Neue Spielzeit im Winter? Bayern-Boss Rummenigge: "Diese Saison zu Ende spielen" - Auch im September

Von dpa

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge könnte sich einen Saisonstart für die Bundesliga im Winter vorstellen. Foto: Roland Weihrauch/dpaBayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge könnte sich einen Saisonstart für die Bundesliga im Winter vorstellen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Roland Weihrauch/dpa

München. Am Dienstag entscheidet die Deutsche Fußball-Liga wie es mit der Bundesliga-Saison weitergeht. Bayern-Boss Rummenigge hat eine Idee.

Eine komplette Absage der Saison und eine Fußball-Bundesliga mit nur noch 14 oder 16 Clubs schließt Karl-Heinz Rummenigge trotz der gegenwärtigen Existenzkrise durch die Coronavirus-Pandemie aus. Für den Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München wäre es sogar eine Option, wenn die Saison erst im September endet und die neue Spielzeit dann erst im nächsten Winter beginnt. "Wenn das unter den Aspekten von Gesundheit und politischer Einschätzung nicht anders möglich wäre, müsste man sich mit diesem Szenario gegebenenfalls auseinandersetzen", sagte Rummenigge in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).

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"Wir sollten unbedingt diese Saison zu Ende spielen, aus Gründen der sportlichen Fairness, aber natürlich auch, um den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten", sagte der Bayern-Vorstandschef vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Dienstag (10.30 Uhr) in Frankfurt.

Krise geht auch am FC Bayern München nicht vorbei

Die akute Krise werde auch am Branchenführer aus München nicht spurlos vorbeigehen, räumte der Vorstandschef der Bayern ein. "Auch auf den FC Bayern kämen wirtschaftliche Schwierigkeiten zu, wenn wir zu lange nicht Fußball spielen", sagte Rummenigge.

Möglicherweise stünden die Bayern "aufgrund unserer sehr guten Eigenkapitalsituation vielleicht um einiges besser da" als andere Bundesligaclubs. "Aber auch wir warten derzeit auf dem Transfermarkt ab, um auch mal das Pulver trocken zu halten und zu schauen, wie sich die Lage entwickelt", sagte Rummenigge. "Wir wissen heute alle nicht, wie lange uns der Corona-Spuk noch begleiten wird."

Rummenigge prophezeit Rückgang der Ablösesummen

Rummenigge rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem Rückgang der Ablösesummen auf dem Transfermarkt. "Eines wird mit großer Wahrscheinlichkeit passieren: Der Transfermarkt wird im Sommer Bremsspuren aufzeigen", sagte Rummenigge. "Es wird aufgrund der wirtschaftlichen Not einiger Clubs ein relativ großes Angebot von Spielern auf den Markt kommen – zugleich wird die Nachfrage überschaubar sein. Das wird die Preise auf dem Transfermarkt zum ersten Mal seit dem Bosman-Urteil vor 25 Jahren drücken. Das könnte dazu führen, dass wieder etwas mehr Rationalität ins Geschäft kommt."

Rummenigge und der deutsche Fußball-Rekordmeister wollen in Transferfragen derzeit selber abwarten. "Ich kenne die Zahlen von wichtigen Clubs in Europa ganz gut, unabhängig von der Größe des Umsatzes ist im Moment Liquidität alles", sagte er. "Viele Vereine sind da im Moment nicht optimal aufgestellt, so dass ich nicht glaube, dass im Sommer viele große Transfers getätigt werden."


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