Nordhorn-Lingen Freitag in Lübeck Bültmann fordert Kopfarbeit in der „Hansehölle“

Gut überstanden hat Patrick Miedema (r.) sein Comeback nach dem Kapselriss im Daumen. Freitag tritt die HSG Nordhorn-Lingen beim VfL Lübeck-Schwartau an. In der Hinserie behauptete sich das Zwei-Städte-Team mit 26:22. Foto: ScholzGut überstanden hat Patrick Miedema (r.) sein Comeback nach dem Kapselriss im Daumen. Freitag tritt die HSG Nordhorn-Lingen beim VfL Lübeck-Schwartau an. In der Hinserie behauptete sich das Zwei-Städte-Team mit 26:22. Foto: Scholz

Lingen. Das nächste schwere Spiel für die HSG Nordhorn-Lingen: Der Tabellendritte der 2. Handball-Bundesliga tritt am Freitag um 19.30 Uhr beim -sechsten VfL Lübeck-Schwartau an, der mit großem Interesse in der heimischen „Hansehölle“ rechnet.

Der Gastgeber hat zuletzt fünf Siege in Serie gefeiert – trotz eines zwischenzeitlichen Trainerwechsels. Torge Grewe hat nämlich nach sieben Jahren die Aufgabe beim abstiegsbedrohten Erstligisten VfL Gummersbach übernommen. Er verabschiedete sich mit einem emotionalen 21:20-Heimsieg gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke. Seine Nachfolger Gerrit Claasen und Jörg Engelhard, die schon zum Trainerstab gehörten, feierten beim 27:26 in Aue einen Einstand nach Maß. Die Fans sind gespannt, über 2000 werden erwartet. 

Lübeck-Schwartau heimstark

„Der Gegner ist richtig gut drauf“, warnt HSG-Trainer Heiner Bültmann. Der VfL verlor 2019 nur gegen Ferndorf, ist bei 22:4 Punkten ähnlich heimstark wie Nordhorn-Lingen, die seit vier Jahren nicht mehr beim aktuellen Gegner gewonnen hat.


Die wenigsten Gegentore der Liga

Der VfL weist einige Parallelen zur HSG auf. Die Mannschaft ist über Jahre gewachsen, entsprechend erfahren und mit einem breiten Angriffsrepertoire ausgestattet. Sie verfügt nach Bültmanns Einschätzung über klare Ideen und hat viele Möglichkeiten. „Sie hat nicht nur Plan A, sondern auch Plan B und Plan C.“ Seit Jahren schon baut der Gastgeber auf die starke 6:0-Abwehr. 620 Gegentore hat die kassiert, weniger als jedes andere Zweitligateam. Genau 40 weniger als die HSG, die aber auch 94 Treffer mehr erzielt hat.

Finn Kretschmer zurück

Zu den gestandenen Akteuren der Schleswig-Holsteiner zählen Dennis Klockmann, der mit Marino Mallwitz ein starkes Torwart-Duo bildet, die Rückraumspieler Martin Waschul, Jan Schult, Toni Podpolinski oder Linksaußen Markus Hansen. Aus Stuttgart ist Finn Kretschmer zurückgekehrt, der Sohn des ehemaligen Haselünner Handballers Holger Kretschmer. Aus Balingen ist der Isländer Dadi Runarsson gekommen, der zuletzt wegen eines Knorpelschadens zuschauen musste. Fehlen wird der polnische Nationalspieler Pawel Genda , der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

Viel Power

Die HSG hat sich in der Trainingswoche gezielt auf den Gastgeber vorbereitet. „Das wird eine ganz andere Aufgabe als gegen Essen“, sagt Bültmann. Mit viel Power, nicht ganz so hohem Tempo, aber einer cleveren Vorbereitung bis zum Abschluss. „Da ist Kopfarbeit gefragt“, weiß der Trainer.


Abstand verkürzt

Bis auf die verletzten Nicky Verjans und Philipp Vorlicek stehen alle Akteure zur Verfügung. Toon Leenders zeigt sich von der Erkrankung erholt, Patrick Miedema hat das Comeback nach Kapselriss im Daumen gut überstanden. Das ist wichtig, „denn wir haben ein knallhartes Programm“, weiß Bültmann, dessen Team den Abstand zur Spitze zuletzt verkürzt hat: auf einen Zähler auf den HSC Coburg auf dem zweiten Aufstiegsplatz sowie auf vier auf Spitzenreiter Balingen.

Lizenzantrag für die 1. Bundesliga

Das Zwei-Städte-Team will den Abstand nicht größer werden lassen. Das Zwei-Städte-Team muss an diesem Wochenende vorlegen. Balingen (gegen Dessau-Roßlau) und Coburg (in Hagen) ziehen Samstag nach. Die HSG will das Ziel Aufstieg untermauern. Die Rückendeckung der Vereinsführung gibt der Mannschaft Sicherheit. Bis zum Stichtag  31. März muss und wird Nordhorn-Lingen den Lizenzantrag zur 1. Bundesliga stellen.


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