Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst mit mauer Nullnummer

Tom Schmidt (rechts) konnte den Abwehrwall des VfL Oythe mit dem SV Atlas Delmenhorst nicht überwinden. Foto: Rolf TobisTom Schmidt (rechts) konnte den Abwehrwall des VfL Oythe mit dem SV Atlas Delmenhorst nicht überwinden. Foto: Rolf Tobis
Rolf Tobis

Delmenhorst. Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst gelingt auch gegen den Vorletzten VfL Oythe kein Heimsieg.

Der einzige Mann, der sich am Donnerstagabend feiern ließ, hieß Wilhelm Heise und hatte nach dem Spiel viele Hände abzuklatschen. Der Torwart des VfL Oythe hatte seinem abstiegsbedrohten Fußball-Oberliga-Club ein glückliches 0:0 beim SV Atlas Delmenhorst gerettet und wurde von Betreuern, Mitspielern und Fans geherzt, während die Delmenhorster Spieler eher lustlos zum eigenen Anhang trotteten – es war nicht zu übersehen, wer sich an diesem Tag als moralischer Sieger fühlte. "Wir hatten tierisch viel Druck, wir sind froh, dass wir einen Punkt mitgenommen haben", sagte Oythes Trainer Klaus Themann, während Atlas-Coach Olaf Blancke haderte: "Das war zu dünn."

Zur Sache

Statistik
Atlas Delmenhorst: Urbainski; Morikami, Lingerski, Plendiskis, Mutlu, Schmidt, Hein, Osei (63. Rauh), Degen, Barrie (80. Mjeshtri), Prießner.
VfL Oythe: Heise; Odabasi, Meyer, Hesselmann, Lübberding (69. Jacobs), Stukenborg, Beer, Ellmann (83. Smakolli), von Merveldt, Strey, Brüggemann (57. Kürble).
Zuschauer: 800.


Die Delmenhorster blieben damit auch im vierten Versuch 2019 ohne Sieg vor eigenem Publikum; dass dabei nur zwei Tore gelangen, offenbart ein Problem, das auch gegen den Vorletzten nicht zu übersehen war: Es fehlt Atlas an Torgefahr. Blancke hatte mit Aladji Barrie, Marco Prießner, Patrick Degen und Marvin Osei vier gelernte Stürmer in der Startelf, doch gefährliche Momente im gegnerischen Strafraum entstanden vor offiziell 800 Zuschauern viel zu selten. Allerdings gab es sie vereinzelt schon: In der 23. Minute setzte sich Prießner zentral durch und schoss den Ball freistehend aus elf Metern an die Latte, Barrie machte es nach einem glänzenden Dribbling in der 41. Minute genauso. Im zweiten Durchgang kam Prießner gegen harmlose Gäste noch zweimal unbedrängt zum Abschluss: In der 63. Minute schoss er drüber, in der 85. Minute scheiterte er völlig allein am überragend reagierenden Heise. "Wenn wir eine dieser Chancen wegmachen, beschwert sich hinterher niemand mehr über das Spiel", meinte Blancke. "Wir haben aber auch zu wenig kreiert. Das ist schade, denn mit einem Sieg hätten wir die Lage richtig beruhigen können." Aktuell ist Atlas immer noch Achter und hat sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Erwähnenswert war das Oberliga-Debüt von Youngster Emiljano Mjeshtri, der in der 80. Minute für Barrie eingewechselt wurde.

Der fünfte Anlauf für einen Heimsieg in diesem Jahr wird nun der wichtigste. Am Ostermontag erwartet Atlas ab 15 Uhr im Halbfinale des Niedersachsenpokals der Amateure den 1. FC Wunstorf zum Spiel des Jahres – eine deutlich zweistellige Zuschauerzahl zeichnet sich ab. "Das wird ein Highlight für uns alle", sagt Blancke. "Wir werden jetzt einmal durchatmen – und dann nur noch auf Wunstorf blicken."


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