WM 2014: Kolumbien verliert 2:1 Brasilien trifft im Halbfinale auf Deutschland

Von Loris Kriege | 05.07.2014, 02:17 Uhr

Am Ende wurde es für den Gastgeber noch einmal richtig knapp: Die brasilianische Nationalmannschaft gewinnt das Viertelfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit 2:1 und steht damit im Halbfinale. Dort trifft das Team von Trainer Felipe Scolari auf Deutschland, muss dabei aber mit Sicherheit auf Kapitän Thiago Silva verzichten. Auch hinter Superstar Neymar steht ein großes Fragezeichen.

Die Tore: 1:0 Thiago Silva (7., Neymar schlägt eine Ecke von der rechten Seite. Die Flanke geht durch Gut und Böse hindurch und landet am zweiten Pfosten, wo Kapitän Thiago Silva aus kurzer Distanz einnetzt), 2:0 David Luiz (69., Einen direkten Freistoß aus 30 Metern zimmert Innenverteidiger David Luis direkt mit seiner unnachahmlicher Schusstechnik in den rechten oberen Torwinkel), 2:1 James Rodriguez (80., Nach einem klaren Foulspiel von Julio Cesar an Carlos Bacca verwandelt James Rodriguez den fälligen Elfmeter ohne Nerven unten links)

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Der Spielverlauf: In einer rassigen Partie steigerte sich die Selecao von Beginn an deutlich im Vergleich zu den vorherigen Auftritten. Schon nach sieben Minuten brachte Kapitän Thiago Silva Brasilien in Führung. Kolumbien machte der erste Rückstand im Turnier nur wenig aus – die Elf von Trainer José Pekerman spielte weiterhin munter nach vorne. Die Brasilianer waren in ihre Aktionen allerdings klarer, vor allem der agile Hulk war überall zu finden und sorgte immer wieder für Unruhe im kolumbianischen Strafraum. Im zweiten Durchgang schien es nach dem Treffer von David Luis für Kolumbien eigentlich schon gelaufen, durch den späten Strafstoßtreffer durch James Rodriguez kam in den letzten zehn Minuten noch einmal richtig Spannung auf – mit dem besseren Ende für des Gastgeber Brasilien. Kolumbien spielte in der Schlussphase mit viel Herz nach vorne, Brasilien versuchte hingegen den knappen Vorsprung nur noch zu verwalten.

Der Mann des Spiels: David Luiz ist der überragende Mann in der brasilianischen Innenverteidigung. Sein Freistoß zum 2:0 bereitete die Vorentscheidung. Im Halbfinale wird ihm nun allerdings sein kongenialer Partner Thiago Silva fehlen…

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Der Aufreger: …Brasiliens Kapitän und Torschütze Thiago Silva spielte körperbetont und mit der nötigen Aggressivität im Zweikampf. Für seine Fouls bekam der Mann von Paris St. Germain lange Zeit keine Verwarnung, erst das Springen in einen Abschlag vom kolumbianischen Torhüter David Ospina brachte ihm die gelbe Karte ein – es war die zweite im Turnierverlauf. Damit ist er im Halbfinale gegen Deutschlang gesperrt, eine erhebliche Schwächung für den Gastgeber.

Die Stimmung: Das Estadio Casteloa in Fortaleza gilt zumeist als gutes Pflaster für die brasilianische Mannschaft. Immer wenn die Selecao im Norden Brasiliens seine Zelte aufschlägt, spielt sie gut, auch so am heutigen Tag. Die 64 500 Zuschauer peitschten ihre Mannschaft unentwegt nach vorne, sowohl die brasilianischen, als auch die kolumbianischen.

Der Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo ließ viele Aktionen durchgehen und verwarnte erst Mitte der zweiten Hälfte den ersten Akteur. Der Spanier hätte Einiges konsequenter ahnden müssen, womit er einiges an Schärfe aus der Partie genommen hätte. Er entschied korrekter Masen auf Elfmeter, übersah aber das klare Foul an Neymar in der Schlusphase.

Das Fazit: Am Ende wurde es noch mal knapp für Brasilien. Aufgrund der starken Steigerung der Selecao und den ersten 70 Minuten geht der Sieg aber in Ordnung. Kolumbien probierte viel, am Ende reichte es aber nicht ganz.

Und jetzt?: Brasilien steht im Halbfinale der Heim-WM. Am 8. Juli spielt die Mannschaft von Trainer Felipe Scolari in Belo Horizonte gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft um den Einzug ins Finale im Maracana in Rio de Janeiro. Die Selecao muss dabei allerdings sicher auf Kapitän Thiago Silva verzichten, der Innenverteidiger holte sich die zweite gelbe Karte ab und ist damit gesperrt. Hinter dem großen Sturmjuwel Neymar steht hingegen ein großes Fragezeichen: Der Mann vom FC Barcelona wurde nach 80 Minuten mit starken Schmerzen nach einem brutalen Foul vom Platz getragen. Kolumbien muss unterdessen die Heimreise antreten. Der Pekerman-Elf wird allerdings großer Respekt gezollt werden, schließlich boten sie Brasilien einen großen Kampf und gelten als einer der großer Spaßmacher dieser Weltmeisterschaft.