Betrugsvorwürfe von Spielern und Trainern Unregelmäßigkeiten: Wurde bei der Wahl zum Weltfußballer geschummelt?

Von dpa

Lionel Messi ist wieder Weltfußballer. Für viele Beobachter hätte Virgil van Dijk den Preis mehr verdient gehabt. Ging bei der Wahl alles mit rechten Dingen zu? Foto: dpa/Antonio Calanni/APLionel Messi ist wieder Weltfußballer. Für viele Beobachter hätte Virgil van Dijk den Preis mehr verdient gehabt. Ging bei der Wahl alles mit rechten Dingen zu? Foto: dpa/Antonio Calanni/AP

Zürich. Lionel Messi wurde zum sechsten Mal zum Weltfußballer gewählt. Doch ging bei der Wahl alles mit rechten Dingen zu? Laut den Aussagen und Fotos von zwei Wahlberechtigten nicht.

Der Nationaltrainer des Sudans, der Kapitän der Landesauswahl Nicaraguas und Ägyptens Fußballverband – alle haben Unregelmäßigkeiten bei der diesjährigen Wahl zum Weltfußballer angeprangert. Zwar verteidigte sich die Fifa am Donnerstag gegen Vorwürfe, bei der Auszeichnung des Argentiniers Lionel Messi sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Doch es bleiben offene Fragen. (Für diesen Bericht gibt es ein Update, Sie lesen es am Ende des Textes)

Kreuz bei Salah, Stimme an Messi?

Sudan-Coach Zdravko Logarusic twitterte ein Foto seines Stimmzettels, auf dem das Erststimmen-Kreuz neben dem Namen des Ägypters Mohamed Salah vom FC Liverpool gesetzt ist. 

Laut der offiziellen Fifa-Liste ging die Stimme jedoch an Messi. Der ägyptische Verband EFA wiederum verlangte in einem Facebook-Eintrag vom Weltfußballverband eine Erklärung, warum die Stimmen seines Auswahl-Trainers und -Kapitäns nicht gezählt wurden. Sie seien rechtzeitig vor dem Stichtag am 19. August abgegeben worden.  

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Kein Kreuz gemacht – Stimme an Messi?

Der Kapitän der nicaraguanischen Auswahl, Juan Barrera, erklärte auf Twitter, gar nicht an der Abstimmung teilgenommen zu haben. 

In der Fifa-Liste tauchte er allerdings auf – demnach hatte er Messi seine Erststimme gegeben. Barrera sei besorgt über die Situation, hieß es in einer Mitteilung seines nicaraguanischen Vereins Real Estelí FC.

Fifa-Mitteilung wirft Fragen auf

"Wir bestätigen, dass wir die richtigen, vom Spieler unterschriebenen Stimmen haben", teilte die Fifa am Donnerstag auf Anfrage zum Fall Barrera mit. Man habe die Wahlunterlagen des nicaraguanischen Verbands überprüft – alle seien unterschrieben und durch den Stempel des Verbands des mittelamerikanischen Landes bestätigt. Dieser sei gebeten, die Sache zu untersuchen.

Barrera hatte nach einem Bericht der Zeitung "La Prensa" angegeben, im vergangenen Jahr sei ihm ein Link zur Abstimmung per E-Mail geschickt worden. Damals habe er daran teilgenommen. In diesem Jahr habe er den Link aber nicht bekommen.

An der Wahl konnten die Kapitäne und Trainer aller Nationalteams sowie Fans und Medienvertreter teilnehmen. Stürmerstar Messi vom FC Barcelona erhielt die Auszeichnung bei der Preisverleihung am Montag in Mailand bereits zum sechsten Mal und wurde damit Rekord-Weltfußballer. 

[Update 27.09., 11:50 Uhr]: Der Fußballverband aus Nicaragua hat nach Unklarheiten über seine Stimmabgabe bei der diesjährigen Wahl zum Weltfußballer einen "Verwaltungsfehler" eingeräumt. Die ausgefüllten Wahlunterlagen seien "irrtümlicherweise" mit dem Namen und der Unterschrift von Juan Barrera, dem Kapitän der nicaraguanischen Auswahl, versehen worden, hieß es am Donnerstag (Ortszeit) in einer Mitteilung des Verbands. Gewählt habe aber eigentlich der zweite Kapitän Manuel Rosas. Sowohl Rosas als auch Mannschaftstrainer Henry Duarte hätten aber für Messi gestimmt, "ganz so, wie es in der offiziellen Liste der FIFA steht". 


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