Beim 67. Offenen Lingener Tennisturnier Middendorf holt den Titel in Lingen – Emsländer ohne Sieg



Lingen. Aufschläge von über 200 Stundenkilometer, hochklassige und extrem lange Ballwechsel gab es am Wochenende beim 67. Offenen Lingener Tennisturnier zu sehen. Julia Middendorf siegte bei den Frauen. Der Männertitel ging an den topgesetzten Frederik Press. Die zwei Emsländer blieben sowohl in der Haupt- als auch in der Nebenrunde sieglos.


Blieb ohne Sieg: Greta Arens (TV Sparta 87 Nordhorn). Foto: Lars Schröer


Im Finale bei den Herren setzte sich Frederik Press (Großflottbeker THGC) durch ein 7:5 und 6:3 gegen Dominik Bartels vom Wilhelmshavener THC durch und sicherte sich 1400 Euro Preisgeld. In einem ausgeglichenen ersten Satz konnte der 24-jährige durch seinen extrem harten und präzisen Aufschlag, der teilweise mit über 200km/h bei Bartels einschlug, viele freie Punkte erzielen oder die folgenden sehr gut vorbereiten. „Damit mache ich meine Punkte“, kommentierte der Hamburger, der darüber hinaus über eine starke Rückhand zu überzeugen wusste. Auch im zweiten Satz sahen die Zuschauer spannende und lange Ballwechsel, in denen Press am Ende oft das bessere Ende für sich hatte. „Ich habe meine Leistung abgerufen, den Return früh genommen und aggressiv gespielt“, sagte Press. Im Halbfinale hatte sich Press gegen den Vorjahressieger David Eisenzapf mit 6:3 und 6:1 durchgesetzt. Bartels, der sich trotz der Niederlage gegen Press noch über 700 Euro freuen konnte, zog durch ein 6:2 und 6:2 gegen den an Nummer drei gesetzten Jannis Kahlke ins Finale ein.

Holte den Titel bei den Männern: Frederik Press (Großflottbeker THGC). Foto: Martin Glosemeyer


Im Damenfinale war die Spannung noch etwas größer. Julia Middendorf (Tennisverein Visbek) und die Tschechin Gabriela Horackova (Ski Club Ettlingen) lieferten sich lange und temporeiche Ballwechsel. „Das war sehr hohes Niveau“, kommentierte Lingens erster Bürgermeister Heinz Tellmann, der dem Veranstalter zu dem Turnier gratulierte. Middendorf verlor gegen die 12 Jahre ältere Tschechin zwar den ersten Satz mit 4:6, kam aber im zweiten Satz zurück und gewann diesen mit 6:3. Im Match-Tie-Break zeigte sich die 16-jährige nervenstark und gewann mit 10:7. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich wieder zurückgekommen bin und meine Match-Tie-Break-Bilanz aufbessern konnte“, erklärte Middendorf, die ansonsten häufig an internationalen Turnieren teilnimmt und in Deutschland als eines der größten Talente gilt. „Ich war hier bei Blau-Weiß schon im Verein und spiele gerne hier. Da man hier auch mehrere Spiele an einem Tag bestreitet, war das eine sehr gute Vorbereitung für mich“, so Middendorf, dessen Markenzeichen beim Lingener Turnier der Motivationsspruch „Komm jetzt“ war. Middendorf durfte sich neben einem Pokal über 1000 Euro Preisgeld freuen. Für die Tschechien sprangen immerhin auch noch 500 Euro heraus.

„Das waren außergewöhnlich hochklassige Endspiele. Es hat sich gelohnt“, freuten sich die Organisatoren Michael Credner und Jochen Bailer von Blau-Weiß Lingen. 

Die emsländischen Tennisasse Greta Arens (Sparta Nordhorn) und Christian Rohling (Oldenburg TeV), die beide in Lingen wohnen, verloren in der Hauptrunde beide ihre Spiele. Arens unterlag gegen Victoria Veloso mit 3:6 und 3:6. Rohling verlor mit dem gleichen Ergebnis gegen Kevin Kaczynski (Bielefelder TTC). Keine Siege gab es für beide auch in der Nebenrunde.  



Blieb sieglos: Christian Rohling (Oldenburg TeV). Foto: Martin Glosemeyer


Daems überrascht

Überraschen konnte Josy Daems aus Nordhorn. Das 13-jährige Talent überstand die erste Runde durch einen 6:1, 3:6 und 10:8-Erfolg gegen Valeriia Bahanova (TTK Sachsenwald). Endstation war für sie im Viertelfinale. Dort verlor sie gegen die an Nummer vier gesetzte Vinja Lehmann (Club an der Alster) mit 3:6 und 3:6.

Josy Daems. Foto: Martin Glosemeyer



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