Nach Spielabbruch gegen Hicretspor SV Tungeln wehrt sich gegen Vorwürfe

Die abgebrochene Kreisklassen-Partie des SV Tungeln gegen den KSV Hicretspor Delmenhorst hat ein Nachspiel. Symbolfoto: imago/Oliver BaumgartDie abgebrochene Kreisklassen-Partie des SV Tungeln gegen den KSV Hicretspor Delmenhorst hat ein Nachspiel. Symbolfoto: imago/Oliver Baumgart

Tungeln. Der SV Tungeln widerspricht den Vorwürfen nach dem abgebrochenen Kreisklassen-Spiel gegen den KSV Hicretspor Delmenhorst.

Dass die abgebrochene Kreisklassen-Partie zwischen dem SV Tungeln und dem KSV Hicretspor ein Nachspiel haben wird, ist bekannt – das Sportgericht beschäftigt sich mit der Rudelbildung und den Tätlichkeiten vom Sonntag. Tungeln erwägt laut Trainer Jörg Gehrmann sogar eine Strafanzeige, weil Innenverteidiger Timon Frank in den Magen geschlagen und gegen den Kopf getreten worden sei.

Abbruch durch "Aktionen von Hicretspor" begründet?

Die Tungelner wehren sich nun gegen den Vorwurf, sie hätten den Abbruch erzwungen, indem sie die Fortsetzung der Partie verweigerten. Schiedsrichter Justin Seng habe das Spiel nach den Tätlichkeiten bereits selbst abgebrochen, sagt Gehrmann. In einer Stellungnahme erklärt der Club, der Spielabbruch sei „unstrittig durch Aktionen von Spielern des KSV Hicretspor begründet“ gewesen. Seng habe die Partie nicht fortsetzen wollen, sondern es Tungeln freigestellt, weiterzuspielen. „Die Situation war so hitzig, das habe ich in 28 Trainerjahren noch nicht erlebt. Niemand hätte garantieren können, dass nicht wieder etwas passiert“, sagt Gehrmann. Seine Mannschaft hatte zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 1:2 zurückgelegen. „Ich mag mir kaum vorstellen, was los gewesen wäre, wenn wir den Ausgleich gemacht hätten.“ Dem Schiedsrichter machte er keinen Vorwurf. „Der Junge ist keine 20 und soll so ein Spiel ohne Assistenten im Griff behalten. Eine solche Ansetzung kann ich nicht verstehen.“

Debatte über Zuschauerrufe

Tungeln widerspricht auch den von Hicretspors Trainer Timur Cakmak erhobenen Vorwürfen, die Zuschauer hätten sich während der Tumulte rassistisch geäußert. „Aus unserer Sicht ist das eine einseitige Sichtweise des Herrn Cakmak“, heißt es in der Pressemitteilung. „Diese Darstellung ist eine klare Ablenkung von den Fakten.“ Die Zuschauer hätten weit weg vom Geschehen auf dem Platz gestanden. Cakmak hatte dagegen von Beleidigungen berichtet: „Ich lebe schon so lange hier und spiele schon so lange Fußball. Aber das, was ich hier erleben musste, geht einfach nicht.“


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