Unkoventioneller Leichtathletik-Weg Laura Grönniger: Von der 800-Meter-Strecke zum Kugelstoßen

Leichtathletin Laura Grönniger gewann bei den Landesmeisterschaften im Kugelstoßen in der Halle 2019 die Goldmedaille. Foto: Christian KuhlLeichtathletin Laura Grönniger gewann bei den Landesmeisterschaften im Kugelstoßen in der Halle 2019 die Goldmedaille. Foto: Christian Kuhl

Twist/Hannover. Von der 800-Meter-Disziplin zum Kugelstoßen - nur sehr wenige Leichtathleten wählen einen solchen Weg. Für Laura Grönniger war es aber genau der richtige.

„Einige finden das sicherlich etwas verrückt“, lacht die 21-Jährige beim Interview. Bis zur U 16 hat sie in der Laufdisziplin sogar an Landesmeisterschaften teilgenommen. 

Doch welches Potenzial im Kugelstoßen in Grönniger steckt, bewies sie mit dem Wechsel von der Junioren- in die Frauenklasse 2017 als sie bei den Landesmeisterschaften in der Halle die Kugel über 11,63 m bugsierte und Silber gewann. „Ich hatte in dem Jahr einen echten Leistungssprung gemacht. Ein Jahr vorher habe ich noch einen Meter kürzer geworfen“, erinnert sie sich. Im Januar 2019 setzte sie sich dann sogar mit dem Sieg im Kugelstoßen die Krone bei den Niedersachsenmeisterschaften auf. „Das war mein bisher größter Erfolg.“

Mutter baut Leichtathletikabteilung auf

Dass es Grönniger zur Leichtathletik verschlagen hat, lag bereits in jungen Jahren an ihrer Mutter. „Meine Mama hat seit Jugendjahren Diskuswerfen gemacht und im Jahr 2002 die Leichtathletikabteilung gemeinsam mit Klaus Vorloeper bei Germania Twist aufgebaut. Ich war damals fünf Jahre alt und bin mit zu den Trainingseinheiten gegangen“, so die Twisterin, die seit Oktober 2018 Wirtschaftsingenieurwesen in Hannover studiert. „Mit sechs Jahren habe ich dann mit der Kinderleichtathletik begonnen.“

Nebenbei habe sie auch geschwommen und Volleyball gespielt. „In der siebten Klasse habe ich mich dann aber auf die Leichtathletik konzentriert, da es zeitlich sonst nicht mehr machbar war.“

4000-Punkte-Marke im Siebenkapf im Blick

Neben dem Kugelstoßen ist Grönniger, die nach dem Abitur 2016 am Gymnasium Marianum zunächst eine Ausbildung bei Kampmann zur Industriekauffrau absolviert hatte, auch in den Mehrkampfdisziplinen auf Landesebene vorne dabei. 2017 gewann sie unter anderem bei den Landesmeisterschaften im Fünfkampf (Disziplinen: Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, 100 m, 800 m) Bronze.

Zwar sieht die Leichtathletin die Deutsche Meisterschaft noch sehr weit entfernt, dennoch hat sie sich für die kommenden Jahre eine Menge vorgenommen. „Ich möchte meine Leistungen natürlich noch steigern. Meine langfristigen Ziele sind im Kugelstoßen die zwölf Meter zu überwerfen und im Siebenkampf die 4000-Punkte-Marke zu knacken. Zudem möchte ich es bei den Norddeutschen Meisterschaften zu einer Medaille schaffen“, gibt sich Grönniger ehrgeizig.

Großes Trainingspensum

Um das zu erreichen, trainiert sie vier bis fünfmal in der Woche. Inklusive zwei Trainingseinheiten am Wochenende. „Von Freitag bis Sonntag bin ich meistens in der Heimat. Dann wird mit den Trainern die genaue Technik trainiert. Unter der Woche trainiere ich in Hannover die Grundlagen für mich. Ich bin aber noch auf der Suche nach einer Trainingsgruppe.“

Bei dem großen Pensum bleibt nur noch wenig Zeit für anderes. „Gemeinsam mit dem Studium geht viel Zeit drauf. Aber zum Ausgleich spiele ich gerne Klavier oder treffe mich mit Freunden.“

Norddeutsche Meisterschaften in Papenburg

Die nächsten Wettkämpfe werden dann die Norddeutschen Meisterschaften und Landesmeisterschaften im Siebenkampf am 1. und 2. Juni im Papenburger Waldstadion. Mit ihrem Talent und Trainingseifer könnte dabei wieder eines der drei Edelmetalle herausspringen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN