Vor dem Spitzenspiel in München "Müssen Männerfußball spielen": Kritik an Wortwahl von BVB-Boss Zorc

Hat sich BVB-Boss Michael Zorc vor dem Spiel gegen Bayern München im Ton vergriffen? Foto: imago images/Christian SchroedterHat sich BVB-Boss Michael Zorc vor dem Spiel gegen Bayern München im Ton vergriffen? Foto: imago images/Christian Schroedter

Dortmund. 0:5, 0:6, 1:4, 1:5; 1:2 – die Auswärtsbilanz der jüngsten Bundesliga-Duelle mit Bayern München spricht wahrlich nicht für Borussia Dortmund. BVB-Sportdirektor Michael Zorc war im Vorfeld des anstehenden Bundesliga-Gipfels um entsprechend deutliche Worte bemüht – sorgte damit aber für Diskussionsstoff.

Michael Zorc verspürte wenig Lust auf diplomatische Worte. Vermeintlich aus Sorge vor einer weiteren sportlichen Demütigung im nationalen Fußball-Gipfel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim FC Bayern München sprach der Dortmunder Sportdirektor unter der Woche Klartext. Schonungslos erinnerte er die BVB-Profis an die vergangenen fünf Bundesliga-Gastspiele in München – mit fünf Niederlagen und 3:22-Toren. "Da brauchen wir nicht über Taktik zu reden. Wir müssen Männerfußball spielen, wir müssen Kerle sein", tönte Zorc. "Axel Witsel hat gesagt, in der letzten Saison haben wir im Heimspiel (Endergebnis 3:2, Anm. d.Red.) Eier gehabt und in München nicht." Für seine Rhetorik erntete er teilweise heftige Kritik in den sozialen Netzwerken.

Sexismus? Diskriminerung? Oder doch nur "normale" Fußballersprache? Die eine Seite unterstellt Zorc eine indirekte Diskreditierung von Frauenfußball, die andere Seite vertritt die Meinung, man solle nicht alles auf die Goldwaage legen:

Tatsächlich überwiegen die Pro-Zorc-Stimmen, die dem BVB-Boss keinen Sexismus unterstellen und eine etwaige Diskussion für übertrieben halten. Der Tenor: Der Begriff "Männerfußball" sei nicht automatisch das Gegenstück zu "Frauenfußball". Vielmehr hätte Zorc den Vergleich zwischen Jungs und Männern gemeint. So oder so: Mit seinen Worten löste er eine hitzige Debatte aus.

Spannende Bundesliga

Sowohl für Bayern München als auch für die Borussen aus Dortmund ist das Topspiel am elften Spieltag richtungsweisend. Die Spitzengruppe der Bundesliga umfasst neun (!) Mannschaften. Den Tabellenführer Borussia Mönchengladbach (22 Punkte) und der TSG 1899 Hoffenheim (17) auf Platz neun liegen gerade einmal fünf Punkte auseinander.


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