Deutschland schlägt Frankreich Goldene Sätze zum Viertelfinal-Sieg dank Teamgeist

Eine Kolumne von Daniel Benedict | 05.07.2014, 01:41 Uhr

Deutschland steht im Halbfinale der WM. Und das nicht nur dank des Torschützen. Alle echten Experten sind sich einig: Es lag am Teamgeist.

Das Tor gegen Frankreich hat Mats Hummels geschossen. Den Sieg erkämpft hat selbstverständlich das ganze Team. Jeder weiß das. Aber nicht jeder findet die richtigen Worte dafür. Nur gut, dass in der ARD nur Profis zu Wort kommen.

Wie drückt ein Goldfisch es aus?

Franziska van Almsick zum Beispiel, hat Löws Männer für die ARD von einem Berliner Badeschiff aus beobachtet. „Was auffällig ist: dass sie als Mannschaft ein ganz tolles Mannschaftsgefüge haben“, sagt von Almsick. Kein Wunder, dass sie vor Aufregung ins Stottern gerät. Sie selbst musste völlig allein Weltmeister werden.

Gedanken eines Diskus-Philosophen

Auch Diskuswerfer Robert Harting plaudert auf dem Badeschiff und stimmt zu: „Die deutsche Nationalmannschaft hat einen riesengroßen Batzen auf dem Rücken an moralischem Wert. Dieser Wert ist nicht existenziell, weil sie ja nicht ihre Existenz verlieren, sondern noch in ihren Vereinen spielen.“ So oder ähnlich sagt er es. Beim Aufschreiben kommt man kaum mit, beim Verstehen erst recht nicht. Man merkt: Hier spricht ein Mann, der sich beruflich unter hohem Kraftaufwand um die eigene Achse dreht.

Was sagt Niersbach?

„Wichtiger als die Aufstellung ist die Einstellung“, sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nach dem Spiel. Ein Wort, so flott, dass man es sich augenblicklich auf einen alten „Teamgeist“-Ball der letzten WM sticken möchte. Der Mann kann reden: gelernter Journalist!

Von der Bank aus: Mertesacker

Die offensten Worte zum Teamgeist spricht Per Mertesacker. Dass er das Spiel von der Bank aus verfolgte, kommentiert er danach mit echtem Mannschaftssinn: „Wir sind so gut, dass jeder spielen kann“, sagt er. „Was ich heute auf der Bank erlebt habe, war sensationell. Das möchte ich nicht missen.“ Naja. Wirklich nicht? Ein bisschen zu enthusiastisch klingt das selbst für ihn, sodass er nachsetzt: „Auf dem Platz ist der Teamgeist noch mal was anderes.“

Und wie funktioniert Teamgeist?

Wie stellt man diesen siegessichernden Mannschaftssinn eigentlich her? Hundertschaften von Coaches verdienen ihre Geld mit dieser Frage und schicken Teams in den Kletterwald oder zum Rafting. ARD-Experte Mehmet Scholl hält das für: „Schwachsinn! Das Team entsteht nicht im Wald oder im Kanu; das Team entsteht im Erfolg.“ Fazit: Die Deutschen gewinnen, weil sie Teamgeist haben - und den haben sie, weil sie gewinnen. Wieder was gelernt.