Fußball-Kreispokal 2019 Männer TSV Ganderkesee gewinnt Finale gegen TuS Heidkrug

Von Andreas Bahlmann

Da ist die Trophäe: Michael Koch, 2. Vorsitzender des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst (rechts), überreicht den Kreispokal an den TSV Ganderkesee. Foto: Rolf TobisDa ist die Trophäe: Michael Koch, 2. Vorsitzender des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst (rechts), überreicht den Kreispokal an den TSV Ganderkesee. Foto: Rolf Tobis
Rolf Tobis

Wardenburg. Der TSV Ganderkesee hat den Kreispokal gewonnen. Er setzte sich in Wardenburg im Finale 2018/19 des Wettbewerbs im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst gegen den TuS Heidkrug durch.


Das Ergebnis könnte auch etwas anderes vermuten lassen, doch das Finale des Kreispokal-Wettbewerbs 2018/19 im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst wurde, anders als in den beiden vorherigen Jahren, nicht im Elfmeterschießen entschieden. Der TSV Ganderkesee setzte sich in Wardenburg mit 4:3 (2:1) gegen den TuS Heidkrug durch. TSV-Coach Stephan Schüttel erhielt unmittelbar nach Spielende eine Sektdusche. Er strahlte natürlich trotzdem über das ganze Gesicht. „Jeder einzelne von uns hat es gewollt und hat sich in die Zweikämpfe reingehauen", schwärmte er von seinen Spielern, die als Außenseiter – sie trafen als Siebter der Kreisliga-Tabelle auf den Spitzenreiter – in das Endspiel gegangen waren. Schüttel sagte: 


"Die Mannschaft hat sich endlich so gezeigt wie wir es uns schon immer gewünscht haben.“
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Beide Teams, Schiedsrichter Moritz-Konstantin Bommers und seine Assistenten Keno Rademaker und Daniel Tönjes mussten sich zunächst in Geduld üben, denn das direkt zuvor ausgetragene Finale der Altherren, das der SV Atlas Delmenhorst mit 2:1 gegen die SG Großenkneten/Döhlen gewann, sorgte für eine 20-minütige Verzögerung des Anpfiffs. 

Ganderkesee setzt Heidkrug unter Druck

Unter den 400 Zuschauern waren viele TuS- und TSV-Fans. Die Ganderkeseer Anhänger waren zahlenmäßig leicht, bei der Lautstärke deutlich überlegen. "Ihre" Mannschaft machte vom Anpfiff an klar, dass sie sich vor den spielstarken Heidkrugern nicht verstecken würde, sondern fest entschlossen war, die Trophäe zu holen. Das TSV-Team agierte hochkonzentriert. Mit hohem Pressing setzte es die Delmenhorster beim Spielaufbau unter Druck und zwang sie zu Fehlern. Nach einem TuS-Fehlpass ins Seitenaus führte Ganderkesee den Einwurf schnell aus, wechselte dann geschickt die Seite. Noah Meißner setzte sich an der Außenlinie durch und passte auf Lukas Löffler. Der fackelte nicht lange und drosch den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar zum 1:0 ins TuS-Tor (7. Minute). Ganderkesee wollte nachlegen. Dennis Hasselberg scheiterte mit einem Fallrückzieher aus zehn Metern an TuS-Keeper Maximilian Hiller (10.).

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Sascha Reepel trifft zum 2:0 für den TSV Ganderkesee

Nach etwa 20 Minuten befreiten sich die Heidkruger, fanden besser ins Spiel. Allerdings fehlten ihnen die letzte Entschlossenheit und die Präzision im letzten Spielfelddrittel, um vor dem TSV-Tor für Gefahr zu sorgen. Die Ganderkeseer konterten gefährlich. Einen dieser Gegenstöße stoppte TuS-Mittelfeldmotor Nils Giza mit einem Foul an Bjarne Walkenhorst kurz vor dem Strafraum. Jordan Porath führte den Freistoß aus, Sascha Reepel spitzelte die raffinierte Flanke aus acht Metern mit akrobatischem Einsatz am etwas unentschlossen herauskommenden Hiller vorbei zum 2:0 ins Heidkruger Gehäuse (31.).

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Die TuS-Mannschaft wirkte zwar beeindruckt, gab sich aber nicht geschlagen. Sie drückte auf den Anschlusstreffer. Eine strittige Elfmeterentscheidung nach einem Foul von Reepel an Jesper Müller-Nielsen in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit brachte ihnen diesen. Niklas Bädjer schickte TSV-Torwart Nils Jonasson in eine Ecke und schoss abgezockt in die Mitte des Tors: 1:2 (45.+2). Der Heidkruger Trainer Selim Karaca räumte schon in der Pause ein: 


"Das war kein Elfer."


TuS Heidkrug steckt nicht auf

Nach dem Seitenwechsel begannen die Heidkruger stürmisch und druckvoll. Die Ganderkeseer waren aber weiter konzentriert und bissig in den Zweikämpfen. Mitten in der Druckphase des TuS erzielte Dennis Hasselberg nach einer Balleroberung in der gegnerischen Hälfte das 3:1 (54.). Nur wenige Minuten später hatte Kieron Hoffmann das 4:1 auf dem Fuß, scheiterte aber an Hiller.

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Die Heidkruger wirkten ratlos. Sie fanden kein Mittel, um die Defensive der Ganderkeseer zu knacken. Der TSV fand auf die meisten Herausforderungen fußballerische Antworten. Der TuS hatte in der 70. Minute aber auch Pech, dass Jonasson nach einem Eckstoß einen Kopfball von Lennard Stöver mit einer starken Reaktion so gerade noch an die Torlatte lenkte. Im Gegenzug scheiterte Byron-Lee Garcia mit einer Doppelchance am stark parierenden Hiller. 

Aufstellungen

TuS Heidkrug - TSV Ganderkesee 3:4
TuS Heidkrug: Hiller: Richardt (43. Holthausen), Bädjer, But, Rautenhaus (79. Martin Demir), Kahlert, Giza, Yildiz (87. Markus Demir), Bartels (60. Stöver), Reinhold, Müller-Nielsen.
TSV Ganderkesee: Jonasson; Reepel (84. Schütte), Hofffmann, Löffler, Rässler, Meißner, Garcia, Hasselberg (68. Mucker), Porath (46. Dietrich), Walkenhorst (46. Knese).
Tore: 0:1 Löffler (7.), 0:2 Reepel (31.), 1:2 Bädjer (45.+2, Foulelfmeter), 1:3 Hasselberg (54.), 2:3 Holthausen (90.), 2:4 Garcia (90.+6), 3:4 Bädjer (90.+10, Foulelfmeter).


Zwei Tore in der Nachspielzeit

In der Schlussphase warf Heidkrug alles nach vorn. Sven Holthausen verkürzte auf 2:3 (90.). In der Nachspielzeit nahm die Zweikampfintensität zu. Es kam zu einigen verletzungsbedingten Unterbrechungen. Eine weitere unfreiwillige Pause trug dann noch zur Erheiterung der Akteure und Zuschauer bei: Plötzlich nahm der Rasensprenger seinen Betrieb auf. 

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Nach einigen Minuten war er abgestellt, die Partie wurde fortgesetzt. Heidkrug wollte unbedingt ausgleichen – und wurde ausgekontert. In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Garcia zum 4:2. Der TuS kam durch Bädjer, der nach einem Foul von Jonasson an Waldemar But seinen zweiten Foulelfmeter verwandelte, noch zum 3:4 (90.+10).  „Die Ganderkeseer haben keineswegs überragend gespielt, aber sie haben mehr Entschlossenheit und Gier als wir gezeigt", erklärte Karaca: 


"Sie haben den Sieg einfach mehr gewollt. Sie haben verdient gewonnen.“



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