zuletzt aktualisiert vor

„Mehr Begeisterung geht nicht“ Nordhorn-Lingen macht das Aufstiegsrennen spannend


Nordhorn. Die HSG Nordhorn-Lingen ist der Gewinner des 30. Spieltags der 2. Handball-Bundesliga. Mit dem 28:27 (16:13) gegen den ASV Hamm-Westfalen vor 3017 Zuschauern im Euregium hat sie das Aufstiegsrennen noch spannender gemacht. Denn sie ist dran am Spitzenduo, das gepatzt hat.

Bis auf einen Punkt am HSC Coburg, der Samstag daheim gegen den VfL Lübeck-Schwartau 23:28 verloren hat, und bis auf vier Zähler am Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten, der in Aue unterlag (26:31). Das Aufstiegsrennen ist spannender denn je. 

Verjans: Das könnne wir schaffen

Die Zuschauer feierten die Mannschaft, die erst nach dem Schlusspfiff von der Niederlage der Coburger erfuhr, ausgelassen. Die Perspektiven des Zwei-Städte-Teams sind gut, auch wenn es noch immer auf einen Ausrutscher der Oberfranken hoffen muss. „Wir müssen einmal mehr gewinnen. Das können wir schaffen“, erklärte der verletzte Nicky Verjans.

Die Spieler feiern den Sieg. Foto: Schröer


Bültmann: Unglaubliche Stimmung

Für Begeisterung sorgte das Duell des Dritten mit dem Vierten. „So ein Spiel haben wir lange nicht mehr gehabt“, erklärte HSG-Trainer Heiner Bültmann. „Es war spielerisch einiges drin, kämpferisch alles“, stellte er fest. Sein Team sei auch von den Zuschauern getragen worden, die für eine unglaubliche Stimmung im Euregium sorgten. „Es war ein toller Handballabend.“ 

Konsequente Abwehrarbeit

Vom Anpfiff an wurde deutlich, dass beide Mannschaften sich nichts schenken würden. Im Angriff riskierten sie einiges, aber die Abwehrreihen packten mit unglaublichem Einsatz und aller Konsequenz zu. Dabei fand der Gast besser ins Spiel, „hat bessere Entscheidungen getroffen, war abgezockter“, analysierte Bültmann, dessen Team zunächst nicht entschlossen genug im Abschluss wirkte und sich Fehlpässe erlaubte.

Drei-Tore-Lauf zum 8:8

Aber Nordhorn-Lingen holte sich die nötige Sicherheit im Positionsspiel, schloss zudem einige Tempogegenstöße gut ab. Mit einem Drei-Tore-Lauf glich die HSG zum 8:8 aus (18.). Dabei hatte sie allerdings das nötige Quäntchen Glück, denn beim Stand von 7:8 setzte Hamm den Ball an den Pfosten.

3017 Zuschauer sahen den Schlager im Euregium. Foto: Schröer


Terwolbeck trifft zum 16:13

Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Mannschaftskapitän Alex Terwolbeck das umjubelte 16:13. Lasse Seidel, der drei er ersten vier Treffer erzielte, war bis zum Seitenwechsel mit fünf Toren gefährlichster Schütze des Zwei-Städte-Teams.

ASV setzt auf siebten Feldspieler

Nach dem Wechsel erhöhte der Gast den Druck, machte aus einem 15:19-Rückstand ein 19:19, ging in der 52. Minute sogar mit 25:24 in Führung. „Hamm hat uns das Leben mit dem siebten Feldspieler richtig schwer gemacht“, verwies Bültmann auf die Folgen der Umstellung beim Gegner, der bei eigenem Angriff auf den Torwart verzichtete. „Ich habe schon gedacht, Hamm macht gar keinen Fehler mehr.“ Doch mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr bekam Nordhorn-Lingen mehr Zugriff, eroberte wieder mehr Bälle.

Buhrmester: Ein Wahnsinnsspiel

„Das war hervorragender Handballsport“, erklärte ASV-Trainer Kay Rothenpieler, dem die Niederlage seines Teams natürlich nicht schmeckte. HSG-Torwart Björn Buhrmester, der in der Woche vor dem Spiel Vater einen Jungen (Luke Matthis) geworden war, aber nur beim Siebenmeter zum Einsatz kam, bekannte, der Gegner hätte einen Punkt verdient gehabt. „Das war ein Wahnsinnsspiel mit einem guten Ende für uns.“

Bodenkampf mit Markus Fuchs (ASV) und Toon Leenders (HSG), der am Mittwoch 33 Jahre alt geworden ist. Foto: SChröer


Pöhle bester Schütze

Georg Pöhle, mit acht Toren bester HSG-Schütze, meinte, der Gastgeber habe sich die nötige Sicherheit in den jüngsten Spielen zuvor geholt und am Ende auch Nervenstärke gezeigt. „Mehr Begeisterung“, war er sicher, „geht nicht“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN