Starke Tischtennis-Seniorinnen Veteraninnen des TV Deichhorst verblüffen an der Platte

Ehemalige Deutsche Meisterinnen und Sportlerinnen des Jahres in Diensten des TV Deichhorst: Londa Bantel und Hannelore Oetken sind Teil des routinierten Teams. Foto: Rolf TobisEhemalige Deutsche Meisterinnen und Sportlerinnen des Jahres in Diensten des TV Deichhorst: Londa Bantel und Hannelore Oetken sind Teil des routinierten Teams. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der TV Deichhorst ist die älteste Tischtennis-Mannschaft der Bezirksliga und hat Spaß im Abstiegskampf.

Einer der Vorteile des Älterwerdens ist, dass man sich nicht mehr an Zapfenstreiche zu halten hat. Die vier Tischtennisspielerinnen des TV Deichhorst erwartete zuhause keine Standpauke dafür, dass sie am Freitag erst nach Mitternacht von ihrem letzten Auswärtsspiel beim SV Molbergen II nach Hause kamen – sie sind schließlich alle schon im gestandenen Sportleralter. „Es war so nett mit den Gegnerinnen“, erzählt Spitzenspielerin Ingrid Lüdtke. „Wir haben noch so lange geplaudert.“

Über Tischtennos haben sie und ihre Teamkolleginnen zweifellos abendfüllende Geschichten zu erzählen. Die Deichhorsterinnen sind der lebende Beweis dafür, dass dieser Sport die Generationen problemloser verbindet als fast jeder andere – der Stadtteilclub ist nämlich die älteste Mannschaft der Bezirksliga. Die Jüngste im Team ist 54, Lüdtke 65 und Veteranin Londa Bantel sogar schon 79 Jahre alt – viele der Gegenspielerinnen könnten ihre Enkelinnen sein. Der Tabellendritte Molbergen III spielte zum Beispiel fast ausschließlich mit Jugendlichen unter 18. „Wir treffen schon auf wirklich junge Mädchen“, erzählt Lüdtke. „Aber wir werden überall sehr herzlich aufgenommen. Wir würden gern in dieser Liga weiterspielen.“

Abstieg verhindert – mit einem Spiel Vorsprung

Und die Chance dazu werden sie bekommen, denn die Deichhorster Veteraninnen haben am letzten Spieltag in einem dramatischen Saisonfinale ihre ganze Routine ausgespielt. Im erwähnten letzten Spiel beim verlustpunktfreien Meister in Molbergen brauchten die Delmenhorsterinnen genau zwei Zähler, um den direkten Abstieg zu verhindern – und sie verloren punktgenau mit 2:9. Dagmar Hische und Anneliese Schreiber sorgten mit ihren Einzelsiegen dafür, dass der punktgleiche Nachbar TS Hoykenkamp mit einem Spielverhältnis von -37 in die tiefste Klasse absteigt und sich Deichhorst mit -36 in die Relegation rettete. „Wir freuen uns, dass wir noch einmal eine Chance bekommen“, sagt Lüdtke, zu deren Mannschaft auch noch Hannelore Oetken und Margret Brede gehören. Im Mai geht es gegen die Bezirksklassen-Vizemeister TSV Ganderkesee und Molbergen IV um den letzten Platz in der Bezirksliga – vermutlich jedenfalls, denn im Tischtennis sind Aufstiegsverzichte und Teamrückzüge durchaus traurige Normalität geworden. „Wir würden auch den direkten Klassenerhalt nehmen. Es wäre schön, wenn wir irgendwie drinbleiben könnten. Uns gefällt es in der Bezirksliga“, sagt Lüdtke.

Mehr als doppelt so viele Spiele

Und das gerade wegen des größeren Aufwands. In ihrer Bezirksklassen-Meistersaison bestritten die Deichhorsterinnen ganze acht Partien, in dieser Spielzeit sind es jetzt schon 18 – und die Relegation folgt womöglich noch. „In der Bezirksklasse war es zu langweilig. Vier Spiele in der Hinrunde und vier in der Rückrunde, das lohnt sich ja kaum“, findet Lüdtke. „Wir haben nichts gegen weitere Fahrten. Wir haben gedacht, wir gönnen uns den Spaß.“

Sportlerinnen des Jahres im Team

Auch wenn die Liga pausiert, können die Routiniers ihre Füße nicht stillhalten und sind auf Turnieren unterwegs, teilweise mit grandiosem Erfolg. Bantel ist zusammen mit der Huderin Waltraud Hermann Doppel-Landesmeisterin in der Altersklasse Ü75 und hätte das Startrecht bei der Deutschen Meisterschaft in Erfurt Anfang April. Sie ist ohnehin die höchstdekorierte Deichhorsterin. 2014 war sie zusammen mit Teamkollegin Hannelore Oetken Deutsche Meisterin, die beiden wurden Delmenhorster Mannschaft des Jahres – zur Überraschung unter anderem der Fußballer vom SV Atlas, die bei der Wahl der dk-Leser damals geschlagen wurden.


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