Pressetimmen zu den Ausschreitungen Randale in Dortmund: Kritik an RB ist aus dem Ruder gelaufen

Von Sportredaktion | 06.02.2017, 21:53 Uhr

Anhänger von Borussia Dortmund haben beim Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen RB Leipzig massiv Fans des Ostklubs attackiert. Selbst vor Kindern und Familien machten die Ranadlierer nicht halt. Zudem wurden zahlreiche diffamierende Spruchbänder im Stadion aufgehängt. Eine Auswahl an Pressestimmen zu den Vorfällen.

Das Fußball-Fachmagazin der „Kicker“ schreibt: „Die Kritik an RB ist aus dem Ruder gelaufen. Nicht nur, aber gerade in Dortmund haben die Vereinsspitzen allzu bereitwillig die eigene Klientel bedient und dabei mit dem Feuer gespielt. Dieses vollständig unter Kontrolle zu halten hieße, Zehntausende Fans, auch die dummen und gewalttätigen Brandbeschleuniger, im Griff zu haben. Das vermag kein Verein. Umso wichtiger wären beim Ballyhoo „Tradition gegen Plastik“ Signale zur Deeskalation gewesen.“

 Der Kommentar auf noz.de: BVB-Chaoten schaden auch den echten Borussia-Fans 

Das Fanzine „schwatzgelb.de“ äußert sich so: „Vielleicht war die Aggressivität der Botschaften ein Ausdruck der Frustration, denn: Fußballfan zu sein kann dieser Tage ganz schön nerven. Zwischen Montagsspielen, Trainingslager in Dubai und FIFA-Skandal hat man als aktiver Fan das Gefühl, fast ausschließlich Rückzugsgefechte zu führen. Die Gewissheit, die Kommerzialisierung des Fußballs höchstens marginal verlangsamen, auf keinen Fall aber stoppen zu können, brennt sich spätestens seit Leipzigs Ankunft in der Bundesliga immer mehr ein.“

Die „FAZ“ ist der Meinung: „Die Dortmunder Verantwortlichen ließen sich am Sonntag reichlich Zeit, ehe sie sich auch davon (gemeint sind die Spruchbänder) explizit distanzierten. Dabei war es dringend geboten – sonst wäre der Eindruck geblieben, dass Herabwürdigungen und Verletzungen jeder Art beim BVB noch als Randausläufer einer urtümlichen Fußballkultur toleriert werden, als deren Gralshüter sich die Dortmunder gern sehen.“ (Weiterlesen: Reaktionen nach der Eskalation) 

In der „Süddeutschen Zeitung“ steht: „Natürlich kann – und muss – die Liga darüber diskutieren, ob die neuen Rivalen mitunter eine legale Art von Wettbewerbsverzerrung praktizieren. Aber diese Auseinandersetzung darf nicht von Irren und Unbelehrbaren mit Steinen in der Hand geführt werden; sie muss von kritischen Ligafunktionären geführt werden, von sehr guten Trainern und von einfallsreichen Sportdirektoren.“

 Weiterlesen: Duell der Fußball-Kulturen: BVB bei RB Leipzig 

Auf der Website des TV-Senders „Sport 1“ heißt es: „Eine wichtige Funktion der Ultraszene ist die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vereinspolitik. Umso wichtiger wäre jetzt von den Dortmunder Ultras ein klares Zeichen gegen Gewalt in der eigenen Szene. Das hätte mindestens genauso viel von echter Fußballkultur wie eine spektakuläre Choreo oder bedingungsloser Support.“