Aufsteiger mit starkem Auftritt HSG Nordhorn-Lingen unterliegt 29:30 beim TSV Hannover-Burgdorf

Fabian Böhm (links) gegen Luce de Boer. Foto: imago images/Joachim SielskiFabian Böhm (links) gegen Luce de Boer. Foto: imago images/Joachim Sielski

Hannover. Sensation in der Handball-Bundesliga verpasst: Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen hat sich am Donnerstag beim Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf teuer verkauft. Am Ende kassierte die Mannschaft von Trainer Geir Sveinsson vor 4200 Zuschauern aber eine 29:30 (15:15)-Niederlage.

Obwohl der Aufsteiger nach acht Minuten bereits mit drei Toren (5:2) zurücklag, bewahrte er die Ruhe und ließ sich nicht abschütteln. Nach 20 Minuten glich Linksaußen Pavel Mickal zum 9:9 aus. Beim Stand von 15:15 wurden die Seiten gewechselt. 

Sveinsson wechselte zur Pause den Torwart. Björn Buhrmester ersetzte Bart Ravensbergen. Ein Wechsel, der fruchtete. Nach neun Minuten des zweiten Abschnitts hatte Buhrmester schon so viele Bälle gehalten wie sein Kollege nach der ersten Hälfte, nämlich drei. In der Abwehr stellte der HSG-Coach von 6:0 auf 5:1 um. Georg Pöhle spielte etwas vorgezogen.

Zwar lag Hannover immer wieder mit zwei Treffern vorne, aber Nordhorn-Lingen glich immer wieder aus. Als Julian Possehl in der 44. Minute zum 21:23 traf, schien sogar mehr möglich als nur ein Punkt. "Ruhig bleiben!", mahnte Sveinsson in seiner Auszeit. Bis zum 26:26 von Mickal acht Minuten vor dem Ende blieb die HSG auch ruhig. Doch nach einem Offensivfoul von Patrick Miedema und einem Fehlwurf von Georg Pöhle zogen die Recken auf 29:26 davon (55.). 27 Sekunden vor Schluss nahm TSV-Coach Ortega beim Stand von 30:29 eine Auszeit. Im Anschluss hielten die Hausherren den Ball in den eigenen Reihen und ließen die HSG nicht mehr zum Wurf kommen.

Weber erfolgreichster Werfer

Erfolgreichster Torschütze des Spiels war HSG-Akteur Robert Weber mit acht Treffern. "Wir hätten uns hier heute durchaus einen Punkt verdient", bilanzierte der Rechtsaußen beim Fernsehsender Sky. Hannover habe am Ende die Regelauslegung sehr clever ausgespielt und passiv agiert. "Wir durften nicht mal mehr an den Ball kommen." Abgezockt und klug habe Hannover die zwei Punkte über die Runden gebracht, so der Österreicher. 

Trotz des Nackenschlags blickt Weber zuversichtlich auf die nächsten Aufgaben: "Wir sind der Meinung, dass die Punkte kommen werden. Sie müssen heute nicht unbedingt sein, aber ich denke, wir hätten es uns verdient gehabt." Man habe eine super Mannschaftsleistung gezeigt, "und haben die blöden Fehler von früher abgestellt." Am Ende sei Hannover nicht zu Unrecht Tabellenführer. 

Erleichterung herrschte nach dem Schlusspfiff bei den Gastgebern. "Wir sind heute sehr, sehr glücklich", sagte Hannovers Fabian Böhm. Nordhorn sei eine sehr gute und eingespielte Mannschaft, unterstrich der Nationalspieler. Das Fehlen des dänischen Stars Morten Olsen wollte er nicht als Ausrede gelten lassen. "Morten fehlt immer, wenn er nicht da ist." Aber trotzdem sei man ruhig geblieben. "Heute gewinnen wir schmutzig."

Nächstes Spiel gegen Füchse

Die nächste Partie bestreitet die HSG Nordhorn-Lingen am 10. November vor eigener Kulisse. Im Euregium geht es dann um 13.30 Uhr gegen die Füchse Berlin.


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