VfL-Legende mit Zwickau gut unterwegs Enochs zu Besuch in Lotte – doch der Abstecher nach Osnabrück muss ausfallen

Mit dem FSV Zwickau steuert Trainer Joe Enochs auf ein erneutes Jahr in der 3. Liga zu.Mit dem FSV Zwickau steuert Trainer Joe Enochs auf ein erneutes Jahr in der 3. Liga zu.
imago/Jan Huebner

Osnabrück/Zwickau. Joe Enochs und Osnabrück, das waren über 22 Jahre hinweg zwei Faktoren, die nicht voneinander zu trennen waren. Doch schon seit fast drei Jahren trainiert der US-Amerikaner nun den FSV Zwickau und lebt mit seiner Familie in Sachsen. Am Samstag kommt er zurück in seine alte Heimat – doch es wird ein geräuschloser Besuch.

Er macht gar keinen Hehl daraus, dass ihm Osnabrück fehlt: Joe Enochs würde am Wochenende, wenn er als Trainer des FSV Zwickau in die Region zurückkehrt, nur allzu gerne durch die Altstadt laufen und viele Freunde wiedertreffen. Doch dieser Abstecher fällt coronabedingt flach. "Es ist meine Verantwortung, im Hotel zu bleiben. Ich halte mich da an die Regeln", betont Enochs, der mit dem FSV am Samstag in Lotte spielt, wo der KFC Uerdingen seit einigen Wochen seine Heimspiele austrägt.

Der Rekordspieler und Ex-Trainer des VfL begreift es als großes Privileg, dass er seiner Arbeit als Fußballtrainer weiterhin nachgehen kann. "Und damit darf ich nicht fahrlässig umgehen." Also kein Spaziergang durch die Altstadt und volle Konzentration aufs Sportliche: Und da sieht es für Enochs und den FSV derzeit richtig gut aus. Mit drei Siegen in Serie konnte sich Zwickau zuletzt deutlich von den Abstiegsrängen der 3. Liga absetzen.

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Zuletzt gab es einiges zu bejubeln: Enochs und der FSV Zwickau feierten drei Siege in Serie.

Bodenständige Mannschaft, bodenständiger Trainer

Ob das schon die entscheidenden Schritte zum Klassenerhalt waren? "Nein, auf keinen Fall", entgegnet Enochs. "Ich bin da sehr vorsichtig. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, dass es für jede Mannschaft bis zum letzten Spieltag um alles gehen kann", erklärt er. "Wir versuchen da, auf dem Teppich zu bleiben." Seine Mannschaft sei in dieser Beziehung sehr bodenständig und habe aus dem Abstiegskampf der vergangenen Jahre viel gelernt.

Doch Enochs weiß vor dem Spiel am Lotter Kreuz auch: "Ein Sieg gegen Uerdingen wäre ein riesiger Schritt für uns." Dann nämlich würde der FSV den Abstand auf den ersten Abstiegsplatz auf elf Punkte vergrößern und auf Platz acht vorrücken. Damit stünde der Verein fast so gut da, wie in Enochs' Premierensaison, als Zwickau im Sommer 2019 auf Platz sieben einlief. 

Helmut Kemme
Nach sportlicher Talfahrt mit dem VfL musste Enochs im Herbst 2017 gehen.

Mittlerweile lebt und arbeitet Enochs schon seit fast drei Jahren im südlichen Sachsen, sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2022. "Wir fühlen uns hier sehr wohl", sagt er über sich, Ehefrau Gunilla und die jüngere Tocher Sophie. "Aber man kann es auch nicht mit Osnabrück vergleichen, vor allem jetzt wegen Corona", so Enochs. Durch die Pandemie bleibe man sehr viel zu Hause, knüpfe weniger Kontakte. "In Osnabrück hat man nach 22 Jahren viele Freunde, das war halt schon etwas anderes."

Enochs: Feldhoff ist ein guter Mann für den VfL

Auch den VfL hat Enochs natürlich weiter im Blick: "Klar verfolge ich das, es ist eine schwierige Lage." Den neuen Trainer Markus Feldhoff kennt Enochs nur zu gut – beide spielten zusammen in Osnabrück und absolvierten 2014 gemeinsam den DFB-Lehrgang zum Fußballehrer. "Ich glaube, Markus ist ein guter Mann für den VfL. Er wird die richtigen Entscheidungen treffen, um da unten rauszukommen", sagt Enochs.

Wenn man es nüchtern betrachte, dann stehe der VfL mit einem Spiel weniger drei Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz, so der VfL-Rekordspieler. "Deswegen ist noch alles drin. Sie müssen jetzt nur die Köpfe freibekommen, um die nötigen Punkte zu holen."

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1996 fing alles an in Osnabrück: Der junge VfL-Neuzugang Enochs hier im Duell mit Otto Addo von Hannover 96.



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