Ergebnisse im DFB-Pokal Schmerzen bei BVB-Trainer Favre - Klatsche für Wolfsburg

Von dpa

BVB-Trainer Lucien Favre an der Dortmunder Seitenlinie. Foto: imago images/NordphotoBVB-Trainer Lucien Favre an der Dortmunder Seitenlinie. Foto: imago images/Nordphoto 

Berlin. Sechs Bundesligisten erreichen am Mittwochabend das Achtelfinale im DFB-Pokal. Am längsten zittern muss die Hertha. BVB-Trainer Lucien Favre hat Schmerzen beim Jubeln.

Die Borussia aus Dortmund gewinnt im Spitzenspiel des DFB-Pokals gegen die aus Mönchengladbach. Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf mühen sich ins Achtelfinale, die Hertha muss am Mittwoch lange zittern. Leipzig und Bremen schicken ein Signal an die Liga. 

Elfer-Krimis

Drei von acht Mittwochsspielen wurden im Elfmeterschießen entschieden. Auch Tausende Berliner Fans mussten zittern. Jordan Torunarigha sorgte mit seinem Treffer zum 3:3 erst in der letzten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung dafür, dass Hertha BSC doch noch die Chance gegen Dynamo Dresden bekam - die dann vor allem Thomas Kraft nutzte. Der Hertha-Keeper hielt beim 5:4 i.E. zwei Elfmeter und sorgte für die doch noch gelungene Einstimmung auf das Berliner Derby gegen Union am Samstag.

Hertha-Keeper Thomas Kraft pariert einen Elfmeter. Foto: imago images/nordphoto/Engler

Schmerzen bei BVB-Trainer Favre

Dieser Sieg tat weh. In erster Freude über den Siegtreffer von Julian Brandt verdrängte Lucien Favre den Schmerz - zumindest für kurze Zeit. "Ich habe einen Faserriss seit zwei Tagen und das total vergessen", beschrieb der Dortmunder Trainer seinen peinigenden Torjubel beim 2:1 (0:0)-Erfolg gegen den Bundesliga-Tabellenführer aus Mönchengladbach, der den BVB ins Pokal-Achtelfinale führte. Mit dem anschließenden Flachs seiner Profis in der Kabine konnte der Schweizer Fußball-Lehrer gut leben. "Er meinte, das waren in dem Moment schöne Schmerzen", kommentierte Matchwinner Brandt. 

Die Anekdote passte ins Bild der großen Erleichterung. Der Doppelschlag des Leverkusener Neuzugangs binnen vier Minuten (77./80.) ersparte Favre vorerst weitere öffentliche Diskussionen über seine Zukunft beim Revierclub. Zwar wirkte sein Team nach den schwachen Auftritten gegen Inter Mailand (0:2) und beim FC Schalke (0:0) noch immer verunsichert, zeigte aber nach dem zwischenzeitlichen 0:1 durch Marcus Thuram (71.) eine beeindruckende Reaktion. "Wir haben das Glück im richtigen Moment erzwungen", befand Lizenzspielleiter Sebastian Kehl.


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"Solche Siege wie heute, bei denen man die Zähne zusammenbeißen muss, die tun einem gut", sagte der zweifache Dortmunder Torschütze Julian Brandt in der ARD. Bei den Gladbachern herrschte Katzenjammer. "Es ist total bitter und tut weh, denn die Chance war groß", sagte Jonas Hofmann. 

Knappe Siege

Pflicht erfüllt, mehr aber auch nicht. Frankfurt erreichte dank eines Doppelpacks von Bas Dost beim zumindest kämpferisch überzeugenden Zweitligisten FC St. Pauli die nächste Runde (2:1). Düsseldorf kam im eigenen Stadion zum gleichen Ergebnis gegen St. Paulis Ligakonkurrenten FC Erzgebirge Aue. Zwei Spiele, die es nicht unbedingt in die Geschichtsbücher des Pokals schaffen werden.

Der Frankfurter Bas Dost erzielt gegen St. Pauli seinen zweiten Treffer per Lupfer. Foto: imago images/Jan Huebner

Klatsche für den Wolfsburg

Werder Bremen brauchte beim 4:1 gegen den 1. FC Heidenheim nur die ersten 18 Minuten, und die Partie gegen den Zweitliga-Fünften 1. FC Heidenheim war entschieden. Nach den Toren von Milot Rashica (6.), Leonardo Bittencourt (11.) und Davy Klaassen (19.) war auch noch Marco Friedl (41.) erfolgreich. Anders beim Bundesliga-Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und RB Leipzig, das erst nach dem Wiederanpfiff so richtig losging. Marcel Sabitzer (55.), Emil Forsberg (58.), Konrad Laimer (61.) und Timo Werner (68./88.) trafen in einer furiosen zweiten Halbzeit, nach der das 6:1 der Sachsen auf der Videoleinwand stand. Der VfL kassierte die erste Pflichtspiel-Niederlage in dieser Saison.

Überraschung des Abends

Nach dem 1. FC Saarbrücken am Dienstag feierte auch der SC Verl als Viertligist den Sprung in die Runde der besten 16 - und wie! Die Ostwestfalen gewannen im Elfmeterschießen gegen den Zweitligisten Holstein Kiel mit 8:7. Zum Helden wurde Torhüter Robin Brüseke, der die Schüsse von Emmanuel Iyoha und Phil Neumann parierte. Das 20 Jahre alte Eigengewächs Jan Schöppner verwandelte den entscheidenden Schuss.

Ausgelassener Jubel beim SC Verl. Foto: imago images/Noah Wedel

Feldspieler wechselt ins Tor

Diese Geschichte wäre dann doch zu schön gewesen für den Pokal: Weil sich Nürnbergs Keeper Patric Klandt verletzte, als das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war, musste Abwehrspieler Enrico Valentini nach 116 Minuten im Spiel des Clubs beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern zwischen die Pfosten. Einen Elfmeter parierte er aber nicht, der jubelnde FCK gewann (6:5 i.E.). Nicht Valentini, sondern Kaiserslauterns Keeper Lennart Grill, der den späten Ausgleich verschuldet hatte, wurde mit dem gehaltenen Elfer von Tim Handwerker zum Helden.


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