Gauland und Boateng: Ein Kommentar Warum ich Blockwart Gauland nicht als Nachbarn möchte

Von Harald Pistorius | 29.05.2016, 11:39 Uhr

Ich will nicht behaupten, dass Alexander Gauland stinkt. Aber streng riechen tut er schon: Nach Rassismus und nach Volksverhetzung. Nach Lüge und Bösartigkeit. Solch einen Menschen möchte ich nicht als Nachbarn. Denn wir brauchen keine neuen Blockwarte.

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Das hat er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt. Wie feige, wie perfide.

Gauland sagt ja nicht, dass ER, der AfD-Frontmann, Boateng nicht als Nachbar möchte. Nein, nein, es sind DIE LEUTE, die Boateng in ihrer Siedlung ablehnen würden. Tut ihm ja auch leid, aber das ist eben die Wirklichkeit, ja, ja…

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Für diese Unterstellung allein müsste man diesen deutschtümelnden Giftspritzer verklagen. Oder ihm Briefe und Mails schicken: Wir wollen SIE nicht als Nachbarn.

Blockwart Gauland ist NICHT willkommen. Wir brauchen keinen, der uns sagt, was wir über unsere Nachbarn denken. Uns ungefragt für ein Politmanöver missbraucht. Womöglich notiert, wenn wir mit dem Türken von nebenan sprechen.

Es interessiert mich nicht, ob mein Nachbar Christ ist oder Muslim, ob er schwarz ist oder weiß. Ich will nur keinen haben, der uns Denk-Vorschriften macht. Der in seinem kleingeistigen Vorgarten Vorurteile sät, damit er Hass ernten kann. Der hinterhältig zündelt und mit einem Lächeln im Gesicht hetzt.

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Gauland, Sie hatten Ihren Auftritt. Geschickt gemacht, mit der Nationalmannschaft kann man ja derzeit gut Schlagzeilen produzieren. Aber: Es reicht nicht. Ihre Suppe ist zu dünn.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Europameisterschaft. Vielleicht ist ja Jerome Boateng sogar mal Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Dann möchte ich Sie sehen, wie Sie die Nationalhymne mitschmettern. Und dann jubeln, wenn Mesut Özil ein Tor erzielt. Der ist übrigens neulich nach Mekka gepilgert. Wäre das nicht auch ein schönes Thema für Sie?