Schweinsteiger mit Tor in Nachspielzeit 2:0 gegen Ukraine: Deutschland erzielt späte Entscheidung

Von Christopher Bredow | 13.06.2016, 01:03 Uhr

 Mit einem 2:0 startet Deutschland in die Europameisterschaft 2016. Im Spiel gegen die Ukraine war die deutsche Nationalmannschaft insgesamt überlegen, offenbarte in der Defensive aber immer wieder Unsicherheiten. Am Ende entscheidet der eingewechselte Schweinsteiger das Spiel mit seinem Treffer in der Nachspielzeit, Mustafi erzielte das 1:0.

Der Spielverlauf: Zu Beginn des Spiels versuchte Deutschland gegen die Ukraine die Spielkontrolle zu übernehmen. Die erste Chance des Spiels hatte Götze, dessen Schuss aber abgeblockt wurde (4.). Im Gegenzug präsentierte sich dann Konoplyanka vor Neuers Tor - den Schuss aus 16 Metern konnte der Deutsche aber halten. In der Folge setzte sich Deutschland zunehmend in der ukrainischen Hälfte fest, jedoch ohne eine zwingende Chance herauszuspielen - nur Hector verzog (12.). Die Überlegenheit Deutschlands zahlte sich dann nach einem Freistoß von Kroos aus, den Mustafi mit einem schönen Kopfball ins Tor der Ukrainer köpfte (19.).

Danach kippte das Spiel allerdings ein wenig und die Deutschen offenbarten immer wieder Schwächen in der Abwehr, die die Ukraine zu nutzen wusste. Vor allem nach Ecken waren sie gefährlich. Neuer musste nach einem Kopfball mit einer Glanztat reagieren (27.) und Boateng rettete kurz vor der Linie einen von ihm abgeprallten Pass von Konoplyanka (37.). Zwischendurch scheiterte Khedira nach einem Traumpass von Kroos an Torwart Pyatov (29.). Ein Tor der Ukrainer wurde aufgrund einer Abseitsposition von Kovalenko nicht gegeben (39.).

Die 2. Halbzeit bot insgesamt nur wenige gute Szenen der Deutschen. Schüsse von Draxler (48.) und Kroos (52.) fanden nicht den Weg ins Tor der Ukrainer. Deutschland behielt die Spielkontrolle, war in der Offensive aber zu ungenau und in der Defensive immer wieder anfällig. So gab es auch für die Ukrainer Chancen. Özil vergab kurz vor Spielende noch allein vor Pyatov, ehe er fünf Minuten später für den eingewechselten Schweinsteiger nach einem Konter vorlegte - das 2:0 und damit das Endergebnis (90.+3).

Die Tore: 1:0 Shkodran Mustafi (19., nach einem Freistoß aus halbrechter Position von Kroos versenkt Mustafi den Ball per Kopf im oberen linken Eck.), 2:0 Bastian Schweinsteiger (90.+3, Konter der Deutschen über links, Özil bringt den Ball per Flanke in den Strafraum, wo Schweinsteiger direkt einschießt.)

Der Mann des Spiels: Toni Kroos. Der Mittelfeldstratege hat im ersten Spiel der EM 2016 deutlich seine wichtige Rolle in der deutschen Mannschaft unterstrichen. Mit klugen Pässen und nicht zuletzt dem Freistoß vor dem 1:0 hat der Spieler von Real Madrid gute Szenen eingeleitet. In dieser Form ist Kroos für Deutschland unverzichtbar.

Die Szene des Spiels: In der 37. Minute musste Jerome Boateng Deutschland vor dem Ausgleich der Ukrainer retten: Ein Pass von Konoplyanka in die Mitte prallte von Boatengs Brust Richtung Tor ab. Artistisch klärte der starke Innenverteidiger kurz vor der Torlinie noch sein drohendes Eigentor - wichtig!

Der Aufreger: Kurz vor dem Schlusspfiff gab es ein Missverständnis zwischen Mustafi und Neuer. Einen Abschlag von Pyatov wollte Mustafi per Kopf zurück zu seinem Torwart spielen - der war aber schon in Richtung des Balles unterwegs. Der Ball ging so knapp am leeren Tor vorbei - der Ukrainer kam nicht mehr dran.

War sonst noch was?: Bastian Schweinsteiger kommt kurz vor Schluss ins Spiel - und macht dann das 2:0. Der lang verletzte Kapitän der deutschen Nationalmannschaft meldet sich eindrucksvoll zurück.

Die Stimmung: Auch im Stade Pierre-Mauroy in Lille war die Stimmung wieder großartig. Die deutschen Fans sorgten in der 50.000 Zuschauer fassenden Arena immer wieder mit Gesängen für Lautstärke und auch die Ukrainer ließen von sich hören. Hätte es die Fan-Ausschreitungen zwischen England und Russland nicht gegeben, wäre die Europameisterschaft 2016 in Frankreich bisher als einwandfrei und höchst stimmungsvoll zu bezeichnen.

Und jetzt?: Deutschland setzt sich mit dem 2:0-Sieg nach den ersten beiden Spielen in der Gruppe C an die Spitze. Die Leistung der Nationalmannschaft war allerdings noch ausbaufähig. Die Ukraine präsentierte sich als zäher Gegner und setzte immer wieder Nadelstiche, geht am Ende aber leer aus. Weiter geht’s am 16. Juni mit Ukraine gegen Nordirland (18 Uhr) und Deutschland gegen Polen (21 Uhr).