Handball-Oberliga Männer Starke Abwehrleistung bringt HSG Delmenhorst einen Auswärtssieg

Mussten für ihre Tore hart kämpfen: die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst um (rote Trikots, von links) Jörn Janßen, Frederic Oetken und Michael Schröder. Foto: Lars PingelMussten für ihre Tore hart kämpfen: die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst um (rote Trikots, von links) Jörn Janßen, Frederic Oetken und Michael Schröder. Foto: Lars Pingel
Lars Pingel

Diepholz. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben sich bei der HSG Barnstorf/Diepholz mit 22:20 durchgesetzt. Den Erfolg verdankten sie ihrer guten Abwehrarbeit und vor allem ihrem Torwart Sönke Schröder.

Hauptsache gewonnen. Ja, klar. Aber so schnell mochte Jörg Rademacher, Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst, den 22:20 (9:8)-Erfolg bei der HSG Barnstorf/Diepholz dann doch nicht zu den Akten legen. „Es gibt da ein paar Dinge, die sind für mich auch am Montag noch nicht abgehakt“, sagte er am späten Freitagabend nach der Partie, die 270 Zuschauer verfolgt hatten.

Statistik

HSG Barnstorf/Diepholz - HSG Delmenhorst 20:22
HSG Barnstorf/Diepholz: Biras, Hohnstedt; Mundhenke, Beljic, von Kamp 2, Anuszweski, Srederis 1, Xhafolli, Linné 4, Carsten-Frerichs, Quader 6/3, Lenkevicius, Golenia 4, Heemann 3.
HSG Delmenhorst: S. Schröder, Lettmann; Goyert, Sudau 2, Timmermann, Coors 1, Oetken 4/2, Schanthöfer, M. Schröder 1, Markowski, Janßen 8, Kohrt 1, Freese 2, Till 3.
Schiedsrichter: Schwarze, von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn).
Zeitstrafen: Barnstorf 3 – Delmenhorst 4.
Siebenmeter: Barnstorf 4/3 – Delmenhorst 2/2.
Zuschauer: 270.
Spielfilm: 3:1 (10.), 3:4 (15.), 5:8 (20.), 8:9 – 10:12 (38.), 13:16 (45.), 15:20 (50.), 20:21 (59.), 20:22.


Eines davon ist die Angriffsleistung. „Das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte“, bestätigte Rademacher. Zu wenig Bewegung, einige technische Unzulänglichkeiten und eine große Zahl an Fehlwürfen – das waren die Kritikpunkte. „Das ist eine Kopfsache“, erklärte er, was für ihn die Gründe dafür waren. „Wir fahren hierher und haben gedacht: Wir machen das schon.“ Doch so einfach sei es gegen eine Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft, eben nicht. In der Tat versuchte Barnstorf/Diepholz in der Abwehr, in der es in der 5:1- oder der 3:2:1-Aufstellung agierte, mit sehr großem Engagement und ähnlich großem Geschick Ballgewinne zu erzielen. Das bereitete der oft zu statischen Delmenhorster Offensive Probleme. Fast die Hälfte der Angriffe war erfolglos. Rademacher ärgerte sich vor allem über die schlechte Trefferquote, wenn eine Kombination dann doch zu einer klaren Chance geführt hatte.

HSG Delmenhorst liegt von Anfang an in Führung

Trotzdem lagen die Delmenhorster in der Partie nie in Rückstand. Das verdankten sie ihrer guten Defensivarbeit in einer 6:0-Formation und ihrem sehr starken Torwart Sönke Schröder. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht“, lobte Rademacher: „Er ist für mich der Matchwinner.“ Seine Mannschaft legte in der ersten Halbzeit ständig vor. Philipp Freese traf von Rechtsaußen zum 3:1 (10. Minute), Frederik Oetken per Siebenmeter zum 6:3 (18.) und Lasse Till von Linksaußen zum 8:5 (21.). Doch die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln, da hinter ihrer sicheren Abwehr in Donatas Biras auch ein guter Torhüter stand. Im Angriff von Barnstorf/Diepholz war es Kreisläufer Cedric Quader, mit 6/3 Toren später auch bester Werfer seines Teams, der Lücken in der Delmenhorster Abwehr riss und nutzte. Der Gast lag zur Pause mit 9:8 in Führung.

Foto: Lars Pingel


Dag Rieken, Trainer der Gastgeber, bedauerte, dass ihm seine etatmäßigen Spielmacher fehlten. Dass Marko Penar (Prüfung in Serbien) nicht auflaufen würde, stand schon länger fest. Saulius Liutikas hatte sich erst am Vormittag mit einer starken Erkältung abgemeldet. Das habe sich in der Offensive schon bemerkbar gemacht, erklärte Rieken. Der Sieg der Delmenhorster „geht vom Spielverlauf her aber in Ordnung“, fand der Trainer des Tabellenzehnten. Die Abwehrleistung seines Teams sei bei 22 Gegentoren „völlig in Ordnung“ gewesen: 


„Aber wir haben im Angriff zu wenig Tore gemacht.“


Sören Schröder hält Delmenhorster Vorsprung fest

In der zweiten Halbzeit bekamen die Delmenhorster, die weiter stark verteidigten, mehr Zug in ihre Offensivaktionen. Das zeigte positive Wirkung. Sie vergrößerten ihren Vorsprung ein wenig. Aus einem 14:12 (44.) machten sie ein 20:15 (50.). Entschieden war die Partie damit aber noch nicht, denn die Delmenhorster trafen plötzlich fast gar nicht mehr. Dass die nimmermüden Gastgeber das nicht gewinnbringend nutzten, lag an Schröder. Er parierte immer wieder Würfe von frei vor ihm stehenden Angreifern. Damit ermöglichte er es Jörn Janßen, mit acht Treffern erfolgreichster Werfer der Partie, den Delmenhorster Auswärtssieg perfekt zu machen. Eine Minute und neun Sekunden vor Schluss traf er zum 22:20, das Schröder mit einer weiteren klasse Parade veredelte.

„Wir sind immer noch in einem Lernprozess“, erklärte Rademacher, der mit dem Aufsteiger Sechster ist: „Dazu gehören auch solche Spiele.“ Der Delmenhorster Trainer sieht einen positiven Trend. „Es ist auch eine Qualität, dass wir gewinnen und nicht mit fünf Toren verlieren.“ Und er gab sich dann noch selbst eine Hausaufgabe. Tim Coors, einer der Führungsspieler in seinem Team, war mit Rückenbeschwerden schon vor der Pause ausgeschieden. „Vielleicht muss ich die Mannschaft auf so etwas besser vorbereiten“, überlegte Rademacher.


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