Einsatz trotz eines grippalen Infekts BVB feiert angeschlagenen Matchwinner Reus und erntet deutliche Kritik

Marco Reus soll mit einem grippalen Infekt in die Partie am Samstag gegangen sein. Foto: imago images/Mika VolkmannMarco Reus soll mit einem grippalen Infekt in die Partie am Samstag gegangen sein. Foto: imago images/Mika Volkmann

Dortmund. BVB-Star Marco Reus war mit seinem Treffer zum 1:0 im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach der Mann des Tages. Hätte er aufgrund eines grippalen Infekts überhaupt spielen dürfen am Samstag? Der BVB feiert seinen Kapitän auf Twitter, die Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Es lief die 58. Minute im Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach am Samstagabend, als Marco Reus den entscheidenden Treffer zum 1:0 markierte. Der Signal-Iduna-Park bebte, die Erleichterung war groß. Doch zu welchem Preis? Der BVB selbst kommunizierte öffentlich, dass Reus mit einem grippalen Infekt angeschlagen in die Partie ging – und feierte ihn sogar nach dem Sieg auf Twitter für seinen Einsatz. Für diesen Tweet erntete der BVB deutliche Kritik: 

Die Kernkritik: Mit einem grippalen Infekt dürfe man nicht spielen, Herzerkrankungen können die Folge sein. Zudem seien solche Aussagen, wie sie die Social-Media-Abteilung mit diesem Tweet äußert, aufgrund der Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche gefährlich:

Einen ähnlichen Fall hatte es vor knapp einem Jahr gegeben, als Mats Hummels (damals noch für den FC Bayern München) trotz Erkältung auflief. "Die Aussagen haben eine falsche Signalwirkung für andere Sportler", erklärte Sportmediziner Hans-Georg Predel in einem Interview mit unserer Redaktion. "Wenn Entzündungszeichen vorliegen, darf nicht gespielt werden, liegen diese nicht vor, kann der Spieler auf den Platz." Liegt ein Infekt vor, sei es nicht nur während des Spiels, sondern auch zwei, drei Stunden danach sehr leicht für einen Virus, sich auszubreiten. Das Hauptzielorgan sei dann oft das Herz. 

"Würden kein Risiko eingehen"

Der BVB dementierte mittlerweile ein Risiko beim Einsatz von Reus. "Wir wissen um die Verantwortung, die wir tragen", betonte Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl gegenüber dem "Kicker". Sportdirektor Michael Zorc ergänzte: "Wir würden da kein Risiko eingehen."

Bereits am Mittwoch steht für die Schwarz-Gelben das nächste Spiel an. Dann geht es in der Champions League zu Inter Mailand. Laut Zorc sei ein Einsatz des BVB-Kapitäns nicht in Gefahr.


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