Im Video Attacke auf Linienrichter: Erneut Spielabbruch im Amateurfußball

Erneut ist ein Unparteiischer bei einem Fußballspiel angegriffen worden. Symbolfoto: imago images / ManngoldErneut ist ein Unparteiischer bei einem Fußballspiel angegriffen worden. Symbolfoto: imago images / Manngold
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Rüssingen. Bei der Verbandspokalpartie TuS Rüssingen gegen Alemannia Waldalgesheim in Rheinland-Pfalz schlug ein Spieler der Heimmannschaft einem Linienrichter ins Gesicht.

Erneut ist ein Unparteiischer bei einem Fußballspiel angegriffen worden. Bei der Verbandspokalpartie TuS Rüssingen gegen Alemannia Waldalgesheim in Rheinland-Pfalz schlug ein Spieler der Heimmannschaft einem Linienrichter ins Gesicht. Daraufhin brach der Schiedsrichter das Spiel nach 38 Minuten ab, wie Waldalgesheims Trainer Aydin Ay am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte die "Allgemeine Zeitung" (Online) über den Angriff berichtet.  

Rotsünder rastet aus

Vor der Attacke hatte der Rüssinger Spieler wegen eines Fouls die Rote Karte bekommen. Rüssingen spielte bereits wegen einer gelb-roten Karte in Unterzahl, führte aber in dem Halbfinale mit 1:0. Der Linienrichter versuchte, die aufgebrachte Situation zu beruhigen. Wie ein Video zeigt, attackierte der Rotsünder daraufhin den Unparteiischen: 

Waldalgesheims Trainer Ay forderte, der Verband müsse seiner Mannschaft am Grünen Tisch den Sieg und damit den Finaleinzug zusprechen. "Wir sind der sportlichen Möglichkeit beraubt worden, ins Finale einzuziehen", sagte Ay. Er verwies darauf, dass sein Team noch etwa 60 Minuten Zeit gehabt habe, um das Spiel gegen acht Gegner zu drehen. 

"Karten waren überzogen"

Und wie reagiert die Mannschaft des Angreifers? Rüssingen-Trainer Akgün Yalcin verurteilte zwar die Aktion seines Spielers, kritisierte aber gleichzeitig gegenüber der Zeitung "Rheinpfalz" die Leistung des Schiedsrichters: "Die Karten waren überzogen."

Nach dem Angriff hat der zuständige Verband ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet. "Der offizielle Schiedsrichterbericht wird zeitnah erwartet. Auf Grundlage des § 25 der Rechts- und Verfahrensordnung sind bereits alle Beteiligten zur Stellungnahme durch den zuständigen Staffelleiter zu den Vorfällen aufgefordert worden", erklärte der Südwestdeutsche Fußballverband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. 

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Verbale und körperliche Übergriffe gegen Unparteiische hatten zuletzt den Amateurfußball bewegt. In Berlin gab es einen Schiedsrichter-Streik, zudem sorgte der Fall eines bewusstlos geschlagenen Referees in Südhessen bundesweit für Schlagzeilen: Ein Spieler hatte den 22 Jahre alten Schiedsrichter mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ein Zuschauer hatte die Szene gefilmt und via Twitter hochgeladen. Im Sommer dieses Jahres attackierten Spieler zwei Schiedsrichter in Duisburg. Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen einen Co-Trainer und zwei Spieler.


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