Bundesliga Chemie stimmt: Kane und FCB „wachsen mehr und mehr zusammen“

Von dpa | 28.08.2023, 11:40 Uhr

Harry Kane und der FC Bayern - das passt. „Wir werden ihn noch mehr finden“, verspricht Münchens Coach Thomas Tuchel. Nach strapaziösen Anfangswochen freut sich Kane bald auf mehr private Normalität.

Harry Kane schlurfte nach seinem imposanten Bundesliga-Heimdebüt für den FC Bayern erschöpft aus der Münchner Arena und verschwand mit gesenktem Kopf im Mannschaftsbus.

Eine turbulente Anfangszeit mit zahlreichen Marketingterminen, Interviews und der Geburt seines vierten Kindes haben bei dem Münchner Rekordeinkauf Spuren hinterlassen. Kane hier, Kane da, Kane überall. „Es liegen verrückte und aufregende Wochen hinter mir“, sagte er geschafft.

Das Schmuddelwetter am Sonntag beim 3:1 gegen den FC Augsburg erinnerte den englischen Nationalstürmer an die Heimat London - in seinem neuen Münchner Fußball-Wohnzimmer fühlt sich der mehr als 100 Millionen Euro teure Angreifer schon pudelwohl.

Kane lebt schon jetzt das Mia san Mia

Mit zwei Toren - darunter ein verwandelter Handelfmeter - bedankte sich der neue bajuwarische Hoffnungsträger bei den Fans für den herzlichen Empfang. „Es war ein besonderes Gefühl. Ich weiß es zu schätzen, wenn ihr meinen Namen im Stadion singt“, richtete sich Kane unmittelbar nach dem zweiten Saisonsieg auf Instagram an die Fans. Der Brite gibt sich nahbar und lebt schon jetzt das Mia san Mia.

Auf private Normalität freut er sich, wenn seine Familie in den kommenden Wochen aus London ins gemeinsame Haus nach München umzieht. „Es wird toll, mit ihnen hier zu sein“, sagte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft.

Die Chemie in der Mannschaft begeistert Kane

Zwei Wochen nach dem verlorenen Supercup gegen Leipzig und Kanes Deutschland-Debüt sieht die rot-weiße Bayern-Welt schon wieder anders aus. Das Zusammenspiel zwischen dem Neuner und seinen Offensivpartnern entwickelt sich schnell. „Ich liebe die Chemie in der Mannschaft, wir wachsen mehr und mehr zusammen. An jedem Tag, in jedem Training, in jedem Spiel lernen wir mehr über uns“, sagte der 30-Jährige.

Nationalspieler Joshua Kimmich glaubt, dass Kane der gesamten Münchner Offensivabteilung einen Schub geben wird. „Ich denke, dass er unseren Außenspielern guttun wird, weil die den ein oder anderen Raum mehr bekommen werden, weil die Verteidiger sich auf Harry fokussieren werden“, sagte Kimmich und fügte an: „Wir merken schon, dass er Verantwortung übernehmen möchte und wie sehr er unserem Spiel helfen möchte.“

Tuchel lobt Kanes außergewöhnlichen Mix

Kane wird von Leroy Sané, Serge Gnabry & Co. schon gesucht - aber noch nicht genug. „Wir werden ihn noch mehr finden“, versprach Trainer Thomas Tuchel in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks und lobte den Stürmerstar von der Insel: „Harry ist kein Lautsprecher, du spürst aber einfach, dass der Mix außergewöhnlich ist, seine Persönlichkeit, seine Bescheidenheit, seine Qualität.“

Dass Kane sofort hilft, konnte die Münchner Führungsriege um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge schon in den ersten zwei Saisonspielen sehen. Drei Tore hat der Engländer schon auf dem Konto, viele weitere sollen folgen. „Im letzten Drittel des Spielfeldes gibt es noch Verbesserungsbedarf bei uns“, merkte Kane selbstkritisch an. Spätestens wenn die Champions League Mitte September startet, muss das besser werden.

Tuchel empfindet die Münchner zu Hause als gehemmt

Und auch Tuchel sieht in seiner Mannschaft noch viel Steigerungspotenzial. Als „wieder etwas verkrampft, stockend, nicht frei genug“, empfand er sein Team gegen Augsburg vor allem anfangs. „Wir wirken gehemmt zu Hause.“

Als Blockadelöser haben die Münchner aber Kane verpflichtet - auch wenn gegen Augsburg zunächst ein Eigentor von Felix Uduokhai half. „Er ist ein Weltklassefußballer, ein großartiger Typ, macht richtig was her“, lobte Mittelfeldspieler Leon Goretzka Angreifer Kane. „Man merkt gleich seine Aura in der Kabine.“ Das dürfte ebenfalls für Kanes Präsenz auf dem Rasen gelten. Und die Münchner Chemie soll ja noch besser werden.

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