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17:24-Niederlage in Lübeck Nordhorn-Lingen verbrennt sich in der „Hansehölle“ die Finger

Erfolgreichster Werfer der HSG Nordhorn-Lingen beim VfL Lübeck-Schwartau war Georg Pöhle (l.). Er konnte die 17:24-Niederlage jedoch nicht verhindern. Foto ScholzErfolgreichster Werfer der HSG Nordhorn-Lingen beim VfL Lübeck-Schwartau war Georg Pöhle (l.). Er konnte die 17:24-Niederlage jedoch nicht verhindern. Foto Scholz

Lübeck. Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen hat sich vor 2176 Zuschauern in der „Hansehölle“ die Finger verbrannt. Das Zwei-Städte-Team verlor das Spitzenspiel beim VfL Lübeck-Schwartau mit 17:24 (9:12). Damit konnte es den Abstand auf die beiden Topmannschaften auf den Aufstiegsrängen nicht verkürzen.

„Das war kein gutes Spiel von uns“, sprach HSG-Trainer Heiner Bültmann von einem absolut verdienten Sieg des Gastgebers. Mit der Abwehr war der Coach noch zufrieden. „24 Gegentore, das geht noch.“ Nur 17 Treffer gegen die an Gegentoren gemessen stärkste Abwehr der Liga sind allerding zu wenig. „Wir haben keine guten Lösungen gefunden und nicht gut geworfen.“ Allerdings habe Torwart Dennis Klockmann stark gehalten. 

7:4-Führung in der 19. Minute

Der Gast aus Niedersachsen lag trotz des 0:1-Rückstandes durch Martin Warschul – zuvor war Patrick Miedema an Klockmann gescheitert – im ersten Durchgang lange vorn. Pavel Mickal und Georg Pöhle nutzten ihre Siebenmeter zur HSG-Führung. Nach dem 3:3 zog der Gast auf 6:3 und 7:4 (19.) davon. Als Toon Leenders, der für den siebten Treffer verantwortliche zeichnete, nur 15 Sekunden später eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, verkürzte der Vorjahresdritte auf 6:7. „Auch da haben wir uns im Angriff schon schwer getan“, stellte Bültmann fest.

Vor der Pause Serie von fünf Gegentoren

HSG-Trainer Heiner Bültmann, der auf die verletzten Philipp Vorlicek und Nicky Verjans verzichten musste, nahm eine Auszeit. Seine Mannschaft verteidigte den Vorsprung noch einige Minuten, doch es lief nicht mehr so rund. Es gab zu viele Ballverluste. Nach dem 9:7 durch den dritten Treffer von Pöhle blieb der Gast bis zum Seitenwechsel fast sieben Minuten ohne Torerfolg. Den 12:9-Pausenstand erzielten die Travestädter in Unterzahl. Bitter für das Zwei-Städte-Team.

Gegner oft im Zeitspiel

Dabei passte die Abwehrarbeit der Niedersachsen. „Wir hatten den Gegner so oft im Zeitspiel“, meinte Bültmann. Doch Lübeck-Schwartau fand Lösungen. Vor allem der sechsfache Torschütze Jan Schult.

Letzter Sieg in Lübeck vor vier Jahren

Nach dem Wechsel verkürzte Nordhorn-Lingen zwar auf 12:13 (37.), kam aber nicht mehr zum Ausgleich heran. Im Gegenteil. Der Gastgeber setzte sich Tor um Tor weiter ab. Nach einem Vier-Treffer-Lauf hieß es 19:13 für Lübeck-Schwartau. Pöhle beendete die HSG-Flaute von über acht Minuten mit einem Siebenmeter. Beim 14:19 waren allerdings nur noch knapp 13 Minuten zu spielen. Am Ende verlor Nordhorn-Lingen mit 17:24 deutlich. Es bleibt dabei: Die HSG hat in Lübeck einen schweren Stand. Zuletzt gewann sie dort vor vier Jahren.

Gastgeber gewinnt sechstes Spiel in Folge

Während Gerrit Claasen und Jörg Engelhard, die Nachfolger von VfL-Trainer Torge Grewe, der zum abstiegsgefährdeten Erstligisten VfL Gummersbach gewechselt ist, eine gelungene Heimpremiere feierten – die Feuertaufe hatte das Duo schon beim 27:26 in Aue bestanden –, reichte es für die HSG nicht zum achten Auswärtssieg. Die heimstarken Gastgeber verzeichneten den sechsten Sieg in Folge. Sie rückten bis auf drei Zähler an Nordhorn-Lingen heran. 

Nordhorn-Lingen hat vorgelegt

Die HSG hat vorgelegt und den Abstand auf Coburg (1 Punkt) auf dem zweiten Aufstiegsplatz nicht verringert. Der HSC aus dem bayerischen Oberfranken tritt am Samstag um 20 Uhr beim daheim eher schwächelnden VfL Eintracht Hagen an. Er könnte wieder auf drei Punkte enteilen. Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten (4) empfängt um 19 Uhr den Dessau-Roßlauer HV.

Am 31. März in der Emslandarena gegen Ferndorf

Nordhorn-Lingen erwartet am Sonntag, 31. März, um 17 Uhr in der Emslandarena den TuS Ferndorf. In der Hinrunde unterlag das Zwei-Städte-Team beim Gegner aus der Stadt Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen knapp mit 26:28. „Wir werden unser Spiel genau analysieren“, kündigte Bültmann an, damit sein Team sofort wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt. Das Interesse am Heimspiel ist riesengroß. Die Sitzplatzkarten werden bereits knapp.


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