Harte Strafe vom Verband Nach Jagdszenen und Schiri-Prügel: Jahrelange Sperren für Kreisliga-Kicker

Von Alexander Barklage und dpa

Nach den Jagdszenen auf ein Schiedsrichter in der Kreisliga Moers sind nun die Urteile gegen die Beteiligten gesprochen worden. Symbolbild: imago images / Patrick ScheiberNach den Jagdszenen auf ein Schiedsrichter in der Kreisliga Moers sind nun die Urteile gegen die Beteiligten gesprochen worden. Symbolbild: imago images / Patrick Scheiber

Moers. Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter in der Fußball-Kreisliga hat das Sportgericht nun harte Urteile gesprochen.

Nach Attacken gegen zwei Schiedsrichter bei einem Amateur-Fußballspiel hat ein Sportgericht mehrjährige Spiel- und Platzverbote gegen die Täter verhängt. Ein Betreuer des TuS Asterlagen darf sieben Jahre lang keine Funktion in einem Verein ausüben. Außerdem dürfe er nach einer Entscheidung des Sportgerichts des Fußballkreises Moers anderthalb Jahre keinen Fußballplatz betreten, sagte Hernik Lerch, Pressesprecher des Fußballverbands Niederrhein gegenüber unserer Redaktion. Zudem erhielt ein Spieler fünfeinhalb Jahre Spiel- und ein Jahr Platzverbot. Außerdem wurde gegen den Spieler auch Strafanzeige gestellt, er wird also auch zivilrechtlich verfolgt, teile Lerch mit.


Sieben Jahre Betätigungssperre für Asterlagener Betreuer

Der Betreuer soll einen Schiedsrichter-Assistenten zu Fall gebracht und anschließend auf ihn eingetreten haben. Mit den sieben Jahren Betätigungssperre sei das Gericht ein Jahr unter der möglichen Höchststrafe von acht Jahren geblieben, sagte der Pressesprecher Lerch. 

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Der Spieler soll den Schiedsrichter geschlagen und getreten haben. Zuvor soll ein weiterer Spieler des Duisburger Vereins einen Gegenspieler mit einem Kaugummi bespuckt haben. Er erhielt fünf Monate Spielsperre. Beide Spieler sollen außerdem an einem Antigewalt-Training teilnehmen.

Betreuer und Spieler entschuldigen sich per Handschlag

Der Verbands-Sprecher sagte, dass sich der anwesende Spieler vom TuS Asterlagen während der Verhandlung persönlich bei dem Schiedsrichter per Handschlag entschuldigt habe. Auch der Betreuer soll sich bei dem Assistenten entschuldigt haben.

TuS Asterlagen spielt die kommenden Hinrunde auf Bewährung

Der Verein muss außerdem 750 Euro Ordnungsstrafe wegen unsportlichen Verhaltens sowie weitere 150 Euro zahlen, weil er für den Spielabbruch verantwortlich war. Zudem wird in der kommenden Saison bei den Spielen des TuS Asterlagen ein Beobachter des Fußballverbandes Mittelrhein bzw vom Fußballkreis Moers zugegen sein. Die Mannschaft spielt sozusagen "auf Bewährung" in der Hinrunde. Sollte es keine besonderen Vorkommnisse geben, entfällt die Maßnahme zur Rückrunde. 

Gewalt gegen Schiedsrichter ist kein Einzelfall

Der Schiedsrichterbeobachter und Sprecher der Arbeitsgruppe "Gewalt gegen Schiedsrichter" Thomas Kirches erklärt in der "Bild-Zeitung": "Dass wir bis jetzt keinen toten Schiedsrichter haben, ist pures Glück! Jeder kennt die Problematik der Gewalt gegen die Unparteiischen. Wenn wir weiter nur zugucken, müssen wir uns darauf vorbereiten, bald zu kondolieren!" Kirches fordert höhere Strafe für Gewalttäter im Amateur-Fußball. 

Laut DFB kam es in der Vergangenheit bei 4078 Spielen zu Gewalthandlungen, bei 2768 Spielen zu Diskriminierungen (Saison 2017/18). 667 Spiele wurden abgebrochen. 3635 Spieler, 2866 Schiris, 428 Zuschauer, 421 Betreuer wurden Opfer.


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