Spielabbruch in der Kreisklasse SV Tungeln und KSV Hicretspor schieben sich die Schuld zu

Das Fußball-Spiel der 1. Kreisklasse zwischen dem SV Tungeln und dem KSV Hicretspor Delmenhorst musste abgebrochen werden. Foto: imagoDas Fußball-Spiel der 1. Kreisklasse zwischen dem SV Tungeln und dem KSV Hicretspor Delmenhorst musste abgebrochen werden. Foto: imago

Tungeln. Trainer und Schiedsrichter erklären, wie es zum Abbruch des Kreisklassen-Spiels zwischen dem SV Tungeln und dem KSV Hicretspor Delmenhorst kam.

Nach dem am Sonntag abgebrochenen Fußball-Spiel zwischen dem SV Tungeln und dem KSV Hicretspor ist die Schuldfrage auch nach den Aussagen der Beteiligten schwer zu klären. Schiedsrichter Justin Seng hatte die Partie der 1. Kreisklasse nach 55 Minuten nicht fortsetzen können, weil Tungeln sich weigerte, weiterzuspielen.

Beide Trainer haben nun unterschiedliche Erklärungen für die Eskalation. Unstrittig ist, dass ein hartes Foul von Hicretspors Germaine Martens an Tarek Otten der Auslöser war – danach kam es zu Tätlichkeiten und Beleidigungen im Rücken des Schiedsrichters. Tungelns Timon Frank bekam offenbar einen Schlag ab, Teamkollegen von ihm sollen im Gegenzug ebenfalls handgreiflich geworden sein. 

Schiedsrichter wollte weiterspielen lassen

Der Unparteiische beorderte Trainer, Betreuer und Kapitäne zu sich, um die Schuldigen zu ermitteln. Der Spieler, den Hicretspor zunächst nannte, sei für die Tungelner allerdings der falsche gewesen, wie Hicretspors Trainer Timur Cakmak erzählt. „Unser Spieler hat sich dann selbst gestellt. Normalerweise hätte das Spiel mit zehn gegen zehn weiter gehen können.“ Das fand offenbar auch Referee Seng: „Ich habe den Tungelnern gesagt, sie sollen auf dem Feld bleiben, weil ich das Spiel fortsetzen will.“ Tungelns Mannschaft weigerte sich jedoch und stimmte dagegen. „Die Spieler hatten Angst, dass es gleich wieder eskaliert“, erklärt Coach Jörg Gehrmann. Beide Trainer gaben an, zu weit weg gewesen zu sein, um alles gesehen zu haben.

Beleidigungen der Zuschauer?

Das Sportgericht wird nun über Wertung und Strafmaß entscheiden – und auch über die Vorwürfe, die Hicretspor erhebt. Die Delmenhorster fühlten sich von Tungelner Zuschauern und Spielern rassistisch angefeindet, wie Cakmak erklärt: „Was ich da erleben musste, geht einfach nicht. Ich bin hier aufgewachsen und brauche mir keine Beleidigungen gefallen zu lassen.“ Schiedsrichter Seng bestätigt, dass sich Zuschauer abfällig geäußert haben: „Während der Rudelbildung und in der ganzen Aufregung habe ich mehrfach Beleidigungen von Zuschauerseite gehört.“ Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte Hicretspor mit 2:1 geführt.


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