1. Fußball-Kreisklasse Fehlstart für drei Delmenhorster Clubs perfekt

Von Andreas Bahlmann

Der Tabellenführer nach dem zweiten Spieltag in der 1. Fußball-Kreisklasse ist Aufsteiger Beckeln Fountains. Symbolfoto: Rolf TobisDer Tabellenführer nach dem zweiten Spieltag in der 1. Fußball-Kreisklasse ist Aufsteiger Beckeln Fountains. Symbolfoto: Rolf Tobis

Delmenhorst. In der 1. Fußball-Kreisklasse haben drei Delmenhorster Clubs einen Fehlstart hingelegt: TV Jahn II, DTB und der DBV. Tabellenführer ist Aufsteiger Beckeln Fountains.

TV Jahn Delmenhorst II : Beckeln Fountains 1:7.

Nur in einem Punkt waren sich beide Trainer nach dem Spiel einig: „Das Ergebnis hätte auch noch höher, sogar zweistellig ausfallen können.“ Jahns Trainer Frank Oehlmann versuchte gar nicht erst, die von seiner Mannschaft gezeigte Leistung irgendwie zu beschönigen: „Das war ein Totalausfall. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen und schon gar nicht in die Zweikämpfe.“ Die Beckeln Fountains waren sofort präsent und unterbanden von Anfang mit konsequentem Zweikampfverhalten und einer geschlossenen Mannschaftsleistung jegliche Jahner Hoffnungen auf einen Punktgewinn. Nach der vom Spielverlauf her schon fast logischen 5:0-Führung der Fountains durch einen Viererpack von Timo Gralleer (3., 29., 36.,58.) und sowie einem Tor von Jonas Evers (61.), gönnten sich die Gäste eine kleine Nachlässigkeit und Arne Bohlen erzielte den Ehrentreffer zum 1:5 (63.) für den TV Jahn II. Die Beckelner antworteten drei Minuten später mit dem 6:1 durch Lennart Lange, der auch in der 90. Minute ein zweites Mal zum 7:1-Endstand traf. Beckelns Trainer Jupp Büsing freute sich über den zweiten Sieg des stark in die Liga gestarteten Aufsteigers und gab sich gönnerhaft: „Das war eine sehr klare Sache! Und das Gegentor ist kein Problem ...“

SV Achternmeer : SF Wüsting 4:2.

Trotz der Niederlage war Wüstings Trainer Florian Neumann „unter dem Strich ganz zufrieden“ mit der Leistung seiner Mannschaft: „Achternmeer war nicht zu stark für uns. Wir haben gut mitgehalten, aber den Gegner leider mit unseren eigenen Fehlern wiederholt zu Gegentoren eingeladen.“ Zu einer ähnlichen Beurteilung des Spiels kam auch SV-Trainer Mario Ranke: „Es war nicht leicht, weil Wüsting immer wieder zurückkam. Wir haben aber schon vieles besser gemacht als im ersten Spiel gegen Hude. Wir konnten die gegnerischen Fehler effektiv in Tore ummünzen, haben uns aber bei der Verwertung unserer eigenen Torchancen aus dem Spiel heraus zu schwer getan.“ Robin Johanning (30.,78.), Deniz Akmann (39.) und Lando Kropp (65.) brachten mit ihren Toren den SV Achternmeer auf die Siegerstraße, während Finn Littelmann und Christoph Waje mit ihren Anschlusstreffern zum 2:1 (63.) und 3:2 (70.) zwischenzeitlich die Wüstinger Hoffnungen auf einen Punktgewinn befeuerten.

Ahlhorner SV II : SV Tungeln 3:3 .

„War ein aufregendes Spiel mit einem gerechten Unentschieden. Der Schiedsrichter hatte auch nicht seinen besten Tag erwischt,“ kommentierte Ahlhorns Trainer Rene De Bortol das bisweilen hektische Spielgeschehen. Tungelns Trainer Jörg Gehrmann reagierte erleichtert, als das Spiel abgepfiffen wurde und mit einem Unentschieden endete: „Meine Jungs haben in diesem zerfahrenen Spiel gut gekämpft. Mund abputzen und auf´s nächste Spiel schauen!“ Zweimal führten die insgesamt spielerisch reiferen Gäste, aber die Ahlhorner kämpften sich mit robustem Kick & Rush immer wieder heran und schafften in der 65. Minute durch Bilal Oynak den Ausgleich. Mit einem Dreierpack 1., 20., 26.) hatte Rene Juergens die Tungeler zweimal in Führung geschossen, aber Daniel Lellek gelang mit zwei Toren der Ausgleich zum 1:1 (17.) und der Anschluss zum 2:3 (34.). Besonders die zweite Halbzeit war nach einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen von viel Unruhe und auch Platzverweisen auf beiden Seiten geprägt. Das Heimteam traf die Dezimierung zuerst, als Kevin Wiese für wiederholtes Foulspiel Gelb-Rot (78.) erhielt. Sieben Minuten später flog Tungelns Abwehrmann Tarek Otten nach einer Notbremse mit glatt Rot vom Platz.

Harpstedter TB II : TuS Heidkrug II 3:1.

„Wir wussten nicht, wie die Heidkruger auf das Unentschieden gegen den DTB reagieren würden,“ fragte sich HTB-Trainer Christian Goritz nach dem ersten Spieltag und setzte auf eine defensive Konterstrategie. Die Antwort der Heidkruger Zweiten auf die personellen Engpässe und die Trainerkrise war eine bunte Truppe mit kurzfristig zusammengetrommelten Aushilfen aus dem Nachwuchs- und Oldiebereich. A-Jugend-Torwart Philipp Seedorf stellte sich ins Gehäuse und Oldie Andreas Matzdorf hob den Altersdurchschnitt an. Aus dem Bezirksligakader der ersten Herren kam auch Unterstützung und deren Cheftrainer ging sogar mit gutem Beispiel voran: Selim Karaca schnürte zum ersten Mal seit fast fünf Jahren wieder als Spieler seine Fußballschuhe. Außerdem erhielten nach längeren Verletzungspausen Tobias Kruschke und Dion-Jaak Ohlsen mit ihren Einsätzen wertvolle Spielpraxis. Die offensiv ausgerichteten Heidkruger hatten mehr vom Spiel, gerieten aber nach gegnerischen Balleroberungen, durch zwei konsequent abgeschlossene Konter, mit 0:2 in Rückstand. Fabian Engeln (8.) und Nico Wegner (39.) erzielten die Harpstedter Halbzeitführung. In der zweiten Halbzeit gab das Heimteam mit vielen leichtfertigen Ballverlusten die Spielkontrolle aus der Hand und Marius Hamann erzielte für die Gäste in der 56. Minute den Anschluss zum 2:1. In der weiteren Spielfolge drückten die Heidkruger auf den Ausgleich, aber den Harpstedtern stand bei einem Latten- und Pfostentreffer und weiteren unkonzentriert vergebenen Torchancen des Gegners wiederholt das Glück zur Seite. In der 3. Minute der Nachspielzeit machte Wegner mit einem erneuten Kontertor zum 3:1 endgültig den Sack zu. „Wir haben verloren, aber es hat Spaß gemacht und ich habe tatsächlich Muskelkater in meinen Oberschenkeln – unfassbar!“ kommentierte Selim Karaca am Folgetag die Niederlage.

SV Tur Abdin Delmenhorst II : FC Hude III 3:1.

„Das war keine spielerische Glanzleistung von uns, aber es war schon okay. Wir konnten zeigen, dass wir in der Liga ankommen wollen und wir werden auf diesem Spiel weiter aufbauen,“ äußerte sich Turabdins Spielertrainer Benjamin Sen insgesamt zufrieden über den schmucklosen Sieg gegen Hudes Dritte. In einer von beiden Seiten fair geführten und kartenlosen Partie nutzte die Delmenhorster Aufsteigermannschaft konsequent ihre Torchancen und ging durch Treffer von Martin Demir (28.), sowie zweimal David Uyar (64. /F.E., 83.) mit 3:0 in Führung. Michael Schatke erzielte für die Gäste in der Nachspielzeit das 3:1 (90.+2) und stellte damit den Endstand her. In der 69. Minute musste das Spiel beim Stand von 2:0 für mehrere Minuten unterbrochen werden, weil sich Hudes Mittelfeldspieler Patrik Westermann bei einem Kopfballduell am Mittelkreis erhebliche Kopfverletzungen zuzog und mit einem Krankenwagen und Halskrause in die Klinik gebracht werden musste. Nach diesem tragischen Zwischenfall war die sonst so kampfstarke Huder Mannschaft nicht mehr in der Lage, sich gegen die Niederlage aufzubäumen. Der Sieg spielte am Ende für Benjamin Sen nur eine untergeordnete Rolle: „Ich weiß nicht, was mit ihm ist und wie es ihm geht, aber ich möchte dem Huder Spieler, auch im Namen meiner Mannschaft, auf diesem Wege alles Gute und baldige Genesung wünschen. Das ist viel wichtiger.“

Delmenhorster TB : FC Hude II 0:2.

„Wir haben 0:2 verloren, weil wir zwei Fehler gemacht haben. So einfach ist das!“ fasste DTB-Coach Thorsten Sander die Heimpleite kurz und knapp zusammen. Die vor dem Saisonstart als Mitfavorit um den Aufstieg gehandelte Huder Reserve hatte insgesamt etwas mehr vom Spiel, allerdings ohne sich daraus zwingende Torchancen zu erarbeiten. Sehr effizient bestraften sie hingegen die Nachlässigkeiten in den Delmenhorster Reihen mit Gegentoren. Nach einem katastrophalen Fehlpass von der Seitenlinie ins Zentrum vor dem eigenen Strafraum setzte Benjamin Westermann sofort nach und erzielte kurz vor der Pause das 0:1 (44.) für die Huder. In der 55. Minute machte DTB-Keeper Fabian Blaschke bei einem Freistoß eine etwas unglückliche Figur und Oliver Giehl erzielte das 2:0 (55.) für die Gäste. Das DTB-Team erarbeitete sich zwar genügend gute Torchancen, aber es fehlten einfach die Verwerter. „Hätten wir vorne ein oder zwei Stürmer, dann hätten wir auch unsere Tore gemacht und zumindest einen Punkt geholt. So stark war Hude nämlich nicht,“ war sich Sander sicher.

Delmenhorster BV : TV Munderloh II 2:2.

Nach einer gelb-roten Karte für BV-Kapitän Gregor Gawlista in der 52. Minute für wiederholtes Foulspiel, spielten die Delmenhorster fast vierzig Minuten in Unterzahl. „Die Jungs haben tolle Moral bewiesen und dem Siegeswillen der Munderloher erfolgreich standgehalten!“ lobte BV-Trainer Lorne Weisner die willensstarke und sehr geschlossene Leistung seiner Mannschaft. Die Delmenhorster starteten druckvoll in die Partie und Enrico Köhler erzielte das 1:0 (20.) für das Heimteam. „Danach stellten wir leider das Fußballspielen für eine Weile ein,“ ärgerte sich Weisner über die aus seiner Sicht unnötigen Gegentore, die den Spielstand drehten. Sören Frerichs glich in der 35. Minute aus und Patrick Seeger erzielte nach einem – laut Weisner „katastrophal verteidigtem Freistoß“ – das 1:2 (45.) kurz vor der Pause. Munderloh wollte nach dem Seitenwechsel nachlegen, aber das Heimteam hielt beherzt dagegen. Nach dem frühen Platzverweis für Gawlista rückten die Delmenhorstern zusammen und spekulierten auf Kontermöglichkeiten. In der 65. Minute stoppte Munderlohs Verteidiger Thomas Köhler seinen Namensvetter und Gegenspieler Enrico im eigenen Strafraum durch ein Foulspiel und Patrick Gawlista verwandelte den fälligen Strafstoß zum 2:2. Der Delmenhorster BV belohnte sich für seinen leidenschaftlichen Einsatz und brachte das Ergebnis über die Zeit. „Nach dem hatten wir, bei eigener Überzahl noch über zwanzig Minuten Zeit, aber wir haben es einfach nicht auf die Kette gekriegt,“ haderte TVM-Coach Norman Holzenkamp mit den vergebenen Hochkarätern und dem einen Punkt.


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