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7. Bundesliga-Spieltag Gladbach und Wolfsburg nutzen Bayerns Patzer und stehen ganz vorne

Von dpa

Der VfL Wolfsburg (l) und Borussia Mönchengladbach gewannen am Sonntag am ihre Heimspiele. Collage: imago images/Joachim Sielski/NordphotoDer VfL Wolfsburg (l) und Borussia Mönchengladbach gewannen am Sonntag am ihre Heimspiele. Collage: imago images/Joachim Sielski/Nordphoto

Mönchengladbach. Gladbach steht seit 2011 mal wieder an der Tabellenspitze der Bundesliga. Der VfL Wolfsburg bleibt weiterhin ungeschlagen.

Borussia Mönchengladbach ist mit einem Kantersieg gegen den am Sonntag nicht erstligatauglichen FC Augsburg zum ersten Mal seit 2963 Tagen an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestürmt. Beim 5:1 (4:0) gegen den Abstiegskandidaten aus Schwaben nutzte Ur-Borusse Patrick Herrmann mit zwei Toren (8. Minute/13.) seine Startelf-Chance, drei Tage nachdem er seinem Team als Joker beim 1:1 bei Basaksehir Istanbul bereits einen Punkt gerettet hatte. Zudem ließen Denis Zakaria (2.), Alassane Plea (39.) und Breel Embolo (83.) das insgesamt schwache Spiel in der Europa League am Donnerstag vergessen.

Allerdings verloren die Borussen ihren in dieser Saison bislang starken Sommer-Zugang Stefan Lainer - der Rechtsverteidiger musste nach einer Stunde verletzt vom Feld getragen werden. Florian Niederlechner (80.) schoss Augsburgs Ehrentreffer.

Letztmals hatten die Gladbacher noch unter dem jetzigen Dortmunder Coach Lucien Favre am 26. August 2011 an der Tabellenspitze der Beletage gestanden. Damals allerdings schon nach drei Spielen der Saison. Diesmal ist das Team von Coach Marco Rose mit 16 Punkten nach sieben Spieltagen Spitzenreiter. Am Tag zuvor hatte Titelverteidiger Bayern München überraschend 1:2 gegen Hoffenheim verloren und auch die Mitfavoriten RB Leipzig (1:1 in Leverkusen) und Dortmund (2:2 in Freiburg) ließen wichtige Punkte liegen. 16 Zähler nach sieben Spielen hatten die Gladbacher zuletzt ebenfalls vor acht Jahren, damals wurden sie am Saisonende Vierte.

"Deutscher Meister wird nur der VfL" skandieren die Fans

"Deutscher Meister wird nur der VfL" sangen die Borussen-Fans dagegen diesmal bereits in der Anfangsphase, in der die Elf vom Niederrhein die erschreckend schwachen Gäste an die Wand spielten. Derart gut und überlegen hatten die Gladbacher in dieser Saison bislang nur in der ersten Halbzeit beim 1:0-Derbysieg beim 1. FC Köln gespielt. Am vierten Spieltag waren sie aber lange nicht so effektiv gewesen. Diesmal führte die Borussia schon nach 90 Sekunden, weil Augsburgs Defensive den Namen an diesem Tag nicht verdiente.

Das in Gladbach nicht konkurrenzfähige Team von Trainer Martin Schmidt ließ Borussias Angriff viel zu viel Platz und verweigerte zumindest am Anfang jegliche Zweikämpfe. Später übertrieben es die frustrierten Augsburger hingegen mit ihrer Härte. Nach der frühen Führung durch Zakaerias erstes Saisontor nach Vorarbeit von Marcus Thuram legte Alassane Plea zweimal Doppeltorschütze Herrmann auf - das Spiel war schon nach nicht einmal einer Viertelstunde entschieden. Kurz vor der Pause bekam Plea zudem sein erstes Heimtor dieser Saison vom schwer patzenden FCA-Keeper Tomas Koubek geschenkt. Nach der Pause glich die Partie dann einem Trainingsspiel.

Sturmtrio an 13 der 15 Saisontore beteiligt

Damit ist das Borussen-Stamm-Trio im Sturm - Plea, Thuram und der diesmal erst in der 53. Minute eingewechselte Breel Embolo - an 13 der bisherigen 15 Gladbacher Tore in dieser Saison beteiligt. Allerdings wurde es dem gesamten Gladbacher Team, das trotz der Tabellenführung in dieser Saison spielerisch bislang wenig überzeugte, viel zu einfach gemacht. Auch in der Europa League hatte die Borussia kaum wie ein Bundesliga-Spitzenteam gespielt. Rose hatte auf das schwache 1:1 in Istanbul am Donnerstag mit vier Wechseln reagiert.

Am Sonntag spielte sich das Rose-Team dann phasenweise in einen Rausch und fährt nun als Tabellenführer nach der Länderspielpause am 29. Oktober zu Borussia Dortmund. Für Augsburg wird es nicht einfacher. In zwei Wochen wartet im Derby der FC Bayern München.

Wolfsburg jetzt Zweiter und weiterhin ungeschlagen

Der VfL Wolfsburg geht als Tabellenzweiter in die Länderspielpause. Der Europa-League- Teilnehmer gewann am Sonntag mit 1:0 (0:0) gegen den Aufsteiger 1. FC Union Berlin und zog in der Tabelle an großen Namen wie Bayern München, Schalke 04 und dem nächsten Gegner RB Leipzig vorbei.

Den Siegtreffer für die weiter ungeschlagenen "Wölfe" schoss Torjäger Wout Weghorst erst in der 69. Minute. Das ließ den VfL auch den Ärger über einen wieder zurückgenommenen Foulelfmeter vergessen (53.). Auch da stand Weghorst schon zur Ausführung bereit, als sich Schiedsrichter Bastian Dankert die Szene nach einem Hinweis seines Videoassistenten noch einmal am Spielfeldrand auf seinem Bildschirm ansah. Dort erkannte er dann: Weghorst hatte den Ball mit dem Ellbogen berührt, bevor er von Marvin Friedrich gefoult wurde.

"Wir haben verdient gewonnen. Auch wenn Union manches Mal gefährlich wurde", urteilte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer, kritisierte aber die Chancenverwertung seines Teams. "Es wäre schön gewesen, wenn wir gleich in der Startphase unsere Möglichkeiten genutzt hätten." Platz zwei sei eine schöne Momentaufnahme. "Jetzt werden wir in der Länderspielpause erst mal ein wenig abschalten, um dann weiter zu punkten", sagte er dem TV-Sender Sky. 

Der Aufsteiger ist nach der vierten Niederlage in Serie nur aufgrund des besseren Torverhältnisses noch nicht auf einen direkten Abstiegsplatz zurückgefallen. Der VfL dagegen nutzte diesmal die große Chance, die sich ihm schon beim vorangegangenen Heimspiel gegen Hoffenheim (1:1) geboten hatte: Er verbesserte sich auf einen Champions-League-Platz. Außerdem ist er auch nach dem zehnten Pflichtspiel unter seinem Trainer Oliver Glasner weiter ungeschlagen.


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