1:0-Sieg gegen Italien Robbie Brady köpft Irland in Ekstase

Von Sven Schüer | 23.06.2016, 00:56 Uhr

Lange sah es nach einem torlosen Unentschieden zwischen Italien und Irland aus. Dann kam Robbie Brady und köpfte die Iren in der 85. Minute zum Sieg und in das Achtelfinale.

Der Spielverlauf: Die Partie begann und blieb hart, beide Teams gingen aggressiv in die Zweikämpfe. Das erste spielerische Highlight setzte Irlands Jeff Hendrick, der einen Distanzschuss Zentimeter am Pfosten vorbeizimmerte (9.). Nach einer längeren Phase ohne Highlights köpfte Daryl Murphy nach einer irischen Ecke knapp über das Tor (22.). Italien spielte bis dahin seinen gewohnten Stil und ließ Irland bis zum Sechzehner gewähren. Die B-Elf der Azzurri (siehe unten) kam im gesamten ersten Durchgang nur einmal gefährlich vor den irischen Kasten. In der 43. Minute versuchte es Ciro Immobile aus 18 Metern und verfehlte das Tor nur knapp. Irland auf der anderen Seite war überlegen, fand aber keine Mittel gegen die massierte Abwehr der Italiener.

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Im zweiten Durchgang erwischte Italien den besseren Start. Simone Zaza verpasste mit einer Volleyabnahme das Tor nur knapp (53.). Einen kapitalen Fehlpass von Thiago Motta im eigenen Strafraum konnte Irland kurz darauf nicht verwerten (57.). Azzurri-Torhüter Savatore Sirigu segelte in der 72. Minute am Ball vorbei, doch auch dieses Missgeschick konnten die Iren nicht ausnutzen. Italien tat nicht viel für das Spiel, hätte aber fast die Führung erzielt, als Lorenzo Insigne den Pfosten traf (77.). Besser machten es die Iren wenig später: Eine Flanke von Wesley Hoolahan landete bei Robbie Brady, der den Ball ins Tor köpfte und die irischen Anhänger in Ekstase versetzte (85.).

Die Tore: 0:1 Robbie Brady (85., Wesley Hoolahan flankt auf Robbie Brady, der den Ball ins Tor wuchtet).

Der Mann des Spiels: Robbie Brady. Der 24-Jährige machte sich mit seinem Tor unsterblich für die irischen Anhänger, die ihm mit Sicherheit ein Denkmal setzen werden.

Die Szene des Spiels: Das Tor für Irland in der 85. Minute versetzte ein ganzes Land in Ekstase. Erstmals stehen die Iren in der K.o.-Runde einer Europameisterschaft.

Der Aufreger des Spiels: Kurz vor der Halbzeit fiel James McClean nach einem Rempler von Federico Bernadeschi im italienischen Strafraum. Schiedsrichter Ovidiu Hategan aus Rumänien ließ weiterspielen. Eine Szene der Kategorie „Alles kann, nichts muss.“

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War sonst noch was? Die bereits vor dem Spiel für das Achtelfinale qualifizierten Italiener rotierten mächtig durch. Gleich acht Spieler wurden im Gegensatz zur letzten Partie ausgetauscht.

Die Stimmung: Irlands Anhänger waren gut in Form und gaben auf den Rängen den Ton an. Mit dem Führungstreffer explodierte die ganze Kurve, der Lärm war ohrenbetäubend.

Und jetzt? Italien hatte das Achtelfinale als Gruppensieger bereits vor Anpfiff gebucht, mit Spanien stand auch der Gegner schon vor Spielbeginn fest. Gegen die Iberer spielen die Azzurri am Montag ab 18 Uhr.

Irland sprang durch den Sieg noch auf den dritten Gruppenplatz und spielt nun im Achtelfinale am Sonntag um 15 Uhr gegen Gastgeber Frankreich.

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