WM 2014: Schweiz ist raus Argentinien mit Last-Minute-Sieg ins Viertelfinale

Von Loris Kriege | 01.07.2014, 22:53 Uhr

Die Karriere des Trainers Ottmar Hitzfeld ist beendet. Durch eine 0:1-Niederlage gegen Argentinien scheidet die Schweiz aus der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 aus – die Albiceleste hingegen steht in der Runde der letzten acht. In einer spektakulären Schlussphase warfen beide Teams alles nach vorne – am Ende hatten die Gauchos das bessere Ende für sich.

Die Tore: 1:0 Angel di Maria (118., Lionel Messi geht mit Tempo durch das Mittelfeld und legt auf die rechte Seite. Dort nimmt Angel di Maria den Ball volley und schiebt die Kugel ins lange Eck)

Der Spielverlauf: In einer ruppigen Anfangsphase hatte Argentinien die größeren Spielanteile, konnte mit dem vielen Ballbesitz aber nur wenig anfangen. Die Schweizer Abwehr stand sicher und ließ keine Gefahr für das Gehäuse von Torhüter Diego Benaglio aufkommen. Viele taktische Fouls prägten die erste Halbzeit, vor allem die Eidgenossen langten ein ums andere Mal hart zu. Die Nati hatte aber auch die beiden einzigen Chancen im ersten Durchgang: In der 27. Minute hielt Sergio Romero gut gegen Granit Xhaka, in der 39. Minute vergab Josip Drmic freistehend vor dem Tor mit einem Lupfer. Im zweiten Durchgang wurden die Gauchos zusehends aktiver und gefährlicher. Die Mannschaft von Trainer Alejandro Sabella hatte zwar immer noch mehr Ballbesitz, erspielte sich aber nun auch einige Chancen. Die Elf von Coach Ottmar Hitzfeld lauerte in der Schlussphase hingegen auf den entscheidenden Tempogegenstoß. Beiden Mannschaften gelang es in der regulären Spielzeit nicht das entscheidende Tor zu erzielen, sodass es in eine 30-minütige Verlängerung ging. In dieser wurde die Schweiz wieder mutiger und versteckte sich nicht vor einer immer müder werdenden Albiceleste. In den zweiten 15 Minuten wurde Argentinien wieder etwas aktiver, ein Elfmeterschießen sollte in jedem Fall verhindert werden. In der 118. zündete Lionel Messi einmal den Turbo, spielte den mitgelaufenen Di Maria an, der brachte die Himmelblau-Weißen mit einem platzierten Schuss ins lange Eck in Führung. Die Schweiz warf noch einmal alles nach vorne, am Ende wurde es durch den Pfostenschuss von Blerim Dzemaili noch richtig dramatisch.

Der Mann des Spiels: Valon Behrami war eine Klette für den vierfachen Weltfußballer Lionel Messi. Der Mann vom SSC Neapel wich in keiner Situation von der Seite des Superstars und ließ in so auch nicht zur richtigen Entfaltung kommen. Doch auch im eigenen Spielaufbau war der 29-jährige extrem wertvoll für die Eidgenossen.

Der Aufreger: Einen richtigen Aufreger gab es nicht – nur einmal stand Schiedsrichter Jonas Erikson im Weg von Xherdan Shaqiri, der sich darüber lautstark empörte. Es hätte eine aussichtsreiche Chance für die Mitteleuropäer werden können.

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Die kuriose Aktion: Heute die kuriose Frisur: Rodrigo Palacio von Inter Mailand ist auf seinem Haupt eigentlich fast kahlgeschoren, nur an einer Stelle befindet sich ein ziemlich langer, geflochtener Zopf. Vielleicht die Kopfbehaarung dieser Weltmeisterschaft.

Die Stimmung: In der Arena de Sao Paulo herrschte eine gute Atmosphäre. Vor allem die argentinischen Fans feuerten ihr Team mit Inbrunst an. Spätestens in der Verlängerung war allerdings ehr die Anspannung vor einem möglichen Ausscheiden größer. Die vielen brasilianischen Fans hielten natürlich für die Schweiz – allerdings wäre auch für sie das Spiel Brasilien-Argentinien das Traumfinale.

Der Schiedsrichter: In seiner dritten Partie bei dieser Fußball-WM hatte Referee Jonas Eriksson keinerlei Probleme. Der Schwede ließ viel durchgehen, vor allem in der Anfangsphase musste der erfahrende Mann aber einige Ermahnungen aussprechen. Mit seiner autoritären Körpersprache hatte er die Sache stets im Griff und ist neben dem Briten Howard Webb der beste Unparteiische bei diesem Welt-Championat.

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Das Fazit: In einer sehr ausgeglichenen Partie hatte Argentinien kurz vor Schluss das bessere Ende für sich. Die Schweizer kämpften zwar aufopferungsvoll, doch am Ende reichte ein Geistesblitz von Messi um die Karriere von Ottmar Hitzfeld zu beenden und Argentinien ins Viertelfinale zu bringen.

Und jetzt?: Die Südamerikaner stehen in der Runde der letzten Acht und treffen dort am 5. Juli um 18 Uhr auf den Sieger der Partie Belgien-USA. Die Schweiz muss hingegen die Heimreise antreten.