Qualifikation in der heißen Phase Von Kosovo bis Armenien: Diese Exoten haben Chancen auf eine EM-Teilnahme

Henrikh Mkhitaryan (Armenien, v.l.n.r.), Valon Berisha (Kosovo) und Teemu Pukki (Finnland) haben mit ihren Nationalmannschaften Chancen, sich für die EM zu qualifizieren. Foto: imago images/ANE Edition/Focus Images/Newspix24Henrikh Mkhitaryan (Armenien, v.l.n.r.), Valon Berisha (Kosovo) und Teemu Pukki (Finnland) haben mit ihren Nationalmannschaften Chancen, sich für die EM zu qualifizieren. Foto: imago images/ANE Edition/Focus Images/Newspix24

Hamburg. David gegen Goliath: Diese Spiele kennen Fußballfans bestens aus den Pokalwettbewerben. Auch bei der Europameisterschaft 2020 sind solche Duelle nicht unwahrscheinlich, wie die aktuellen Gruppen-Konstellationen der Qualifikation zeigen. Einige "Fußballzwerge" haben die große Chance, das EM-Ticket zu lösen.

Eine Premiere feiert die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr. Dann findet das Turnier zum ersten Mal in zwölf Städten statt. Um 20 Startplätze spielen die Nationalmannschaften im Rahmen der EM-Qualifikation, vier Tickets werden über die Nations League vergeben.

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Bei der EM 2016 tummelten sich Exoten wie Nordirland, Ungarn und Albanien im Teilnehmerfeld. Auch für die EM 2020 stehen die Chancen nicht schlecht, dass sogenannte "Fußball-Zwerge" auf der großen Bühne spielen werden – eine Übersicht der Quali-Gruppen:

Gruppe A

England12 Punkte (4 Spiele)
Tschechien9 (5)
Kosovo8 (5)
Bulgarien2 (5)
Montenegro2 (5)

Ein Spektakel lieferten sich England und der Kosovo am Dienstagabend. Beim 5:3 (5:1)-Sieg der Briten traf BVB-Star Jadon Sancho doppelt in Southampton. Die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate führt mit vier Siegen aus vier Spielen die Gruppe an, dahinter entwickelt sich ein Zweikampf zwischen Tschechien (9) und dem Kosovo (8). Die kosovarische Fußballnationalmannschaft besteht offiziell erst seit dem 3. Mai 2016, eine EM-Qualifikation wäre das Highlight der noch jungen Geschichte des Teams.

Nächster Spieltag:

  • Tschechien - England
  • Montenegro - Bulgarien (beide 11. Oktober)
  • Bulgarien - England
  • Kosovo - Montenegro (beide 14. Oktober)

Gruppe B

Ukraine13 Punkte (5 Spiele)
Portugal8 Punkte (4)
Serbien7 (5)
Luxemburg4 (5)
Litauen1 (5)

Gruppe B wird überraschend von der Ukraine mit 13 Punkten angeführt. Bei sieben Zählern Vorsprung auf Serbien (Platz 3) scheint das EM-Ticket so gut wie sicher, eine kleine Sensation. Die Experten hatten neben Portugal (2) eher die serbische Nationalmannschaft auf dem Zettel. Spieler wie Sergey Milinkovic-Savic (Lazio Rom), Luka Jovic (Real Madrid) und Filip Kostic (Eintracht Frankfurt) müssen um die EM-Teilnahme zittern.

Nächster Spieltag:

  • Portugal - Luxemburg
  • Ukraine - Litauen (beide 11. Oktober)
  • Ukraine - Portugal
  • Litauen - Serbien (beide 14. Oktober)

Gruppe C

Deutschland12 Punkte (5 Spiele)
Nordirland 12 (5)
Niederlande9 (4)
Weißrussland3 (5)
Estland0 (5)

Mit Ruhm hat sich die deutsche Nationalmannschaft bislang nicht bekleckert. Das 2:0 (0:0) gegen Nordirland war alles andere als souverän, den direkten Vergleich verlor die DFB-Elf gegen die Niederlande (9). Mit einem Spiel weniger kann die Elftal an Deutschland (12) vorbeiziehen, das Trio hätte in diesem Fall dieselbe Punktzahl. Heißt: Trotz des 2:0 ist das Team von Trainer Jogi Löw noch nicht ganz durch, Nordirland hat – bei sicherlich schwererem Restprogramm (zweimal gegen die Niederlande, einmal gegen Deutschland) – die EM-Qualifikation noch in der eigenen Hand.

Nächster Spieltag

  • Weißrussland - Estland
  • Niederlande - Nordirland (beide 10. Oktober)
  • Weißrussland - Niederlande
  • Estland - Deutschland (beide 13. Oktober)

Gruppe D

Irland11 Punkte (5 Spiele)
Dänemark9 (5)
Schweiz8 (4)
Georgien4 (5)
Gibraltar0 (5)

Völlig offen ist weiterhin Gruppe D. Irland führt die Gruppe mit elf Punkten an, die Schweiz lauert mit drei Punkten und einem Spiel weniger auf Rang drei auf ihre Chance. Dazwischen steht Dänemark mit neun Zählern auf dem begehrten zweiten Platz. In den direkten Duellen am kommenden Spieltag werden die Weichen für die EM-Qualifikation gestellt. 

Nächster Spieltag:

  • Georgien - Irland
  • Dänemark - Schweiz (beide 12. Oktober)
  • Schweiz - Irland
  • Gibraltar - Georgien (beide 15. Oktober)

Gruppe E

Kroatien10 Punkte (5 Spiele)
Slowakei9 (5)
Ungarn9 (5)
Wales6 (4)
Aserbaidschan1 (5)

Die Slowakei (9) hatte sich nur einmal für eine EM-Endrunde qualifiziert. 2016 scheiterten die Slowaken mit 0:3 an Deutschland im Achtelfinale. Eine erneute Qualifikation ist nicht unwahrscheinlich, steht die Mannschaft um Inter-Star Milan Skriniar mit nur einem Punkt Rückstand hinter Kroatien (10) auf Platz zwei. Apropos Kroatien: Der Vizeweltmeister muss tatsächlich noch um die EM-Teilnahme zittern. Das No-Name-Team Ungarn (9) auf Rang drei hat ebenfalls nur einen Punkt Rückstand auf Kroatien. Chancen hat sogar noch Wales (6), das mit einem Spiel weniger auf Platz vier steht.

Nächster Spieltag:

  • Kroatien - Ungarn
  • Slowakei - Wales (beide 10. Oktober)
  • Ungarn - Aserbaidschan
  • Wales Kroatien (beide 13. Oktober)

Gruppe F

Spanien18 Punkte (6 Spiele)
Schweden11 (6)
Rumänien10 (6)
Norwegen9 (6)
Malta3 (6)
Färöer0 (6)

Eine klare Angelegenheit scheint der Gruppensieg von Spanien zu sein. Die Südeuropäer gewannen alle sechs Spiele und stehen mit 18 Punkten auf Platz eins – mit sieben Punkten Vorsprung auf Schweden (11). Hinter den Skandinaviern lauern Rumänien (10) und Norwegen (9). Eine EM-Qualifikation der Norweger wäre eine große Überraschung, schaffte die Nationalmannschaft doch bisher nur einmal diesen Schritt (2000).

Nächster Spieltag:

  • Färöer - Rumänien
  • Norwegen - Spanien
  • Malta - Schweden (alle 12. Oktober)
  • Schweden - Spanien
  • Rumänien - Norwegen
  • Färöer - Malta (alle 15. Oktober)

Gruppe G

Polen13 Punkte (6 Spiele)
Slowenien11 (6)
Österreich10 (6)
Israel8 (6)
Nordmazedonien8 (6)
Lettland0 (6)

Spannend geht es auch in Gruppe G zu. Favorit Polen führt die Gruppe zwar mit 13 Punkten an, Slowenien (11) und Österreich (10) sind jedoch in Lauerstellung. Vor allem umkämpft ist Rang zwei, denn mit jeweils acht Punkten sind auch die Außenseiter Israel und Nordmazedonien noch nicht aus dem Rennen. Beide Nationalmannschaften erreichten noch nie eine EM-Endrunde.

Nächster Spieltag:

  • Polen - Nordmazedonien
  • Slowenien - Österreich (beide 13. Oktober)
  • Israel - Lettland (15. Oktober)

Gruppe H

Frankreich15 Punkte (6 Spiele)
Türkei15 (6)
Island12 (6)
Albanien9 (6)
Moldawien3 (6)
Andorra0 (6)

Mit jeweils 15 Punkten führen Frankreich und die Türkei die Gruppe H an, mit drei Punkten Rückstand steht Island auf Rang drei. Allerdings haben die Isländer die Qualifikation weiterhin selbst in der Hand, spielen die Nordlichter am nächsten Spieltag doch selbst gegen Frankreich am 11. Oktober. Drei Tage später werden sich die Franzosen und Türken die Punkte gegenseitig wegnehmen.

Nächster Spieltag:

  • Island - Frankreich
  • Türkei - Albanien
  • Andorra - Moldawien (alle 11. Oktober)
  • Frankreich - Türkei
  • Island - Andorra
  • Moldawien - Albanien (alle 14. Oktober)

Gruppe I

Belgien18 Punkte (6 Spiele)
Russland15 (6)
Zypern7 (6)
Kasachstan7 (6)
Schottland6 (6)
San Marino 0 (6)

Das deutlichste Tabellenbild findet man in Gruppe I. Belgien (18) entschied alle Spiele für sich, dahinter steht Russland mit 15 Zählern. Und die Konkurrenz? Die schläft komplett. Zypern sammelte wie Kasachstan auch gerade einmal sieben Punkte. Schottland, denen man am ehesten ein Wunder zugetraut hätte, steht mit sechs Punkten auf dem vorletzten Platz.

Nächster Spieltag:

  • Kasachstan - Zypern
  • Belgien - San Marino
  • Russland - Schottland (alle 10. Oktober)
  • Kasachstan - Belgien
  • Schottland - San Marino
  • Zypern - Russland (alle 13. Oktober)

Gruppe J

Italien18 Punkte (6 Spiele)
Finnland12 (6)
Armenien9 (6)
Bosnien-Herzegowina7 (6)
Griechenland5 (6)
Liechtenstein1 (6)

Eine Überraschung scheint in Gruppe J perfekt zu sein. Zwar führt Italien (18) erwartungsgemäß die Gruppe an, doch mit Finnland (12) und Armenien (9) folgen zwei Mannschaften, die noch nie zuvor für eine EM-Endrunde qualifiziert waren. Die eigentlichen Favoriten auf den zweiten Platz – Bosnien-Herzegowina (7) und Griechenland (5) – straucheln gewaltig. 

Nächster Spieltag:

  • Bosnien-Herzegowina - Finnland
  • Italien - Griechenland
  • Liechtenstein - Armenien (alle 12. Oktober)
  • Finnland - Armenien
  • Griechenland - Bosnien-Herzegowina
  • Liechtenstein - Italien (alle 15. Oktober)


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