürlich wollen wir gewinnen, das ist klar, aber es gibt auch Abläufe, die sich einfach einspielen müssen.“

Bisher kaum Verletzungen

Die Mannschaft ist erst Babic’ Ankunft aus Belgrad am Samstag komplett zusammen, bisher hat Rademacher hauptsächlich an der Athletik gearbeitet. Im Gegensatz zur Vorsaison, in der die Vorbereitung durch etliche Verletzungen behindert wurde, sind dieses Mal alle fit, abgesehen von einer leichten Blessur bei Kreisläufer Marcian Markowski. „Das läuft jetzt viel besser, ich hoffe inständig, dass es so bleibt“, sagt Rademacher. Für sein Team wird es am Freitag ab 20 Uhr gegen die A-Jugend des HC Bremen richtig ernst. 


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