Aufstiegsrunde oder nicht? HSG Grüppenbühren/Bookholzberg grübelt über Bundesliga-Chance

Stefan Buß sitzt am Samstag zum letzten Mal als Trainer der A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg auf der Bank. Foto: Daniel NiebuhrStefan Buß sitzt am Samstag zum letzten Mal als Trainer der A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg auf der Bank. Foto: Daniel Niebuhr

Bookholzberg. Die A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg dürfte um den Aufstieg in die Handball-Bundesliga spielen.

Die Sache, die Holger Jüchter klarstellen möchte, ist eigentlich selbstverständlich – dem Vorsitzenden der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg liegt sie trotzdem auf der Seele. „Wir sind immer noch ein Dorfverein“, sagt er. „Das darf man nicht vergessen.“ Dass seine A-Jugend in der Oberliga spielt, „ist nichts, wofür wir uns schämen müssen“, findet Jüchter ganz sicher zurecht.

Und doch hört man ein wenig Sehnsucht in der Stimme des HSG-Chefs, die jeder versteht, der dabei war, als Grüppenbühren in der vergangenen Saison seinen Fußabdruck auf der deutschen Handball-Karte hinterließ. Die HSG qualifizierte sich 2017 mit ihrem Paradejahrgang für die Bundesliga, wurde dort zwar Letzter, begeisterte aber hunderte Zuschauer bei ihren Spielen gegen die Branchenriesen THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt. 

Meldefrist bis Anfang Mai

Im Sommer verpasste das Team die erneute Qualifikation, zieht jedoch zu den Oberliga-Spielen immer noch viel Publikum an. Einen Spieltag vor Schluss hat sich der Club nun erneut für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga qualifiziert – ob der Verein auch teilnimmt, ist noch immer nicht geklärt. „Wir besprechen uns nächste Woche mit dem Vorstand“, sagt Jüchter. Dass dabei ein endgültiger Beschluss herauskommt, glaubt er aber selbst nicht, für die Meldung ist noch Zeit bis Anfang Mai.

Nur drei Spieler bleiben

Dass der Verein eine solche Gelegenheit möglicherweise verstreichen lässt, liegt an den üblichen Gesetzen im Jugendhandball. Fast alle Spieler aus dem aktuellen Ausnahmejahrgang sind in der kommenden Saison zu alt für die A-Jugend, tatsächlich bleiben nur drei übrig. Das Trainergespann Stefan Buß und Andreas Müller hört nach dem letzten Spiel am Samstag beim VfL Fredenbeck auf. „Wir haben selbst nicht genügend Spieler für eine Bundesliga-Mannschaft“, sagt Jüchter. Verhandlungen mit anderen Clubs über Leihspieler wären schwierig: „Die kämpfen natürlich auch um ihre Jungs.“

Dennoch erwägt man die Teilnahme zumindest an der Aufstiegsrunde, die dann der Großteil des aktuell jüngeren Jahrgangs spielen müsste. „Wenn wir da ausscheiden, wäre das ja kein Beinbruch“, findet Jüchter. Man ist ja bekanntlich immer noch ein Dorfverein.


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