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"Mit dem Gesagten konfrontieren" Nationalspieler Goretzka fordert entschlossenes Handeln gegen Rassismus

Von dpa

Leon Goretzka trifft am Dienstagabend mit dem FC Bayern München im DFB-Pokal auf seinen ehemaligen Verein dem VfL Bochum. Foto: imago images / Sven SimonLeon Goretzka trifft am Dienstagabend mit dem FC Bayern München im DFB-Pokal auf seinen ehemaligen Verein dem VfL Bochum. Foto: imago images / Sven Simon

München. Leon Goretzka räumt außerdem Versäumnisse der deutschen Nationalspieler im Fall Mesut Özil während der WM 2018 ein.

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka hat erneut entschlossenes Handeln gegen Fremdenfeindlichkeit gefordert. "Wir müssen aktiv sein, wir dürfen nicht weghören, wir müssen Rassisten mit dem Gesagten konfrontieren", sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern im Interview des Internetportals "11freunde.de" vor dem DFB-Pokal-Spiel der Münchner am Dienstag bei seinem Heimatverein VfL Bochum.

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Goretzka hatte nach rassistischen Äußerungen einiger Fans beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien im März in Wolfsburg gesagt: "Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum."

"Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum." Leon Goretzka

Im Interview erklärte der 24-Jährige nun: "Ich wollte klarmachen, was ich von den Menschen in Deutschland erwarte. In meinem Alltag stand das Zusammenleben verschiedener Kulturen immer im Vordergrund. Auf meiner Schule lag der Ausländeranteil bei 80 Prozent, aber das war nie ein Thema - und das war gut so." 

Fall Özil: Goretzka räumt Versäumnisse ein

Im Fall Mesut Özil bei der WM 2018 in Russland räumte Goretzka Versäumnisse der Mannschaft ein. "Teilweise war Einzelnen nicht klar genug, wie groß Themen in der Öffentlichkeit sind oder werden können. Und ja, es ist richtig, innerhalb der Mannschaft war das Thema während der WM nicht allzu präsent", sagte Goretzka.

Özil fühlte sich in der Affäre um seine Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vom DFB nicht vor rassistischen Anschuldigungen geschützt und zum Sündenbock für das WM-Aus abgestempelt. Der Weltmeister von 2014 griff insbesondere den damaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel scharf an und trat aus dem Nationalteam zurück.


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