Wehen erobert den letzten Platz Zweitliga-Saison 2019/2020: Zwölf Ex-Bundesligisten dabei

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Osnabrück. Mit dem 3:2 in Ingolstadt ist die letzte Entscheidung über die Ligenzugehörigkeit im deutschen Profifußball gefallen: Der SV Wehen Wiesbaden hat die Rückkehr in die 2. Bundesliga geschafft und kehrt nach zehn Jahren in der 3. Liga zurück in die 2. Bundesliga.

Der FC Ingolstadt stürzt zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga ab in die 3. Liga, die er 2009/10 durch einen Sieg in der Relegation gegen Hansa Rostock zusammen mit Meister VfL Osnabrück nach oben verlassen hatte.

Bei den Fans der Lila-Weißen ist die Vorfreude auf die erste Saison in der 2. Bundesliga seit dem Abstieg 2011 riesengroß; mancher vergleicht die Besetzung des Unterhauses mit der Saison 2007/08, als der VfL mit Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln, Mainz 05, SC Freiburg, München 1860, 1. FC Kaiserslautern, FC St. Pauli und Alemannia Aachen in der – wie es damals hieß – „stärksten 2. Liga aller Zeiten“ spielte. Und sich behauptete, denn es war die einzige Saison, in der die Lila-Weißen den Klassenerhalt schafften; den Aufstiegen von 2000, 2003 und 2010 folgte der direkte Abstieg. 

In der kommenden Spielzeit sind zwölf ehemalige Bundesligisten im Rennen; acht der Konkurrenten waren schon deutscher Meister: Hannover 96, VfB Stuttgart, Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Holstein Kiel, Karlsruher SC, Spvg. Greuther Fürth und Dynamo Dresden.

Mit einer Ausnahme hat der VfL schon mit jedem der 17 Rivalen um Ligapunkte gespielt: Nur der VfB Stuttgart war noch nie Gegner des VfL im Punktspielalltag – wenn man die Gruppenspiele der Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1952 nicht dazurechnet.

Fotos: Helmut Kemme, Witters (Frank Peters/2, Leonie Horky, Sebastian Widmann, Tay Duc Lam), imago images (Zink, RHR-Foto, Jan Huebner, Steffen Kuttner, Sportword, Camera 4, Sascha Janne/2, Philipp Szyza, Team 2, Eibner, Picture Point LE), Grafik: Neue OZ/Hente


Lange warten musste der VfL auf das Wiedersehen mit dem großen HSV: Die Wege der langjährigen Rivalen, die von 1947 bis 1963 der Oberliga Nord angehörten, kreuzten sich zuletzt in einem Punktspiel am 15. Dezember 1962, die Gäste gewannen 3:1. Es folgten drei Pokalspiele, von denen der VfL zwei gewann: 2009/10 mit 7:5 nach Elfmeterschießen sowie 2017/18 mit 3:1; 1988/89 gewann der HSV an der Bremer Brücke mit 1:0. Mehr als ein Jahrzehnt liegen auch die letzten Ligaspiele gegen den 1. FC Nürnberg (2008/09), den FC St. Pauli (2008/09) und Hannover 96 (2000/01) zurück.

Gegen den VfL Bochum bestritt der VfL Osnabrück sein letztes Heimspiel in der 2. Bundesliga – am 8. Mai 2011 verlor das Team der Interimstrainer Heiko Flottmann und Joe Enochs mit 1:3; eine Woche später gewann die Mannschaft durch ein Tor von Sebastian Tyrala mit 1:0 beim FC Ingolstadt, erreichte den drittletzten Platz und damit die Relegation, die dann gegen Dynamo Dresden verloren ging.

Die Partie in Ingolstadt war das 860. Spiel des VfL in der 2. Liga (2. Liga Nord und 2. Bundesliga), in der Auftaktpartie 2019/20 am letzten Juli-Wochenende wird der Faden wieder aufgenommen. In der Ewigen Tabelle der 2. Liga wird Osnabrück noch immer auf dem zehnten Rang geführt – mit 296 Siegen, 219 Unentschieden und 345 Niederlagen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gelingt den Lila-Weißen in der kommenden Saison der 1300. Treffer in der 2. Liga; derzeit stehen 1270 zu Buche (bei 1396 Gegentoren). Das Premierentor in der 2. Liga erzielte am 10. August 1974 Stürmer Klaus Fock; der von ihm verwandelte Elfmeter war der Grundstein zum 2:0 gegen Bayer Uerdingen – mit Friedhelm Funkel.


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