Stimmen zum NFV-Pokalfinale Heuer Fernandes: „Bin überzeugt, dass der Elfer nicht drin war“

13.05.2015, 23:40 Uhr

Der VfL Osnabrück ist Niedersachsenpokalsieger 2015. Im Elfmeterschießen setzten sich die Lilaweißen gegen den SV Meppen durch. Die Stimmen zum Spiel:

 Daniel Heuer Fernandes (VfL-Held im Elfmeterschießen): Wenn Frank am Wochenende fit sein sollte, war es heute mein Abschiedsspiel. Ich hatte hier eine sehr schöne Zeit und bin sehr zufrieden, mich heute nochmal auszeichnen zu dürfen. Die ersten eineinhalb Jahre beim VfL waren überragend, das letzte halbe Jahr gibt es halt im Fußball. Ich weiß, dass die Meppener glauben, dass ihr letzter Elfer hinter der Linie war. Ich bin aber überzeugt, dass er nicht drin war. Der Ball ging von mir an die Latte, von dort auf die Linie und dann raus. (Weiterlesen: Heuer Fernandes rettet dem VfL Osnabrück den Niedersachsenpokal) 

 Daniel Latkowski (Ex-VfLer im SVM-Trikot): In der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Probleme, dafür in der zweiten mehr Spielanteile. Da war es ein geiler Pokalfight, wo es Schlaf auf Schlag ging. Es war ein würdiges Finale, im Elfmeterschießen braucht man immer etwas Glück. Ich hoffe, dass die Fans sich heute noch ruhig verhalten und wir alle den Abend genießen können.

Benjamin Gommert, Torwart des SV Meppen: Das ist natürlich doppelt bitter. Da erreicht man das Elfmeterschießen und verliert, obwohl das Ding von Martin Wagner drin war. Die Mannschaft hat sehr gut gekämpft. Dass ich viel zu tun bekomme, das wusste ich. Dafür bin ich ja da. Zur Vorbereitung auf das Elfmeterschießen habe ich mir das Video vom Elfmeterschießen der Osnabrücker gegen den VfB Oldenburg im Halbfinale angeschaut. Als ich den einen gehalten habe, dachte ich, es könnte reichen. Ich bin ja auch nicht so der Elferkiller. Trotzdem hat das Derby vor dieser Kulisse Spaß gemacht. Dann schlagen wir eben den FC Bayern München in der ersten DFB-Pokalrunde.

 Tobias Willers (VfL-Innenverteidiger): Für Ferro sind die beiden gehaltenen Elfmeter das schönste Abschiedsgeschenk. Letztlich hat er es sich selbst bereitet. In der ersten Halbzeit hatten wir vier Großchancen vergeben. Unsere verbesserungswürdige Chancenverwertung zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. In der zweiten Halbzeit hat sich Meppen besser auf uns eingestellt. Nicht jeder von uns wollte mehr den Ball haben.

 Der Liveticker zum Nachlesen steht hier. 

 Marcel Kandziora (VfL-Flügelflitzer): Nach meinen verschossenen Elfmeter bin ich Ferro dankbar, dass er zwei gehalten hat. Mein Elfmeter war aber auch nicht gut geschossen. Ich gebe Ferro bei Gelegenheit ein Bier aus. Wir sind glücklich, den Pokal gewonnen zu haben. Wir haben in der ersten Hälfte gut gespielt, aber machen die Toren mal wieder nicht. In der zweiten Hälfte waren wir nicht mehr so gut wie in der ersten, wir haben dafür aber auch nicht viel zugelassen.

 (Weiterlesen: SV Meppen scheitert im Pokalderby an der Torlatte) 

 Sofien Chahed (Sechser des VfL): Wir hätten zur Halbzeit 3:0 führen müssen. So wird es wieder eng. Wenn wir hier 2:0 führen, ist wieder mehr Ruhe drin. Wir haben in der zweiten Halbzeit unsere Angriffe nicht mehr so konsequent zu Ende gespielt, dann kommt wieder so ein Spiel zustande. Am Ende war es ein Glücksspiel im Elfmeterschießen. Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. Vor dieser Kulisse zu spielen, hat sehr viel Spaß gemacht. Ob eine Feier eingeplant ist? Da habe ich keinen Plan. Am Samstag spielen wir ja schon wieder.

 Addy Menga (VfL-Stürmer): Ich weiß nicht, was da in der 8. Minute los war. Ich treffe den Ball nicht richtig, ich glaube, ich brauche mal neue Schuhe. In der ersten Halbzeit müssen wir 3 bis 4:0 führen. Wir wollten gewinnen. Deshalb habe ich dann beim Elfmeterschießen Verantwortung übernommen. In meinem Alter muss ich mir keine Sorgen machen: Ich kenne meine Ecke und weiß, wohin ich schießen muss. Die Stimmung war einmalig. Unsere Fans sind einfach die Besten, sie wollen nur feiern.

 Marcos Alvarez (erst Stürmer, dann im rechten Mittelfeld): Wir haben ein Superspiel gemacht und uns viele Chancen erspielt. Wir können zur Pause 3 bis 4:0 führen. So wurde es in der zweiten Halbzeit ein ekliges Pokalspiel mit vielen kleineren und größeren Fouls – also eigentlich ein ganz normales Pokalspiel. Aber wir haben den Pokal geholt, den Titel geholt, gut ist. Wir haben ja schon im Halbfinale in Oldenburg das Elfmeterschießen gehabt und wissen, dass wir einen Torwart haben – dafür ist er ja da, auch mal einen zu halten. Zu den Pfiffen gegen mich: Ich bin ein provokanter Spieler, in der Liga wie im Pokal, aber im Pokal ist das was ganz Besonderes. Das gehört dazu. Jetzt haben wir gewonnen, der Rest ist egal. In der Kabine wird mit dem Pott gefeiert, aber in drei Tagen geht’s dann schon weiter. Am Samstag haben wir die letzte Chance, auswärts einen Dreier in dieser Saison zu holen. Da müssen wir mal gewinnen. Ich bin zwar gelbgesperrt, aber die Jungs schaffen das.

 Martin Hudec, Innenverteidiger des SV Meppen und Ex-Osnabrücker: Ich bin einfach traurig. Der Elfmeter war drin, mindestens einen halben Meter. Nur der Schiedsrichterassistent auf der Linie hat es nicht gesehen. Wir wollten das Spiel gewinnen, und haben das in der zweiten Halbzeit auch ganz gut gemacht. Im ersten Durchgang waren wir in der Abwehr einfach zu weit weg von den Gegenspielern. Ständig hat ein Osnabrücker einen Innenverteidiger aus dem Zentrum gezogen. Den Fans muss ich ein Riesenkompliment machen. Die Kulisse war überragend.

 Jürgen Wehlend (VfL-Geschäftsführer): Wir haben unsere Leistung mal wieder nicht durchgezogen. Zum Ende der ersten Halbzeit müssen wir 2 bis 3:0 führen, aber wir machen die Tore nicht. Dann konnten wir unser Niveau nicht halten und Meppen ist stark in die zweite Halbzeit gekommen. Am Ende des Tages zählt aber nur das Ergebnis, auch wenn wir im Elfmeterschießen etwas glücklich gewonnen haben. Für Daniel freut es mich, dass er zwei Elfmeter gehalten hat, und für uns war der Sieg in diesen Tagen ganz wichtig. Man sagt, es geht nur noch um die „goldene Ananas“, aber es ist – mit Blick auf die Ratssitzung am Dienstag – auch ein Signal, ob du erfolgreich aus Meppen zurückkehrst oder nicht. Wir haben uns in dieser Saison oft um den verdienten Lohn gebracht. Jetzt machen wir bald einen Haken an die Saison und schauen weiter nach vorne auf die nächste.

 Weiterlesen: VfL gegen Meppen: Zwei Chaoten festgesetzt 

 Martin Wagner, der den letzten Meppener Elfmeter geschossen hatte: Das ist natürlich ein bitteres Ende. Zumindest in der zweiten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe und haben uns das Elfmeterschießen verdient. Dann ist das natürlich immer fifty-fifty. Und dann wurde es nochmals bitter. Ich hatte das Gefühl, dass der Ball von mir drin war. Das ist natürlich schade für mich, man will ja nicht der Buhmann sein. Aber wir können trotzdem erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Aber am Ende tut es natürlich ein bisschen weh. Wir haben jetzt auf jeden Fall das Feeling, wie es ist, wenn die Bude richtig voll ist. Das wird im DFB-Pokal auch so sein. Ein Bundesligist aus dem Norden wäre schon top in der 1. Runde.

 Johan Wigger, Kapitän SV Meppen: In der ersten Halbzeit mussten wir erst einmal gucken, wo wir stehen. In der zweiten Hälfte haben wir es eigentlich ganz ordentlich gemacht und uns ein paar Chancen herausgespielt. Da war das Spiel ausgeglichen. Wir haben versucht frecher zu spielen und das lohnt sich dann auch gegen so einen Gegner. Die zweite Halbzeit war für die Meppener Zuschauer auf jeden Fall gut anzusehen. Elfmeterschießen ist immer ein bisschen Lotterie. Schade, dass wir den Pokal nicht mitnehmen. Ich denke, dass wir ein gutes Spiel abgeliefert haben. Trotzdem war die Stimmung im Stadion einfach toll. Ich habe den Jungs schon vorher gesagt: Wenn wir in 30 Jahren zusammensitzen und trinken ein Bier, dann sprechen wir über dieses Spiel. Das sind Spiele, die vergisst Du nie wieder.