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Qualifikation in der heißen Phase Von Kosovo bis Finnland: Diese Exoten haben Chancen auf eine EM-Teilnahme

Rune Jarstein (Norwegen, v.l.n.r.), Valon Berisha (Kosovo) und Teemu Pukki (Finnland) haben mit ihren Nationalmannschaften Chancen, sich für die EM zu qualifizieren. Foto: imago images/Bildbryan/Focus Images/Newspix24Rune Jarstein (Norwegen, v.l.n.r.), Valon Berisha (Kosovo) und Teemu Pukki (Finnland) haben mit ihren Nationalmannschaften Chancen, sich für die EM zu qualifizieren. Foto: imago images/Bildbryan/Focus Images/Newspix24

Hamburg. David gegen Goliath: Diese Spiele kennen Fußballfans bestens aus den Pokalwettbewerben. Auch bei der Europameisterschaft 2020 sind solche Duelle nicht unwahrscheinlich, wie die aktuellen Gruppen-Konstellationen der Qualifikation zeigen. Einige "Fußballzwerge" haben die große Chance, das EM-Ticket zu lösen.

Eine Premiere feiert die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr. Dann findet das Turnier zum ersten Mal in zwölf Städten statt. Um 20 Startplätze spielen die Nationalmannschaften im Rahmen der EM-Qualifikation, vier Tickets werden über die Nations League vergeben. Italien, Belgien, Russland, die Ukraine, Spanien und Polen sind bereits qualifiziert.

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Bei der EM 2016 tummelten sich Exoten wie Nordirland, Ungarn und Albanien im Teilnehmerfeld. Auch für die EM 2020 stehen die Chancen nicht schlecht, dass sogenannte "Fußball-Zwerge" auf der großen Bühne spielen werden – eine Übersicht der Quali-Gruppen:

Gruppe A

England15 Punkte (6 Spiele)
Tschechien12 (6)
Kosovo11 (6)
Montenegro3 (7)
Bulgarien3 (7)

Durch den jüngsten 6:0-Erfolg über Bulgarien hat England das EM-Ticket so gut wie sicher. Dahinter entwickelt sich ein Zweikampf zwischen Tschechien (12) und dem Kosovo (11). Die kosovarische Fußballnationalmannschaft besteht offiziell erst seit dem 3. Mai 2016, eine EM-Qualifikation wäre das Highlight der noch jungen Geschichte des Teams. Der Kosovo hat es in der eigenen Hand, das EM-Ticket zu lösen.

Nächster Spieltag:

  • England - Montenegro
  • Tschechien - Kosovo (beide 14. November)
  • Bulgarien - Tschechien
  • Kosovo - England (beide 17. November)

Gruppe B

Ukraine19 Punkte (7 Spiele)
Portugal11 (6)
Serbien10 (6)
Luxemburg4 (6)
Litauen1 (7)

Den Gruppensieg in Gruppe B wird überraschend die Ukraine (19) einfahren. Bei acht Zählern Vorsprung auf Portugal (Platz 2) ist das EM-Ticket sicher, eine kleine Sensation. Der Titelverteidiger selbst bangt noch um die Teilnahme. Zwar stehen der Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo mit Litauen und Luxemburg vermeintlich einfache Aufgaben bevor, auf dem Papier kann Portugal jedoch noch von Serbien (10) abgefangen werden.

Nächster Spieltag:

  • Portugal - Litauen
  • Serbien - Luxemburg (beide 14. November)
  • Serbien - Ukraine
  • Luxemburg - Portugal (beide 17. November)

Gruppe C

Niederlande15 Punkte (6 Spiele)
Deutschland15 (6)
Nordirland12 (6)
Weißrussland4 (7)
Estland1 (7)

Mit Ruhm hat sich die deutsche Nationalmannschaft (15) bislang nicht bekleckert. Zudem verlor die DFB-Elf den direkten Vergleich gegen die Niederlande (15). In der eigenen Hand kann sogar noch Nordirland (12) das EM-Ticket lösen. Der Außenseiter trifft in den verbleibenden Spielen auf die direkten Konkurrenten aus Deutschland und den Niederlanden

Nächster Spieltag

  • Deutschland - Weißrussland
  • Nordirland - Niederlande (beide 16. November)
  • Niederlande - Estland
  • Deutschland - Nordirland (beide 19. November)

Gruppe D

Dänemark12 Punkte (6 Spiele)
Irland12 (7)
Schweiz11 (6)
Georgien8 (7)
Gibraltar0 (6)

Völlig offen ist die Gruppe D. Diese führt Dänemark (12) an, punktgleich dahinter – mit einem Spiel mehr auf dem Konto – lauert Irland. Wiederum mit einem Zähler weniger steht die Schweiz auf Rang drei. Die Dänen können noch von der Schweiz und den Iren eingeholt werden.

Nächster Spieltag:

  • Schweiz - Georgien
  • Dänemark - Gibraltar (beide 15. November)
  • Irland - Dänemark
  • Gibraltar - Schweiz (beide 18. November)

Gruppe E

Kroatien14 Punkte (7 Spiele)
Ungarn12 (7)
Slowakei10 (6)
Wales8 (6)
Aserbaidschan1 (6)

Die Slowakei (10) hatte sich nur einmal für eine EM-Endrunde qualifiziert. 2016 scheiterten die Slowaken mit 0:3 an Deutschland im Achtelfinale. Eine erneute Qualifikation ist nicht unwahrscheinlich, steht die Mannschaft um Inter-Star Milan Skriniar mit nur zwei Punkten Rückstand hinter Ungarn (12) auf Platz Drei. Chancen hat sogar noch Wales (8), das mit einem Spiel weniger auf Platz vier steht. Vizeweltmeister Kroatien (14) führt die Gruppe an, kann theoretisch noch vom Trio abgefangen werden.

Nächster Spieltag:

  • Aserbaidschan - Wales
  • Kroatien - Slowakei (beide 16. November)
  • Wales - Ungarn
  • Slowakei - Aserbaidschan (beide 19. November)

Gruppe F

Spanien20 Punkte (8 Spiele)
Schweden15 (8)
Rumänien14 (8)
Norwegen11 (8)
Malta3 (8)
Färöer3 (8)

Da sich Rumänien (14) und Schweden (15)am kommenden Spieltag die Punkte gegenseitig wegnehmen werden, sind die Spanier (20) nicht mehr von beiden Teams einzuholen. Hinter Rumänien und und Schweden lauert Norwegen (11). Eine EM-Qualifikation der Norweger, die mit Färöer und Malta das einfachste Restprogramm vorweisen, wäre eine große Überraschung, schaffte die Nationalmannschaft doch bisher nur einmal diesen Schritt (2000).

Nächster Spieltag:

  • Spanien - Malta
  • Norwegen - Färöer
  • Rumänien - Schweden (alle 15. November)
  • Spanien - Rumänien
  • Schweden - Färöer
  • Malta - Norwegen (alle 18. November)

Gruppe G

Polen19 Punkte (8 Spiele)
Österreich16 (8)
Slowenien11 (8)
Israel11 (8)
Nordmazedonien11 (8)
Lettland0 (8)

Klare Verhältnisse herrschen mittlerweile in Gruppe G. Favorit Polen hat das EM-Ticket bereits sicher, Österreich (16) kann gegen Nordmazedonien (11) alles klar machen. Hinter Nordmazedonien haben Slowenien und Israel (beide 11 Punkte) nur noch theoretische Chancen.

Nächster Spieltag:

  • Slowenien - Lettland
  • Österreich - Nordmazedonien
  • Israel - Polen (alle 16. November)
  • Polen - Slowenien
  • Nordmazedonien - Israel
  • Lettland - Österreich (alle 19. November)

Gruppe H

Türkei19 Punkte (8 Spiele)
Frankreich19 (8)
Island15 (8)
Albanien12 (8)
Andorra3 (8)
Moldawien3 (8)

Mit jeweils 19 Punkten führen die Türkei und Frankreich die Gruppe H an, mit vier Punkten Rückstand steht Island auf Rang drei. Am 14. November reisen die Isländer nach Istanbul, selbst im Falle eines Sieges ist die EM-Teilnahme unwahrscheinlich: Die Türkei spielt am letzten Spieltag beim Fußballzwerg Andorra (3).

Nächster Spieltag:

  • Türkei - Island
  • Frankreich - Moldawien
  • Albanien - Andorra (alle 14. November)
  • Albanien - Frankreich
  • Moldawien - Island
  • Andorra - Türkei (alle 17. November)

Gruppe I

Belgien24 Punkte (8 Spiele)
Russland21 (8)
Zypern10 (8)
Schottland9 (8)
Kasachstan7 (8)
San Marino 0 (8)

Das deutlichste Tabellenbild findet man in Gruppe I. Belgien (24) entschied alle Spiele für sich, dahinter steht Russland mit 21 Zählern. Und die Konkurrenz? Die schläft komplett. Zypern sammelte zehn Punkte. Schottland, denen man am ehesten ein Wunder zugetraut hätte, steht mit neun Punkten auf dem vierten Platz.

Nächster Spieltag:

  • Zypern - Schottland
  • Russland - Belgien
  • San Marino - Kasachstan (16. November)
  • Belgien - Zypern
  • Schottland - Kasachstan
  • San Marino - Russland (19. November)

Gruppe J

Italien24 Punkte (8 Spiele)
Finnland15 (8)
Armenien10 (8)
Bosnien-Herzegowina10 (8)
Griechenland8 (8)
Liechtenstein2 (8)

Eine Überraschung scheint sich in Gruppe J anzubahnen. Zwar führt Italien (24) erwartungsgemäß die Gruppe an, doch Finnland (15) kann mit einem Heimsieg gegen Liechtenstein (2) am 15. November die erste EM-Teilnahme perfekt machen. Die eigentlichen Favoriten auf den zweiten Platz – Bosnien-Herzegowina (10) und Griechenland (8) – enttäuschten.

Nächster Spieltag:

  • Finnland - Lichtenstein
  • Armenien - Griechenland
  • Bosnien-Herzegowina - Italien (alle 15. November)
  • Italien - Armenien
  • Griechenland - Finnland
  • Liechtenstein - Bosnien-Herzegowina (18. November)


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