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Nach 32:29 gegen HSV weiter Dritter Nordhorn-Lingen gewinnt den Handball-Krimi



Lingen. Handball-Krimi in der Emslandarena. Vor 2824 Zuschauern setzte sich die HSG Nordhorn-Lingen in einer packenden Partie 32:29 (13:15) gegen den HSV Hamburg durch. Ein wichtiger Erfolg, der schwer erkämpft und nach dem Schlusspfiff ausgelassen gefeiert wurde.

Bei Spielern und Zuschauern raste der Puls. Umso größer war die Erleichterung. HSG-Trainer Heiner Bültmann erinnerte an die aufreibende Begegnung gegen den ASV Hamm vor acht Tagen (28:27). „Da war gegen Hamburg vielleicht noch eine Steigerung.“ Die Partie war fast bis zur letzten Minute offen. 

Trio fällt kurzfristig aus

Die Bedingungen waren nach dem Doppelspieltag schwierig. Bart Ravensbergen hatte sich im Training eine Gehirnerschütterung zugezogen. Für den niederländischen Nationaltorwart nahm Dennis Bartels Platz auf der Bank. Zudem fehlten Patrick Miedema (Fieber) und Lasse Seidel (Fersen-Beschwerden) neben den langzeitverletzten Nicky Verjans und Philipp Vorlicek. Keine guten Voraussetzungen, aber immer noch etwas besser als beim Hinspiel in Hamburg. Beim 30:26 vor 4229 Zuschauern in der Barclaycard-Arena fielen gleich sechs Stammkräfte aus.

Kampf war Trumpf: Lutz Heiny gegen zwei Hamburger. Foto: Scholz


Abwehr lange ohne Zugriff

Das Zwei-Städte-Team mühte sich, es lief einfach nicht rund gegen einen starken Aufsteiger. „Der HSV hat lange Phasen gut gespielt und uns alles abverlangt“, sagte Bültmann. Gerade in der Abwehr, die rund 40 Minuten keinen richtigen Zugriff bekommen habe. „Bei uns fehlte oft der letzte Schritt.“ „Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden“, bekannte Jens Wiese, der sich nach dem Wechsel mit zwei Distanzwürfen gut einführte. „Mein erstes Heimspiel“, strahlte e nach langer Verletzungspause. Hauptsache gewonnen!“ Linksaußen Pavel Mickal bemängelte, dass die HSG zu viele freie Bälle vergeben habe.

Kantige HSV-Abwehr

Von Anfang an lief das Zwei-Städte-Team einem Rückstand her. Gegen die kantige Hamburger Abwehr eine schwierige Ausgangsbasis in der ausgesprochen intensiv geführten Partie. Beim 3:3 (6.) glich Mannschaftskapitän Alex Terwolbeck letztmals vor der Pause aus.

Der Gast setzt sich ab

Danach setzte sich der Aufsteiger, der von seinen Fans lautstark unterstützt wurde, ab. Über 5:3 auf 9:6. Die Gäste präsentierten sich wurfgewaltig, egal, ob Finn Wullenweber, der beim vorherigen Sieg gegen Hamm zwölfmal getroffen hatte, oder Dominik Axmann. Sie waren nur schwer zu stoppen, fanden immer wieder Lösungen. Mitte der ersten Halbzeit stellte die HSG von der 6:0- auf die 5:1-Abwehr um.

Schwungvoller Angriff mit Julian Possehl. Foto: Scholz


13:15 zur Pause

Auch beim Abschluss lief es nicht wunschgemäß. HSV-Keeper Aaron Hrafn Edvardsson verzeichnete in der ersten Halbzeit acht Paraden. Er wehrte beim Stand von 7:10 auch einen Siebenmeter von Georg Pöhle ab. Alec Smit lieferte auf der rechten Seite ab. Viermal traf er im ersten Durchgang. Aber zum Seitenwechsel lag die HSG, die gegen den rot-weißen Handball Sport Verein Hamburg in ihren blauen Auswärtstrikots antrat, 13:15 hinten.

Mickal sorgt für die Führung

Die HSG erhöhte den Druck, kam durch Julian Possehl erstmals wieder auf ein Tor heran (14:15, 31.). Doch der Ausgleich ließ auf sich warten. Beim 17:18 knallte Lutz Heiny den Ball über das Tor, beim 18:19 traf Smit den Pfosten. Doch Pöhle schaffte es endlich beim 20:20. Die Halle kochte, trieb die HSG an. Pavel Mickal, der schon dreimal in Folge getroffen hatte, gelang mit seinem vierten Tor im zweiten Durchgang das 21:20 und danach gleich das 22:20. „Die zweite Halbzeit haben wir es besser hinbekommen“, freute sich Mickal auch über die eigenen Tore. Nach zwei Fehlversuchen habe er super getroffen.

Buhrmester erhöht Paraden-Konto

Der Gastgeber packte auch in der Abwehr energischer zu. Torwart Björn Buhrmester erhöhte sein Paradenkonto, hatte aber Pech, als er den Ball bei zwei Siebenmetern zwar berührte, aber die Tore nicht verhindern konnte. Es blieb spannend im Hexenkessel. Der HSV glich zehn Minuten vor dem Ende wieder aus. Doch Georg Pöhle, der die letzten vier Tore warf, brachte den Sieg der besten Rückrundenmannschaft unter Dach und Fach.

Georg Pöhle machte den Sieg perfekt. Foto: Scholz


Spitzenreiter Balingen patzt

Die HSG bleibt sieben Spieltage vor Saisonende einen Punkt hinter dem zweiten Aufstiegsplatz. Coburg drehte das Heim-Derby im zweiten Durchgang (24:20, 9:13), Spitzenreiter Balingen ist nach dem 24:26 (12:14) in Hüttenberg nur noch zwei Zähler entfernt. Die Spannung steigt. Die HSG-Anhänger sind es gewöhnt.


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